Meister Klaus in der Rolle des Jägers

In der Ringer-Bundesliga wurden die Kräfte zu einer Zwölferliga gebündelt.
Schwarzach Seit 1974 wird im Österreichischen Ringsportverband (ÖRSV) der Mannschaftsmeister in Form einer Bundesliga ermittelt. Über viele Jahre dominierte der AC Wals das Geschehen nach Belieben und sicherte sich im 21. Jahrhundert mit einer Ausnahme, als 2005 der AC Hörbranz die Titelserie durchbrechen konnte, die nationale Krone. Doch am 3. Dezember 2016 wurden die erfolgsverwöhnten Salzburger vom KSK Klaus „entzaubert“. Unglaubliche 9135 Tage nach dem 30. November 1991, als die Ringer aus der Winzergemeinde letztmals auf dem Thron der Bundesliga standen, holten sich die Mattensportler aus der 3300-Einwohner-Gemeinde im Jahr ihres 80-jährigen Vereinsjubiläums mit einem Gesamtpunktstand von 61:54 die neunte Goldene in der Bundesliga bzw. den zwölften nationalen Mannschaftsmeistertitel.
Kampfansage von Wals
Trotz dieses Coups sieht sich KSK-Klaus-Sportchef Bernd Ritter in der am Samstag beginnenden Saison keinesfalls in der Favoritenrolle und erinnert sich an die von Wals-Sportdirektor Max Außerleitner nach dem Finale getätigte Kampfansage: „Für einmal habt ihr das bessere Ende gehabt. Doch 2017 holen wir uns den Titel zurück!“
Die Zusammenlegung der 1. und 2. Bundesliga zu einer Zwölferliga und die regionale Teilung in der Vorrunde in vier Dreiergruppen nach geografischen Gesichtspunkten sorgt dafür, dass die Top-4-Teams der letzten Saison (Anm. Klaus, Wals, Inzing und Götzis) frühestens im Play-off-Durchgang ab 14. Oktober aufeinandertreffen können. Voraussetzung dafür ist, das alle vier Staffeln ihre Vorrundengruppe auf Rang eins beenden.
Aufgrund der personellen Veränderungen im Kader sieht Ritter sein Team ganz klar in der Außenseiterrolle: „Natürlich sind die Erlebnisse des Titelgewinns noch präsent. Allerdings sind einige Ringer bei uns in höhere Gewichtsklassen aufgestiegen. Bedingt durch die Ausländerregelung, dass wir als Meister nur einen Legionär einsetzen dürfen und alle anderen Topteams mehr, sehe ich uns so wie in der Vergangenheit als Jäger und nicht als Gejagte. Für mich ist Wals nicht zuletzt aufgrund der finanziellen Möglichkeiten und der wesentlich höheren Anzahl an Topringern der erklärte Titelfavorit. Ich denke nicht, dass sie sich noch einmal düpieren lassen. Unser Ziel ist der Finaleinzug und in diesem Vorhaben sehe ich Götzis und Inzing als härteste Konkurrenten“, so Ritter.

Ringen
Ehrentafel der österreichischen Bundesliga seit 1975
Verein G S B Ges.
AC Wals 30 9 3 42
KSK Klaus 9 15 13 37
KSV Götzis 2 18 17 37
AC Hörbranz 1 – 4 5
RSC Inzing – – 2 2
KG Eisenstadt/Mörbisch – – 2 2
KG Nettingsdorf/Mörbisch – – 1 1
ASKÖ Leonding – – 1 1
Erklärung: Von 1952 bis 1974 wurde der Mannschaftsmeister in einem Mannschaftsturnier ermittelt. In dieser Phase holte Wals 20 Mal und der KSK Klaus drei Mal (1961, 1963 und 1964) den Titel.
Einteilung Vorrunde Bundesliga 2017
Gruppe West: KSV Götzis, KSK Klaus Juniors und AC Hörbranz
Gruppe Nord: KSK Klaus, AC Vollkraft Innsbruck, URC Wolfurt
Gruppe Süd: RSC Inzing, KG Hötting/Hatting, AC Wals Juniors
Gruppe Ost: AC Wals, KSV Söding, KG Wien/Burgenland