Gewehrt, dennoch verloren

Ein Eigentor von Nikola Zivotic besiegelte die Altacher Niederlage (0:1) bei der Meisterfeier der Bullen.
Salzburg. Gleich ohne Sieben musste der Cashpoint Altach bei der Meisterparty in Salzburg antreten. Zu allem Überfluss verletzte sich dann auch Angreifer Hannes Aigner an der Gefäßmuskulatur und verließ nach 34 Minuten den Platz. Sein Ersatz, Nikola Zivotic, war noch nicht dreieinhalb Minuten am Platz, da bugsierte er einen Freistoßball von Valon Berisha, den Igor knapp verfehlte, aus gut sechs Metern über die Torlinie. Damit war Salzburgs Punkterekord (81) perfekt, denn Altach fand im gesamten Spiel nur eine Torchance vor. Kurz vor der Pause verschoss Nikola Dovedan einen Freistoß (45./2), wobei Interimscoach Werner Grabherr zu dem Zeitpunkt schon auf dem Weg in die Kabine war.
Salzburg mit Rotation
Während die Altacher verletzungsbedingt erneut viele Stammspieler vorgeben mussten, nützte Salzburg-Coach Oscar Garcia im Hinblick auf das Cupfinale am Donnerstag gegen Rapid die Partie für Spielerrochaden. Im Vergleich zum letzten Spiel gegen die Austria rückten gleich neun neue Spieler in die Startformation, darunter erstmals die von Liefering hochgezogenen Youth-League-Gewinner Hannes Wolf und Igor. Neben dem gesperrten Wanderson erhielten auch Paulo Miranda, Andreas Ulmer, Konrad Laimer oder Valentino Lazaro eine Pause. Die Kapitänsschleife trug zum Abschied Rechtsverteidiger Christian Schwegler. Die Salzburger starteten engagiert. Einen Freistoß von Josip Radosevic lenkte Altach-Keeper Martin Kobras an die Querlatte (3.), den folgenden Kopfball setzte Andre Wisdom knapp daneben (4.). Bei einem Seitfallzieher von Valon Berisha (7.) war Kobras ebenso auf dem Posten wie bei einem Kopfball des völlig frei stehenden ÖFB-Teamspielers Stefan Stangl (15.).
Comeback von Oberlin
Nach Seitenwechsel gab Salzburg-Stürmer Dimitri Oberlin sein Comeback nach über zwei Monaten Pause wegen eines Muskelbündelrisses – ausgerechnet gegen Altach, das er im Herbst zur Tabellenführung geschossen hatte. Ohne den 19-jährigen Kamerun-Schweizer holten die Rheindörfler im Frühjahr in 16 Spielen gerade einmal zwei Siege.
Am Freitag hatte der glücklose Trainer Martin Scherb gehen müssen. Unter dem erneut zum Interimscoach aufgestiegenen Werner Grabherr setzte Altach aber auch in Rückstand wenig Akzente nach vorne. Die Vorarlberger standen tief und machten Salzburg dadurch das Leben schwer. Die beste Szene nach der Pause verstolperte Oberlin, der den Ball nach Zuspiel von Takumi Minamino nicht am sehr guten Kobras vorbeibrachte (83.).
Lüchinger zu Ried
Salzburg blieb dennoch auch im zehnten Liga-Heimspiel in Folge ungeschlagen. Die 47 Zähler, die die Bullen in der Rückrunde geholt haben, sind Ligarekord. Gegen Altach sind die Bullen nun sechs Partien ohne Niederlage. Die Altacher müssen den Salzburgern zudem am Donnerstag in Klagenfurt die Daumen drücken: Nur bei einem Cupsieg der Bullen ist auch der Ligavierte in der Europa-League-Qualifikation vertreten.
Geklärt ist mit Saisonende nun auch die Zukunft eines nunmehrigen Ex-Altachers. Gabriel Lüchinger, der für die Rheindörfler gerade einmal 25 Bundesligaminuten absolvierte, wird heute für Absteiger SV Ried unterschreiben. Vor allem im Westliga-Team hatte der 24-jährige Mittelfeldspieler aufhorchen lassen, erzielte er in 26 Spielen doch 18 Treffer und lieferte sieben Torvorlagen.
Wir wollen auch den Cup holen. Das Ziel ist das Double.
Oscar Garcia


Fußball, tipico Bundesliga 2016/17
Liga-Liveticker: VOL.AT
Abschlusstabelle
1. FC RB Salzburg 36 25 6 5 74:24 + 50 81
2. FK Austria Wien 36 20 3 13 72:50 + 22 63
3. SK Sturm Graz 36 19 3 14 55:39 + 16 60
4. Cashpoint SCR Altach 36 15 8 13 46:49 – 3 53
5. SK Rapid Wien 36 12 10 14 52:42 + 10 46
6. FC Admira Wacker Mödling 36 13 7 16 36:55 – 19 46
7. SV Mattersburg 36 12 7 17 39:54 – 15 43
8. Wolfsberger AC 36 11 9 16 40:59 – 19 42
9. SKN St. Pölten 36 9 10 17 41:60 – 19 37
10. SV Ried 36 10 5 21 33:56 – 23 35
Meister und Champions-League-Quali-Teilnehmer: FC RB Salzburg
Europa-League-Quali-Teilnehmer: FK Austria Wien, SK Sturm Graz
Absteiger: SV Ried
Saisonstart 2017/18: 22./23. Juli
36. und letzter Spieltag
FC RB Salzburg – Cashpoint SCR Altach 1:0 (1:0)
Red Bull Arena, 9517 Zuschauer, SR Lechner (W)
SK Rapid Wien – SKN St. Pölten 2:1 (1:1)
Allianz Stadion, 20.200 Zuschauer, SR Jäger (S)
Torfolge: 9. 1:0 Dibon, 22. 1:1 Doumbouya (Foulelfmeter), 56. 2:1 Schösswendter
Gelbe Karten: Dober, Schösswendter bzw. Hartl
SK Rapid Wien (4-2-3-1): Strebinger; Dober (46. Thumwald), Schösswendter, Dibon, Schrammel; Szanto (60. Auer), Malicsek; Traustason (78. Joelinton), Steffen Hofmann, Kuen; Jelic
SKN St. Pölten (4-4-2): Riegler; Stec, Huber, Diallo, Pirvulescu; Ambichl, Martic (76. Brandl), Petrovic, Drazan; Doumbouya, Hartl (76. Luckassen)
Kotrainer bei Rapid ist Martin Bernhard.
