Dieter Alge über das Unentschieden von Altach gegen Rapid: „Kein Umfaller“

Sport / 22.04.2019 • 16:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

VN-Fußballexperte Dieter Alge analysiert das Spiel von Altacher gegen Rapid vom Samstag, das mit 2:2 endete.

Spätestens mit Samstag haben alle Altacher das Zitat („Der Ball ist rund und das Spiel dauert 90 Minuten“) des ehemaligen deutschen Bundestrainer Sepp Herberger im Ohr. Denn Rapid crashte mit seinen zwei späten Gegentreffern die Partystimmung in der Cashpoint Arena und raubte den Rheindörflern den schon sicher in der Tasche geglaubten Sieg.
Das Remis am Ende war nicht ganz unverdient, gehörten die ersten 45 Minuten doch dem Gegner aus Wien. Rapid kontrollierte das Spiel im allzeit praktizierten 4-2-3-1-System. Altach begann wie zuletzt in einem 4-4-1-1, stand kompakt und lauerte auf Konter. Aber man fand kaum Zugriff auf das Aufbauspiel der Grün-Weißen. Vor allem die beweglichen Mittelfeldspieler Thomas Murg und Christoph Knasmüllner sorgten mit ihrem ständig wechselnden Positionsspiel für Unordnung in der Altacher Defensive. Nach einer Viertelstunde reagierte Altach-Coach Alex Pastoor und stellte auf ein 4-1-4-1-System um. Er beorderte Jan Zwischenbrugger auf die Sechser-Position, Angreifer Christian Gebauer wechselte auf die Außenbahn. Diese Maßnahme brachte Netzer und Co. mehr Stabilität, in der Offensive allerdings vermochten die Altacher nur wenige Akzente zu setzen. Auch die verletzungsbedingte Auswechslung von Rechtsverteidiger Andreas Lienhart hatte keine große Auswirkung auf den weiteren Spielverlauf. Simon Piesinger übernahm die Position von Samuel Gouet im Mittelfeld, der Kameruner den Part von Lienhart.

Unkonzentriertheit?

Nach Seitenwechsel erhöhte Rapid den Druck und Altach hatte bei einem Kopfball an die Stange durch Maximilian Hofmann großes Glück. Effizienter waren da die Hausherren, die inmitten der Hütteldorfer Drangperiode zuschlugen und durch Mergim Berisha in Führung gingen. Rapid-Coach Didi Kühbauer reagierte kurz darauf mit einem Doppeltausch und stellte auf ein 4-4-2-System um. Die Gäste agierten fortan mit einer Doppelspitze. Obwohl die Wiener weiterhin mehr Ballbesitz hatten, waren es die Hausherren, die nach einem toll heraus gespielten Konter durch Marco Meilinger auf 2:0 erhöhten. Die Partie schien entschieden.
Warum kassierte Altach dann noch zwei Gegentore? Es war nicht die mangelnde Konzentration, sondern es lag vielmehr an einzelnen Positionen. Stürmer Berisha etwa, der ein absoluter Gewinn für die Mannschaft ist, konnte in der Schlussphase kaum mehr Bälle sichern. Zudem bekam Altachs Defensive Rapid’s Murg in den letzten Minuten nicht mehr richtig in den Griff. Trotz kurzer Enttäuschung darüber, wichtig ist: Altach bleibt in der Qualifikationsrunde ungeschlagen und brachte ein starkes Rapid an den Rand einer Niederlage. Aus meiner Sicht war das Ergebnis gerecht und absolut kein „Umfaller“ für die Rheindörfler.