Tendenz zeigt klar in Richtung Finale

Sport / 11.05.2017 • 22:54 Uhr
Energischer Einsatz von Hard-Kreisläufer Lukas Herburger
Energischer Einsatz von Hard-Kreisläufer Lukas Herburger

Alpla HC Hard mit 30:20-Heimsieg über West Wien zum Auftakt der Halbfinalserie.

Hard. Mit einem souveränen 30:20-Heimsieg hat der Alpla HC Hard zum Auftakt der Best-of-three-Serie über West Wien die Türe in Richtung Finaleinzug in der Handball-Liga Austria (HLA) ganz weit geöffnet. Besonders nach dem Seitenwechsel ließen die Roten Teufel vom Bodensee ihre Muskeln spielen und entschieden nach dem 15:13-Pausenstand den zweiten Durchgang mit 15:7 Toren in überlegener Manier für sich. Damit kann der Serienmeister der Saisonen 2011 bis 2015 bereits am Sonntag (18.30 Uhr) mit einem Auswärtserfolg den Einzug in die Finalserie (ab 25. Mai) lösen.

Im Wettkampfmodus

Vor 2000 Zuschauern benötigten die Gastgeber nach der relativ langen Spielpause von 18 Tagen seit dem 36:15-Viertelfinalerfolg in Ferlach wie von Coach Petr Hrachovec vermutet doch einige Minuten, um in den Wettkampfmodus zu gelangen. „Ich habe eigentlich damit gerechnet. Wir haben zu schnell und zu schön gespielt und mit technischen Fehlern und Fehlwürfen den Gegner im Spiel gehalten. Deshalb habe ich nach dem 6:6 (Anm. 15. Minute) eine Auszeit genommen, einige personelle Veränderungen vorgenommen, und den Jungs gesagt, sie sollen ruhig und fokussiert bleiben.“

Bis zum Seitenwechsel konnte aber West Wien das Geschehen weiter ausgeglichen gestalten und es ging beim Stand von 15:13 aus Sicht der Gastgeber in die Kabine.

Gegner an die Wand gespielt

In der Pause fand der 44-jährige Tscheche offenbar die richtigen Worte. Nach Wiederanpfiff hatten die Akteure der Gastgeber von der ersten Sekunde an die richtige Betriebstemperatur. Besonders Goalie Golub Doknic trat wieder einmal den Beweis an, dass er K.-o.-Duelle mit seinen Paraden maßgeblich beeinflussen kann. Unter der Regie des umsichtig agierenden Spielmachers Gerald Zeiner wurden mit einem 6:0-Lauf von 15:14 (31.) auf 21:14 (39.) die vagen Hoffnungen der Gäste auf einen Coup in der Sporthalle am See im Keim erstickt. Doch die Roten Teufel ließen nicht locker und nach dem nächsten Zwischenstand auf 27:16 (52.) waren längst die kühnsten Träume der Wiener auf eine Überraschung verpufft. „In dieser Phase haben wir einfach sehr viele Dinge richtig gemacht und dem Gegner keine Chance mehr gelassen“, analysierte Hrachovec nach Spielende stolz.

Trotz des klaren Heimsieges warnt Hrachovec davor, sich bezüglich des Finaleinzugs auf der sicheren Seiten zu wiegen: „West Wien wird am Sonntag im möglichen letzten Heimspiel in dieser Saison noch einmal alle Hebel in Bewegung setzen, um das Saisonende abzuwenden. Es wird ganz sicher noch einmal eine ganz schwierige Kiste und wir müssen uns von der ersten Sekunde an auf eine richtig heißes Spiel gefasst machen. Sie haben mit dem Halbfinaleinzug ihr primäres Saisonziel bereits erreicht und können ohne Druck agieren.“

Nächste Etappe Finaleinzug

Bezüglich der eigenen Ansprüche hält sich der seit Saisonbeginn bei Hard unter Vertrag stehende Hrachovec weiter an seinen in Etappen aufgeteilten Masterplan. „Wir wollten den Grunddurchgang als Erster abschließen und das ist uns gelungen. Danach galt es, die Pole Position im Play-off zu verteidigen. Nachdem wir auch das geschafft haben, lautet das nächste Etappenziel Finaleinzug. Wenn wir diesen Schritt erfolgreich gemacht haben, dann können wir über den Titel reden. Doch bis dahin will ich im Team dahingehend nichts hören.“

Vor dem Finaleinzug will ich das Wort Meistertitel nicht hören.

Petr Hrachovec
Besonders nach dem Seitenwechsel trug Hard-Goalie Golub Doknic mit seinen Paraden zum souveränen 30:20-Gesamterfolg bei. Fotos: GEPA
Besonders nach dem Seitenwechsel trug Hard-Goalie Golub Doknic mit seinen Paraden zum souveränen 30:20-Gesamterfolg bei. Fotos: GEPA
Frimmel verpasst Roli Schlinger eine „Backpfeife“.
Frimmel verpasst Roli Schlinger eine „Backpfeife“.

Handball

Handball-Liga Austria der Männer (HLA) 2016/17

» Halbfinale 1 (Best of three), 1. Spiel

Alpla HC Hard – SG Handball West Wien 30:20 (15:13)

Sporthalle am See, 2000 Zuschauer, SR Hutecek/Plessl

Zweiminuntenstrafen: 6 bzw. 5

Torfolge: 1. 1:0, 6. 3:1, 8. 5:2, 14. 6:6, 19. 9:7, 24. 11:10, 26. 13:10, 28. 14:13, 31. 15:14,
39. 21:14, 46. 25:15, 53. 27:18, 58. 29:19

Alpla HC Hard: Hurich, Pouget, Doknic; Schmid (5), Raschle (3), Zivkovic (2), Wüstner,
Tanaskovic (1), Schwärzler, Schlinger (3/2), Knauth (2), Dicker (2), Herburger (4/1), Weber, Zeiner (5/3), Surac (3)

SG Handball West Wien: Uvodic, Kaiper; Seitz (2), Jochmann (5/4), Feuchtmann (6), Simon Pratschner, Führer, Meleschnig, Rabenseifer, Frimmel (1), Hajdu, Schiffleitner (1), Mittendorfer, Jelinek, Julian Pratschner (1), Ranftl (4)

2. Spiel: SG Handball West Wien – Alpla HC Hard Sonntag, 18.30 Uhr

3. Spiel: Alpla HC Hard – SG Handball West Wien Samstag, 20. 5.

» Halbfinale 2 (Best of three), 1. Spiel

HC Fivers WAT Margareten – Schwaz Handball Tirol 35:32 n. V. (27:27, 15:12)

Hollgasse, SR Heiter/Heiter

Tore HC Fivers WAT Margareten: Ziura (11/5), Ivan Martinovic (6), Aljetic (4), Stummer, Jonas, Jovanovic, Brandfellner, Seidl (je 2), Nikolic, Kolar, Riede (je 1), Marin Martinovic (1/1)

Tore Schwaz Handball Tirol: Prakapenia (7/1), Wanitschek, Steiger (je 5), Kandolf (4),
Jespen (4/1), Schmid (3), Nicolaisen (2/2), Wilfling, Lochner (je 1)

2. Spiel: Schwaz Handball Tirol – HC Fivers WAT Margareten Samstag, 18.30 Uhr

3. Spiel: HC Fivers WAT Margareten – Schwaz Handball Tirol Sonntag, 20. 5.

» Finale (Best of three) 25., 28. Mai und falls nötig 2. Juni (jeweils 20.15 Uhr)