Die „Bank“ feiert den Hunderter

Sport / 03.08.2019 • 12:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Er fliegt bei Heimspielen ab sofort in den Landesfarben des Trainers: Martin Kobras und sein oranges Trikot. GEPA

Altach-Torhüter Martin Kobras wartet vor dem Spiel gegen WSG Tirol mit imposanten Zahlen auf.

Altach Der feiert mit Eintracht Frankfurt Erfolge, der andere ist Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft. Die Rede ist von Adi Hütter und Franco Foda. Zwei Trainer, die maßgeblich die Karriere von SCRA-Torhüter Martin Kobras mitgestaltet haben. Beide haben dem inzwischen 33-jährigen Schlussmann zum Debüt verholfen, in der Bundesliga bzw. in der ehemaligen Erste Liga. Debütierte er einst für den SK Sturm in der höchsten österreichischen Liga (gegen Salzburg), so ist er für seinen Klub Cashpoint SCR Altach inzwischen eine „Bank“. Nicht, dass Martin Kobras die Härte der Ersatzbank nicht kennen würde, vielmehr ist der hart arbeitende Torhüter ein Sicherheitsgarant für den heimischen Klub. Unvergesslich seine 173 Spiele in Folge in der Erste Liga. Jetzt steht „Kobi“, wie er von seinen Fans liebevoll genannt wird, vor einem doppelten Jubiläum: Gegen Aufsteiger WSG Tirol, heute ab 17 Uhr, hütet er zum 300. Mal das SCRA-Tor und feiert seinen 100. Bundesligaeinsatz für die Rheindörfler. Sein Wunsch: „Zu Null zu gewinnen, das wäre schon optimal.“

„Ich hoffe auf ein volles Stadion. Dann zu Null zu gewinnen, das wäre schon optimal“

Martin Kobras, Torhüter Cashpoint SCR Altach


Ein Satz wie eine Aufforderung an seine Teamkollegen. Gerade in der Defensivarbeit hatten sie ihren Keeper im Auftaktspiel ein bisschen im Regen stehen lassen. Aber auch einen Appell an die Fans schickt der Jubilar noch los: „Ich hoffe auf ein volles Stadion. Die Fans sollen kommen und die Atmosphäre in der Arena genießen.“ Er geht dabei mit gutem Beispiel voran. Immerhin fühlt er sich „wie ein 20-Jähriger“ (schmunzelt) und damit seine körperliche Fitness. Diesbezüglich spricht er vor allem die Blockaden im Rückenbereich, die ihm zeitweise Schmerzen bereiteten. Zusammen mit Netzer steht Kobras für den Aufstieg des Vereins, der in zwei Europa-League-Teilnahmen gipfelte.

Harte Probe

Das tägliche Brot in der Liga aber ist ein hartes geworden. Deshalb wird auch dem Bundesliga-Neuling aus dem Tirol der nötige Respekt entgegen. Zumal im Lager der Wattener nach dem Auftaktsieg gegen die Austria alles eitel Wonne ist. „Mit der Leichtigkeit des Seins, die wir derzeit versprügen, können wir auch in Altach etwas holen“, lässt sich sogar WSG-Trainer Thomas Silberberger von der positiven Stimmung anstecken.


In Altach aber haben sie ihre Lektion gelernt. An einen Auftritt wie gegen den LASK glaubt keiner mehr. Die Vorfreude auf die Heimpremiere der Saison soll sich dieses Mal in höchster Konzentration und Aggressivität niederschlagen. Der in Orange, in den Landesfarben seines Trainers, spielende Kobras steht eben für diese Attribute. Und so sollte sein Wunsch, ohne Gegentore, als Befehl verstanden werden. Dann nämlich würde er sein 110. Spiel im SCRA-Dress zu Null beenden – ein ebenfalls nicht alltägliches Jubiläum.