Neue Spieler, altes System

Sport / 23.07.2019 • 13:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Am 18. Juni hat für die Kicker des Cashpoint SCR Altach die Vorbereitung auf die neue Saison begonnen. Im Kader der Rheindörfler kam es zu einem großen Umbruch, elf Spieler haben den Verein verlassen, neun neue Akteure streifen in der kommenden Bundesliga-Meisterschaft das Trikot der Altacher über. Zwar gab es in fünf Testspielen nur einen Sieg gegen den FC Dornbirn (2:0), dennoch lassen die Auftritte gegen den FC Luzern (0:0), West Ham (2:3) und Southampton (1:1) viele positive Rückschlüsse zu. Die Mannschaft hat ein klares Spielsystem, die Neuzugänge haben sich schnell integriert und die Stimmung im Verein wirkt sehr euphorisch.

Klare Grundordnung

Cheftrainer Alex Pastoor hat gegenüber der Vorsaison keine großartigen Veränderungen in der Grundordnung vorgenommen. Sein Team agiert zumeist in einem 4-4-2, 4-4-1-1 bzw. 4-2-3-1-System. Der Holländer fordert viel Ballbesitz und hat klare Vorstellungen von seinen Spielern, auf welchen Positionen sie sich auf dem Platz bewegen sollen. Im Spiel gegen den Ball wird in der Defensive auf ein 4-2-3-1 umgeschaltet. Das garantiert eine gute Kompaktheit, da das Zentrum durch die beiden „Sechser“ zusätzlich verstärkt wird. Die Außenspieler lassen sich eine Zone nach hinten fallen und bilden so eine Dreier-Linie mit der „Zehn“. In Ballbesitz stehen die beiden Außenverteidiger breit und hoch. Der „Sechser“ kippt nach hinten ab, der „Achter“ dementsprechend nach vorne. Dieses Wechselspiel klappte vor allem zwischen Altachs-Neuzugang Ousmane Diakite und Samuel Oum-Gouet sehr gut. Dadurch ergibt sich in der Offensive in Ballbesitz ein 2-3-2-3-System. Manfred Fischer hat sich für mich zum neuen Spielgestalter entwickelt. Der 23-Jährige sorgt mit seiner Art Fußball zu spielen für viel Flexibilität. Auch Spieler wie Christian Gebauer, Mergim Berisha, Florian Jamnig oder Marco Meilinger sind für die Gegner schwer ausrechenbar.
Kritisch betrachtet sah man gegen West Ham und Southampton auch Defizite im Altacher Mannschaftsverbund. Noch fehlt im Angriff die endgültige Durchschlagskraft. Trotz vieler herausgespielten Möglichkeiten fehlt die Effizienz. Ein richtiger Goalgetter würde dem Altacher Sturm noch guttun. Auch bei Standardsituationen lässt die Defensive den Gegnern noch zu viel Raum bzw. Möglichkeiten zum Abschluss. Vorsicht ist in der Vierer-Abwehrkette geboten. Bei langen Bällen aus dem Mittelfeld hat oftmals die Absicherung nach hinten gefehlt bzw. wurde im Mittelfeld zu wenig Druck auf den Gegner ausgeübt. Hier sollte noch an der Abstimmung gefeilt werden.
Mein Fazit: Altach ist für die Meisterschaft gerüstet und hat mit Ousmane Diakite einen sehr interessanten Spieler verpflichtet. Ich denke, das Team befindet sich auf einer guten Entwicklungsstufe und wird den Fans viel Freude bereiten.