„König Louis von Altach“ mit Siegtor

Sport / 11.12.2016 • 20:59 Uhr

Mahop trifft in letzter Sekunde zum 2:1 gegen den WAC und hievt Altach auf Platz eins.

Altach. „Dann treffen, wenn der Gegner nicht mehr zurückschlagen kann“ – eine alte Fußballer-Weisheit, die sich Altachs Kicker in diesen Tagen wohl sehr zu Herzen nehmen. Denn später als Louis Mahop mit seinem 2:1-Siegtreffer gegen den Wolfsberger AC kann man fast gar nicht mehr treffen. Schiedsrichter Oliver Drachta ließ fünf Minuten nachspielen – und genau vier Sekunden vor Ablauf der Nachspielzeit ließ „King Louis von Altach“ die Cashpoint-Arena nochmals beben. Die 3836 Zuschauer kamen somit voll auf ihre Kosten, der Jubel auf den Rängen kannte keine Grenzen. Und auf der Betreuerbank gab es sowieso kein Halten mehr. Die zuvor ausgewechselten Altach-Kicker Daniel Luxbacher und Boris Prokopic nahmen sogar nachträglich eine gelbe Karte in Kauf, um gemeinsam mit dem Goldtorschützen am Feld zu jubeln. Valentino Müller, der ebenfalls seinen Emotionen am Feld freien Lauf ließ, wurde hingegen verschont – böse Zungen behaupten, Referee Drachta hielt den 17-Jährigen Mittelfeldspieler für einen Ballbuben.

Cashpoint-Arena eine Festung

Mahops Treffer untermauerte Altachs Anspruch auf die beste Heimmannschaft Österreichs eindrucksvoll. Im zehnten Match in der Cashpoint-Arena gab es den achten Sieg. Nur Sturm Graz und RB Salzburg konnten jeweils einen Punkt aus dem Ländle entführen. Dass es für diesen Erfolg aber viel Geduld brauchen würde, war den Rheindörflern bereits vor dem Match klar. Denn die Kärntner agierten wie erwartet enorm zweikampfstark, versuchten die Heimmannschaft mit einem 4-1-4-1-System aus der Reserve zu locken. Und mit dem 0:1 aus heiterem Himmel, bei dem Gerald Nutz (49.) von einer verunglückten Rückgabe per Kopf von Benedikt Zech Richtung Tormann Andreas Lukse profitierte, war allen im Stadion klar, dass es eine besondere Leistung braucht, um noch als Sieger vom Feld zu gehen. Doch Altach-Kapitän Philipp Netzer und Co. agierten weiter mit einem Selbstverständnis, das Spiel zumindest nicht zu verlieren. Keine Hektik, keine unnötigen Fouls, gutes Passspiel und ganz starke Körpersprache. Deshalb war der Ausgleich durch Boris Prokopic (66.) nach Assist von Zech nur eine Frage der Zeit. Und als dann kurz darauf auch noch Goalie Andi Lukse vor dem allein auf ihn zustürmenden Mirhet Topcagic (67.) bravourös hielt, spürte man im Stadion, dass auch noch ein Sieg möglich war. Doch dafür musste man aufseiten der Vorarlberger sehr viel Geduld zeigen. Fast alle im Stadion stellten sich auf ein Remis ein. Mit Betonung auf fast – denn der erst kurz zuvor eingewechselte Moumi Ngamaleu hielt sich nicht daran, umkurvte auf der rechten Seite drei WAC-Abwehrspieler und brachte den Ball perfekt zur Mitte. Dort ließ Emanuel Schreiner noch den Ball durch seine Beine, und der heranstürmende Mahop drosch das Leder in die Maschen.

„Last-Minute“-Spezialist

Bereits vor zwei Wochen erzielte Mahop den 2:1-Siegtreffer in Mattersburg in Minute 94, nun in der 95. Überhaupt scheint der Kameruner in der kalten Jahreszeit aufzutauen. Genau vor einem Jahr traf er im Doppelpack beim 2:1-Erfolg der Altacher bei Austria Wien. Aktuell hält der 29-Jährige bei drei Treffern in der laufenden Saison. Durch den Heimsieg und die 0:1-Niederlage von Sturm Graz gegen RB Salzburg hat sich Altach auch wieder die alleinige Tabellenführung erarbeitet und hat nun nächste Woche die Möglichkeit, aus eigener Kraft als „Winterkönig“ in die Liga-Pause zu gehen. Gegner in der letzten Runde: SK Rapid Wien – mit Ex-Trainer Damir Canadi auf der Betreuerbank des österreichischen Rekordmeisters.