Was kommt nach Hirscher?
So eindrücklich und fast außerirdisch die Leistungen von Hirscher schon die ganze Saison hindurch sind, so stellt sich mir langsam doch die Frage: Was kommt nach Hirscher?
Schon vor den Spielen wurde darüber gemunkelt, was wohl passieren wird, wenn er die Riesentorlauf-Goldene nicht holt. Ist seine unglaubliche Karriere dann weniger wert als etwa jene von Hermann Maier?
Nun hat er schon zwei Goldene. Und eine dritte am Donnerstag ist für ihn in dieser Form sogar wahrscheinlicher als Silber oder Bronze.
Somit ist er der Größte, den es je gegeben hat. Meine aufrichtige Hochachtung, ich verbeuge mich so tief es mir noch möglich ist.
Wo aber bitte sind seine Nachfolger in den technischen Disziplinen, wenn Hirscher, nach hoffentlich noch ein oder zwei Jahren, seine Karriere beenden wird? Wer füllt die riesige Lücke?
Außer Feller ist weit und breit niemand in Sicht. Wo sind um Himmelswillen die besten österreichischen Skiläufer, die schon jahrelang Tag für Tag trainieren? Wo jene, die monatelang am Gletscher mit einer Armada von Betreuern arbeiten. Jedes Jahr wird ein Vermögen ausgegeben, um im Sommer in Neuseeland oder Chile beste Trainingsmöglichkeiten zu haben. Weshalb machen die das eigentlich? Die lauwarmen Ergebnisse in der laufenden Saison wären ohne Training wahrscheinlich auch möglich.
Ich kann darauf keine Antwort geben. Die Trainer und Betreuer wahrscheinlich genauso wenig.
Meine Empfehlung wäre, dass das Team Hirscher als Trainer engagiert oder zumindest als engen Berater. Allein schon deshalb, damit nicht eine andere Nation auf dieselbe Idee kommt.
„Die lauwarmen Ergebnisse in der laufenden Saison wären ohne Training wahrscheinlich auch möglich.“
Marc Girardelli
sport@vn.at
Marc Girardelli zählt mit fünf Gesamt-Weltcupsiegen zu den erfolgreichsten alpinen Rennläufern im Skizirkus.
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