Heroischer Kampf mit bitterem Ende

Sport / 03.09.2017 • 21:46 Uhr
Boris Zivkovic und die Harder Handballer verpassten denkbar knapp die Gruppenphase der Champions League.Prohaska
Boris Zivkovic und die Harder Handballer verpassten denkbar knapp die Gruppenphase der Champions League.Prohaska

Alpla HC Hard unterliegt im finalen Duell gegen Lissabon mit 34:35 nach Verlängerung.

Handball Es soll nicht sein mit dem zweiten Einzug des Alpla HC Hard in die Gruppenphase der Handball-Champions League. Trotz einer bärenstarken Leistung der Roten Teufel vom Bodensee beim Qualifikationsturnier in Presov (Svk) muss man sich so wie 2015 mit dem Ehrenplatz hinter dem Aufsteiger zufriedengeben. Nach der meisterlichen Leistung im Halbfinale mit dem 26:25-Erfolg über Gastgeber Tatran Presov bleibt die Tür zur Königsklasse für das Team von Coach Petr Hrachovec nach einer 34:35-Niederlage im finalen Vergleich gegen den portugischen Meister und Cupsieger Sporting Clue de Porto Lissabon geschlossen.

Gastgeber aus Träumen gerissen

Dass der sechsfache HLA-Champion das Potenzial besitzt, um beim Konzert der besten 28 Klubteams Europas mitzuspielen, haben Kapitän Schmid und C0. in der Auftaktpartie gegen Gastgeber Presov eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Sechs Tage nach dem Triumph im HLA-Supercup mit dem 32:25-Heimsieg gegen Vizemeister und Pokalsieger Fivers wurde der slowakische Serienmeister und Pokalsieger, der in den letzten beiden Jahren jeweils in der Gruppenphase der Champions League dabei war, mit einem 26:25 (13:12) aus den Träumen gerissen. Die taktisch bestens auf den Gegner eingestellte Equipe von Petr Hrachovec ließ das vom kroatischen Olympiasieger Slavko Goluza trainierte Starensemble, in dessen Reihen nicht weniger als zwölf Legionäre standen, nie in Fahrt kommen. Hard dominierte von Beginn an mit klug vorgetragenen Spielzügen das Geschehen, agierte enorm diszipliniert, verlor nie den Faden und sorgte mit dem knappen, aber redlich verdienten Gesamterfolg für eine Schockstarre beim Team und den Fans der mit 90.000 Einwohnern zweitgrößten Stadt der Ostslowakei.

Viel Moral bewiesen

Zu einem Spiegelbild der Partie gegen Presov wurde dann das finale Duell gegen den 18-fachen portugiesischen Titelträger Sporting Clue de Porto Lissabon (mit ÖHB-Teamspieler Janko Bozovic), die in der Vorschlussrunde gegen den finnischen Meister Riihimäki Cocks mit 31:27 die Oberhand behielten.

Von Beginn diktierten die Harder gegen den zweifachen Gewinner des Challenge Cups (2010 und 2017) das Geschehen. Unter der Regie von Spielmacher Gerald Zeiner und des auf Topniveau agierenden Dominik Schmid lag man schnell mit 7:3 (12.) vorne und musste erst mit dem Pausenpifff den Gleichstand (17:17) hinnehmen. Nach dem Seitenwechsel lag der ÖHB-Champion mit 21:18 (37.) vorne, ehe die Portugiesen mit einem 5:0-Lauf auf 23:21 (45.) die Partie drehten.

