„Ein Titel ist immer die Arbeit des gesamten Teams“

19.02.2018 • 22:02 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Das Ziel fest vor Augen. Adi Hütter, Vorarlbergs Trainer des Jahres 2017, marschiert mit YB Bern dem Meistertitel-Gewinn entgegen.GEPA
Das Ziel fest vor Augen. Adi Hütter, Vorarlbergs Trainer des Jahres 2017, marschiert mit YB Bern dem Meistertitel-Gewinn entgegen.GEPA

Hütter ist Trainer des Jahres und mit YB auf Meisterkurs.

Bregenz Er geht voran, doch er stellt sich nicht in den Mittelpunkt. Erfolg, so sagt Adi, ist ein Gesamtprodukt. Deshalb gibt es von Vorarlbergs Trainer des Jahres 2017 viel Lob für seinen gesamten Betreuerstab, verbunden mit großen Komplimenten an seine Mannschaft. Dabei ist seine Bilanz als Coach eine Erfolgsgeschichte. Von inzwischen 383 Spielen in seinen nunmehr zehn Jahren auf der Betreuerbank hat er 211 mit einem Sieg beendet.

Vor dem Rückrundenstart haben Sie mit den Worten „Wir wollen Meister werden“ eine klare Devise ausgegeben, mit Ihrer Aussage aber auch einigermaßen überrascht. Ist dies der Ausdruck eines neuen Selbstverständnisses bei YB?

Hütter Nein, aber wir sind überzeugt und glauben daran, dass wir Meister werden können. Wir sind bisher in 18 von 21 Runden auf Platz eins gestanden und wollen natürlich auch am Saisonende Erster sein.

Drei der vier Ligaspiele im Februar sind Heimpartien. Hinzu kommt das Cup-Halbfinale im Heimstadion am 27. Februar. Ein wichtiger Monat also im Hinblick auf das Saisonziel?

Hütter Absolut. Wir sind gut in die zweite Saisonhälfte gestartet mit den überzeugenden Siegen gegen St. Gallen, Lausanne und im Derby gegen Thun. Der Februar ist natürlich sehr wichtig mit attraktiven Heimspielen und dem großen Highlight, dem Cup-Halbfinale zu Hause gegen Basel.

Was wird im Titelduell YB vs. Basel den Ausschlag geben?

Hütter Wer weniger Fehler begeht, wird Meister. Auch die beiden direkten Aufeinandertreffen könnten entscheidend sein. Mit YB und Basel sorgen zwei starke Teams für Spannung an der Spitze. Das ist sehr gut für die Liga.

Immer wieder wurde der „ruhige Transferwinter“ in Bern thematisiert, aber auch von einer guten Stimmung während der Vorbereitung gesprochen. Was war Ihnen wichtig in den Wochen der Vorbereitung, worauf haben Sie bewusst ihr Augenmerk gelegt.

Hütter Sportchef Christoph Spycher hat schon früh mit den Spielern und deren Beratern die Fronten geklärt, ihnen unseren Weg aufgezeigt und gesagt, dass alle bis mindestens zum Saisonende bleiben sollen. Und ich als Trainer konnte in der Vorbereitung mit der Mannschaft sowohl defensiv als auch offensiv taktische Feinheiten optimieren und intensiv an unserer Spielphilosophie arbeiten. Das war im Herbst noch anders gewesen, da hatten wir mit der Europa League praktisch nur englische Wochen und kaum Zeit dafür.

Wie sind Sie mit der Entwicklung von Moumi Ngamaleu, der ja von Altach nach Bern gewechselt ist, zufrieden?

Hütter Ich bin mit seiner Entwicklung sehr zufrieden. Er benötigte ein bisschen Anlaufzeit, aber das ist völlig normal. Nun kommt er immer besser in Schwung und hat zuletzt in Lausanne auch ein Tor erzielt. Aber natürlich ist die Konkurrenz auf seiner Position sehr groß.

Welche Bedeutung haben Auszeichnungen wie „Trainer des Jahres“ für Sie?

Hütter Sie bedeutet mir sehr viel. Es ist eine Auszeichnung für die Arbeit während eines ganzen Jahres. Aber natürlich verdankt man so einen Titel dem ganzen Trainerstab und der Mannschaft.

Nach dem 4:1-Auswärtssieg in Lausanne haben die YB-Fans Ihnen nach dem Abpfiff ein Geburtstagsständchen gesungen. Auch für Sie eine neue Erfahrung?

Hütter Ja, sehr! Ich habe so etwas noch nicht erlebt. Das ist mir tief unter die Haut gegangen und hat mich wahnsinnig gefreut.

Zur Person

Adi Hütter

Mit drei Vereinen Trainer des Jahres in Vorarlberg, insgesamt fünf Mal und zum zweiten Mal in Folge.

Geboren 11. Februar 1970

Laufbahn als Trainer RB Salzburg Juniors, Cashpoint SCR Altach, SV Grödig, FC RB Salzburg, BSC Young Boys (Vertrag bis Juni 2019)

Familie verheiratet mit Sabine, eine Tochter (Celina)