Altach seit 486 Minuten ohne Torjubel

23.04.2017 • 18:17 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Auch der eingewechselte Louis Ngwat-Mahop (r.) konnte dem Altach-Spiel keinen entscheidenden Impuls mehr geben. Am Ende musste man das 0:0-Remis gegen die Admira zähneknirschend hinnehmen. Foto: gepa
Auch der eingewechselte Louis Ngwat-Mahop (r.) konnte dem Altach-Spiel keinen entscheidenden Impuls mehr geben. Am Ende musste man das 0:0-Remis gegen die Admira zähneknirschend hinnehmen. Foto: gepa

Beim 0:0 gegen Admira blieben Rheindörfler zum fünften Mal in Folge ohne Torerfolg.

Markus Krautberger

Altach. Die Un-Serie aus Altacher Sicht geht weiter. Noch nie in der Bundesliga-Historie hat Altach 486 Minuten lang kein Tor erzielt. Zwar konnte man gegen eine ersatzgeschwächte Admira zumindest einen Punkt holen, aber nach dem Match wussten viele im Stadion nicht, wie man diesen Punktgewinn deuten sollte. Zwar ließen die erneut mit Vierer-Kette operierenden Mannen von Trainer Martin Scherb zum dritten Mal im Frühjahr 2017 kein Gegentor zu (Mattersburg h/3:0, WAC a/0:0), doch vor allem mit der Offensiv-Performance im ersten Durchgang konnte keiner im Lager der Rheindörfler zufrieden gewesen sein.

Grausame Zweikampfquote

Zu zögerlich und ohne Überzeugung agierten Kapitän Philipp Netzer und Co. Nicht eine nennenswerte Torchance konnte gegen die im Vergleich zur Vorrunde fast komplett neu formierte Admira in Halbzeit eins herausgespielt werden. Im Vorfeld der Partie wies Altach-Coach Martin Scherb darauf hin, dass, „man der Admira nicht in die Falle laufen wolle und ihnen Räume für ihre Konter geben will“ – diese Vorgabe setzte seine Truppe auch um, vergaß dabei aber fast komplett den Torabschluss und das Offensivspiel zu suchen. Dazu kam, dass die Admira ohne viel Aufwand bestehen konnte und vor allem in den Zweikämpfen klar Oberhand behielt – 61 Prozent der Zweikämpfe in der ersten Halbzeit konnten die Niederösterreicher für sich entscheiden. Sehr zum Leidwesen der knapp 4400 Zuschauer in der Cashpoint-Arena.

Druck in Durchgang zwei

In der Halbzeitpause schien Trainer Scherb die richtigen Lösungsvorschläge für ein offensiveres Auftreten vorgetragen zu haben. Denn die Mannschaft kam mit viel Elan und mehr Zweikampfwillen aus der Kabine. Vor allem über die Flanken setzten sich Galvao und Andreas Lienhart nun öfters durch und sorgten für viel Druck. Daraus resultierte auch eine Riesenchance für Galvao (53.), der eine Flanke von Lienhart volley zum Leidwesen der Altach-Fans über das Gehäuse bugsierte. Fortan beherrschten die Hausherrn ihre Gäste, der Wille der Scherb-Elf, die Partie unbedingt gewinnen zu wollen, war klar zu sehen. Doch ein Tor sollte eben wieder nicht gelingen. Weder Kapitän Netzer (65.) nach Lienhart-Eckball, noch Stürmer Hannes Aigner (66.) konnten Admira-Goalie Andreas Leitner bezwingen. Damit wartet man seit dem Mattersburg-Heimsieg aus Runde 25 auf den ersten vollen Erfolg – und auf einen Torjubel. Nicolas „Moumi“ Ngamaleu erzielte gegen die Burgenländer den letzten Treffer für Altach.

Körpersprache als Lichtblick

Immerhin blieb der SCR Altach in der Saison 2016/17 gegen die Admira ungeschlagen (2 Siege, 2 Remis), aber hinsichtlich dem Rennen um Platz zwei in der Tabelle und dem Kampf um einen Europacup-Platz war der Punkt eindeutig zu wenig. Vor allem, da man zu Spielbeginn ja wusste, dass Sturm Graz gegen Mattersburg verloren hatte (0:2) – die Chance auf Rang zwei in der Tabelle war bei einem Sieg gegeben. Coach Scherb sah nach dem Match trotz Nullnummer einige Lichtblicke im Spiel seiner Mannschaft: „Die zweite Halbzeit gibt uns Hoffnung. Da war die Körpersprache der Spieler schon viel besser. Wir werden uns die Saison jetzt nicht schlechtreden lassen, denn solche Un-Serien haben schon andere Mannschaften im Laufe der Saison gehabt. Ich bin auf jeden Fall zuversichtlich, dass es bei uns wieder bergauf gehen wird. Auch was das Toreschießen betrifft.“

Chance auf Platz zwei lebt

Trotz der eher bescheidenen Ergebnis-Kurve der Altacher lebt die Chance auf den zweiten Tabellenplatz nach wie vor. Zwar konnte die Wiener Austria durch den Derby-Sieg bei Rapid Wien vorlegen, aber zwei Punkte Rückstand sind bei noch sechs ausstehenden Runden – inklusive direktes Heimduell mit den Veilchen – absolut im Bereich des Möglichen. Dafür sollten Altachs Kicker aber ganz schnell die „Handbremse“ lösen und vor allem eines beenden: die Torflaute. Denn nur Tore öffnen die Türen nach Europa.

Die zweite Halbzeit gibt Hoffnung, die Körpersprache war gut.

martin Scherb

Fußball

Die Zahlen zum Spiel

Cashpoint SCR Altach Admira W. Mödling

14 Schüsse gesamt 10

 3 Schüsse auf das Tor 2

54 % Ballbesitz 46 %

 4 Ecken 7

 19 Flanken aus dem Spiel 3

42,9 % Zweikampfquote 57,1 %

 1 Abseits 2

70,4 % Passquote 64,6 %

18 Fouls 7