Doch Hard fightete zurück und stemmte sich erfolgreich gegen die Niederlage. Mit drei verwandelten Siebenmetern drehte Kapitän Schmid in der Schlussphase noch einmal die Partie und erzwang eine Verlängerung. Und hier setzte sich das Paarlaufen fort: Lissabon legte vor und Hard zog nach. Nachdem Lukas Herburger in der Schlussminute der 34:34-Gleichstand gelang, deutete alles auf eine zweite Verlängerung hin. Doch am Ende war es der Kubaner Frankis Carol Marzo, der 36 Sekunden vor dem Abpfiff mit seinem neunten Treffer den 35:34-Endstand fixierte. Auch deshalb, weil die bis dahin ordentlich agierenden kroatischen Schiedsrichter die Attacke beim letzten Wurf an Schmid nicht ahndeten. „Ich muss der Mannschaft trotz der Niederlage ein großes Kompliment machen. Sie hat in beiden Begegnungen eine Leistung abgeliefert, die uns im Vorfeld nur wenige Leute zugetraut haben. Wir haben den österreichischen Handballsport mehr als würdig vertreten. Jetzt gilt es diesen Aufwärtstrend in der Liga bzw. im EHF-Cup zu bestätigen.

Viel Zeit, um die Strapazen des kräftezerrenden Wochenendes zu verdauen, haben die Harder aber nicht. Bereits am Mittwoch (19.30 Uhr) wartet zum HLA-Auftakt in der eigenen Halle der Vergleich mit Aufsteiger HSG Graz.

„Am Ende haben ganz wenige Nuancen die Partie zugunsten von Lissabon entschieden.“

Handball

Champions-League Qualifikationsturnier in Presov (SVK)

Finale

Sporting CP Lissabon (POR) –
Alpla HC Hard  35:34 n. V. (29:29, 17:17)

Tatran Handball Arena, SR Jurinovic/Mrvica (CRO)

Zweiminutenstrafen: 5 bzw. 2; Rote Karte: 36. Araujo

Torfolge: 3. 1:3, 12. 3:7, 17. 7:8, 25. 12:12, 28. 14:16, 37. 18:21, 43. 22:21, 50. 26:23, 53. 27:26, 55. 29:27, 63. 31:29, 65. 32:31, 69. 34:34

Sporting Clube de Portugal Lissabon: Asanin, Gaspar; Veitia Valdez, Portela (4), Kopca, Bjelanovic, Pedroso (5), Ruesga Pasarin (5), Carol Marzo (9), Rocha (7), Carneiro, Tavares, Araujo, Nikcevic (2), Bozovic, Borges (3)

Alpla HC Hard: Hurich, Doknic (1); Schmid (10), Raschle, Zivkovic (1), Wüstner, Schiller, Arnaudovski, Tanaskovic (7), Schwärzler, Knauth (1), Dicker, Herburger (3), Weber (2), Zeiner (7), Surac (2)

Spiel um Platz drei

Riihimäki Cocks (FIN) –
Tatran Presov (SVK) 27:30 (10:15)

Halbfinale

Tatran Presov (SVK) –
Alpla HC Hard 25:26 (12:13)

Tatran Handball Arena, SR Herczeg/Südi (HUN)

Zweiminutenstrafen: 1 bzw 4

Tatran Presov: Cvitkovic, Chupryna; Rabek, Sarpataky, Butoroc (7), Hrstka (3), Krok (4), Babic (4), Urban (1), Pekar, Cip (2), Peskov (3), Vucko, Jankovic (1), Kasal, Tsaraphin

Alpla HC Hard: Hurich, Doknic; Schmid (7), Raschle, Zivkovic (2), Wüstner, Schiller, Arnaudovski, Tanaskovic (5), Schwärzler, Knauth (1), Dicker (2), Herburger (3), Weber (1), Zeiner (4), Surac (1)

Sporting CP Lissabon (POR) –
Riihimäki Cocks (FIN) 31:27 (18:14)

Lissabon kommt als Sieger in der Gruppenphase (13. 9. und 4. 3.) und trifft dort auf HC Metalurg Skopje (MKD), HC Motor Zaporozhye (UKR), Montpellier HB (FRA), Besiktas Istanbul (TUR) und Chekhovskie Medvedi (RUS).

Der Alpla HC Hard und Presov wechseln in die 3. EHF-Cup-Runde (18./19. bzw. 25./26. 11.). Die Sieger der dritten Runde kommen in die Gruppenphase (10. 2. bis 1. 4.).

Riihimäki Cocks wechselt als Vierter in der 2. EHF-Cup-Runde (7./8. bzw. 14./15. 10.) und trifft dort auf Achilles Bocholt (BEL).