Wolfsberger AC – SK Sturm Graz 1:0 (1:0)
Lavantttal-Arena, 6400 Zuschauer, SR Weinberger (NÖ)
Tor: 18. 1:0 Orgill
Gelbe Karten: Hüttenbrenner bzw. Jeggo, Spendlhofer, Zulechner
Gelb-Rote Karte: 83. Atik (Sturm/Reklamieren)
Wolfsberger AC (4-4-2): Alexander Kofler; Standfest, Sollbauer, Hüttenbrenner, Klem; Gerald Nutz (46. Rosenberger), Tschernegg (61. Mario Leitgeb), Offenbacher, Zündel; Ouedraogo (87. Hellqvist), Orgill
SK Sturm Graz (4-4-2): Gratzei; Koch (75. Schmid), Spendlhofer, Schulz, Potzmann; Atik, Jeggo (46. Zulechner), Hierländer, Schmerböck (60. Huspek); Alar, Horvath
Bei Wolfsberg saß Dario Baldauf auf der Ersatzbank, bei Sturm stand Seifedin Chabbi nicht im Aufgebot.
SV Ried – SV Mattersburg 2:3 (0:2)
Keine Sorgen Arena, 6800 Zuschauer, SR Ouschan (V)
Torfolge: 4. 0:1 Perlak, 20. 0:2 Bürger, 53. 1:2 Stefan Nutz, 78. 1:3 Seidl, 83. 2:3 Möschl
Gelbe Karten: Elsneg bzw. Bürger, Seidl, Mahrer
SV Ried (4-2-3-1): Gebauer; Hart (6. Bergmann), Thomas Reifeltshammer, Özdemir, Marcos; Prada, Peter Zulj; Möschl, Stefan Nutz, Elsneg (46. Walch); Ademi (46. Fröschl)
SV Mattersburg (4-2-3-1): Kuster; Farkas, Mahrer, Rath, Novak (69. Maksimenko); Jano, Erhardt; Templ (77. Maierhofer), Perlak (59. Seidl), Röcher; Bürger
Trainer bei Ried sind Lassaad Chabbi und Dieter Alge.
FC Admira Wacker Mödling – FK Austria Wien 1:6 (1:1)
BSFZ Arena, 4600 Zuschauer, SR Schüttengruber (OÖ)
Torfolge: 19. 0:1 Alexander Grünwald, 42. 1:1 Knasmüllner (Foulelfmeter), 62. 1:2 Holzhauser (Foulelfmeter), 71. 1:3 Prokop, 73. 1:4 Tajouri-Shradi, 80. 1:5 Friesenbichler, 89. 1:6 Alexander Grünwald
Gelbe Karten: Knasmüllner, Leitner, Sax, Maier bzw. Tajouri-Shradi
FC Admira Wacker Mödling (4-2-3-1): Leitner; Zwierschitz, Wostry, Maranda (77. Posch), Maier (77. Grozurek); Lackner, Ebner; Sax, Knasmüllner, Schmidt; Monschein
FK Austria Wien (4-2-3-1): Hadzikic; Larsen, Mohammed, Filipovic, Salamon; Holzhauser, Alexander Grünwald; Tajouri-Shradi (88. Gluhakovic), Prokop (80. De Paula), Pires; Friesenbichler (84. Kvasina)
Statistik
Zuschauer, 36. Spieltag: 47.517 Schnitt: 9503
Zuschauer, gesamt: 1.154.157 Schnitt: 6411
Tore, 36. Spieltag: 17 Schnitt: 3,4
Tore, gesamt: 488 Schnitt: 2,7
Gelbe Karten, 36. Spieltag: 20 Gesamt: 617
Gelb-Rote Karten/Rote Karten, 36. Spieltag: 1/0 Gesamt: 23/13
Torschützenliste:
17 Olarenwaju Kayode FK Austria Wien
16 Deni Alar SK Sturm Graz
12 Hee-chan Hwang FC RB Salzburg
11 Takumi Minamino FC RB Salzburg
Alexander Grünwald FK Austria Wien
10 Nikola Dovedan Cashpoint SCR Altach
Dimitri Oberlin Cashpoint SCR Altach/FC RB Salzburg
Christoph Monschein FC Admira Wacker Mödling
8 Jonatan Soriano FC RB Salzburg
Joelinton SK Rapid Wien
Raphael Holzhauser FK Austria Wien
Ismael Tajouri-Shradi FK Austria Wien
Patrick Bürger SV Mattersburg
Christoph Knasmüllner FC Admira Wacker Mödling
7 Nicolas Brice Moumi Ngamaleu Cashpoint SCR Altach