Werner Grabherr: „Für den Kopf von Bedeutung“

Sport / 28.02.2019 • 06:00 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Werner Grabherr war in Wolfsberg durchaus zufrieden. gepa
Werner Grabherr war in Wolfsberg durchaus zufrieden. gepa

Altach-Trainer Werner Grabherr sieht im bevorstehenden Heimspiel große Chance.

Altach Vieles schon richtig gut umgesetzt, doch nach dem 0:0 in Wolfsberg zählt für den Cashpoint SCR Altach im Duell der Kellerkinder gegen die Admira nur ein Sieg. Gut deshalb, dass Trainer Werner Grabherr trotzdem noch Luft nach oben sieht.

Welche Bedeutung messen Sie dem Remis (0:0) zum Auftakt gegen Wolfsberg bei?


Grabherr Im Endeffekt eine sehr große. Im Vorfeld ist ja sehr viel über Dinge gesprochen worden, in die kaum einer wirklich Einblick hatte. Klar, die Ergebnisse in der Vorbereitung waren durchwachsen, aber von uns wurden sie sauber eingeordnet. Die Leistung und das Ergebnis zum Auftakt haben uns in vielerlei Hinsicht dann recht gegeben. Mit dem Punkt am Ende konnten wir zufrieden sein. Um glücklich zu sein, hätte es den Elfmeterpfiff geben müssen. Wichtig ist für mich, dass wir mit Leistung überzeugt haben und darauf aufbauen können. Mit der Admira kommt für uns nun ein direkter Gegner, gegen den wir das bestätigen wollen.

Die Tabellenkonstellation verspricht bis Saisonende „Endspiele“. Wie wichtig ist da das Spiel gegen die Admira (Samstag, 17 Uhr)?


Grabherr Das Spiel bekommt vor allem für den Kopf eine riesige Bedeutung. Wenn wir gegen die Admira gewinnen, wäre es nochmals ein wichtiges Zeichen. Es ist auch unser Ziel, noch einmal ein klares Statement zu setzen und so auch den Punkt beim WAC zu bestätigen. Zum einen wären wir dann ungeschlagen, könnten wieder zu Hause reüssieren und in den restlichen beiden Spielen des Grunddurchgangs doch mehr Risiko gehen, weil es ja für uns um Bonuspunkte geht. Fakt ist aber, dass die richtig wichtigen Spielen für uns dann im Play-off warten.

Defensiv hat im in Wolfsberg schon vieles gut geklappt, braucht es jetzt am Samstag gegen die Admira mehr Mut nach vorne?

Grabherr Ich sehe die Herausforderung für uns so, dass wir unser Spiel durchziehen. Das muss auch im Frühjahr dann so bleiben. Wir dürfen uns nicht locken lassen, uns nicht von den Zuschauern nervös machen lassen, wenn es einmal nicht so rennt. Das haben wir in Wolfsberg schon recht gut gemacht, auch in der Phase, als wir tiefer standen. Gegen Ende haben wir dann wieder höher attackiert, was auch eine Bestätigung für den guten körperlichen Zustand ist. Auch die Zahlen, wie die Balleroberungen in der eigenen und gegnerischen Hälfte belegen dies. Diese Balance werden wir auch am Wochenende finden müssen. Den Fehler, mehr Spieler in den Angriff zu bringen, dürfen wir am Samstag nicht machen. Dieses Thema hatten wir in den Heimspielen vom Herbst, als wir gemeint haben, den Gegner im Positionsspiel beherrschen zu müssen. Am Ende sind wir an uns selbst gescheitert. Deshalb ist die Ruhe und die Geduld sehr wichtig, aber auch das Wissen, wie und wo wir dem Gegner Schmerzen bereiten können.

In Wolfsberg fiel auf, dass Karic und Lienhart auf ihren Außenpositionen oft höher standen und so Druck ausübten?

Grabherr Das ist auf ihren Positionen auch erforderlich. Wir haben das in der Vorbereitungsphase sehr stark trainiert. Auf der einen Seite das hohe Anlaufen mit den Angreifern, andererseits das Verteidigen mit den Außenverteidigern. Das war am Samstag schon richtig rund. Man hat gesehen, dass sich die Spieler richtig wohl fühlten und auch Lösungen kreierten.

Wie beurteilen Sie das Debüt von Mergim Berisha?

Grabherr Grundsätzlich sehr positiv. Er hat viele Bälle gehalten, hat für sehr viel Unruhe gesorgt. Dank seiner verschiedenen Laufwege konnte sich der Gegner nur schwer auf ihn einstellen. Am Ende kann er den Freistoß, den er für sich beansprucht, besser machen. Aber er war präsent, er war aktiv und er hat vor allem eines: Er hat für die Mannschaft gearbeitet. Das ist ihm hoch anzurechnen.

Apropos Mannschaft. Wie wichtig war die Rückkehr von Philipp Netzer?


Grabherr Sehr wichtig. Er ist nicht nur die Stabilität in der Abwehr, er ist auch unser Kapitän. Er ist also in der Mannschaft das Sprachrohr und der Spieler, der die Verantwortung trägt. Mit seiner Kopfballstärke bringt er sowohl defensiv als auch offensiv eine Riesenqualität mit. Noch vor dem Spiel haben wir gescherzt und gesagt: Jetzt hast du dich sechs Monate auf den WAC vorbereitet. Schau, dass es gut geht.

Allerdings spielte er nicht als zentrler Abwehrchef, sondern links in der Dreierkette?

Grabherr Wir wollten einfach einen Linksfuß auf der Position und mit Benedikt Zech haben wir einen schnellen Spieler für mögliche Eins-zu-Eins-Duelle gehabt.

Sie waren jetzt drei Tage beim UEFA-Pro-Lizenzkurs in Schielleiten. War wartet Sie zuhause hinsichtlich Personal?

Grabherr Eigentlich unverändert, Mwila ist voll im Training und hat bei den Amateuren im Test getroffen. Gatt und Dobras, die zuletzt nicht im Kader waren, trainieren ebenfalls und Anderson hat mit dem Balltraining begonnen. Somit sind es Mahop, Aigner und Müller, bei dem es sich gegen die Admira nicht ausgeht, ein Trio das nicht dabei sind.

An der Personaldecke also kann es nicht scheitern?


Grabherr Richtig. Das soll im Frühjahr unser Riesenvorteil werden, wenn wir auf den jeweiligen Gegner unsere bestmögliche Konstellation zusammenstellen können. Das braucht natürlich fitte, willige Spieler. In Wolfsberg waren wir laufstark, giftig, haben keine gelbe Karte gebraucht um zu verteidigen, haben also sehr intelligent verteidigt. Das zu sehen macht Spaß.