Hütter-Elf mit Lehrstunde für Vaduz

08.08.2019 • 21:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schon nach wenigen Sekunden vergab Martin Hinteregger eine Kopfballchance gegen Torhüter Benjamin Büchel.zanghellini
Schon nach wenigen Sekunden vergab Martin Hinteregger eine Kopfballchance gegen Torhüter Benjamin Büchel.zanghellini

Eintracht Frankfurt gewinnt Europacup-Hinspiel in Liechtenstein ganz klar mit 5:0.

Markus Krautberger

Vaduz „Hurra, Hurra, die Frankfurter sind da“, schallte es zu Beginn des Spiels aus den Kehlen von rund 3000 mitgereisten Fans aus Frankfurt im Rheinparkstadion von Vaduz. Und dass die Elf von Cheftrainer Adi Hütter tatsächlich von der ersten Sekunde an voll konzentriert am Platz stand und zu Werke ging, verspürte vor allem Vaduz-Tormann Benjamin Büchel am eigenen Leib. Bei einem Kopfball von ÖFB-Legionär Martin Hinteregger nach exakt 43 Sekunden konnte Büchel nur staunend zusehen, wie der Ball haarscharf am Eck vorbeiflog. Wenige Minuten später leistete sich der Goalie nach einem Weitschuss von Filip Kostic (10.) einen schweren Patzer, der seine Mannschaft mit 0:1 in Rückstand brachte. In dieser Phase des Spiels hatte die Elf von Vaduz-Coach Mario Frick, der mit Boris Prokopic, Pius Dorn und Manuel Sutter drei Spieler mit Ländle-Bezug aufs Spielfeld schickte, viel Mühe, ins Match zu finden. Immer wieder blieb man im Mittelfeld nur zweiter Sieger und verhalf so dem Gegner zu schnellen Konterattacken.

Eintracht eine Nummer zu groß

Eine dieser Möglichkeiten nutzte erneut Kostic (27.) aus. Nach Ballverlust von Vaduz-Mittelfeldspieler Sandro Wieser schaltete der Japaner Daichi Kamada am schnellsten und setzte den serbischen Außenbahnspieler perfekt in Szene. Beim Abschluss hatte der Frankfurter dennoch Glück, weil der Vaduzer Schlussmann erneut patzte und das kurze Eck offen ließ. Beim 0:3 (40.) war Büchel aber machtlos. Nach einem Eckball herrschte im Sechzehner ein Durcheinander, das Frankfurts Neuzugang Dominik Kohr eiskalt ausnutzte. Dem Team aus Liechtenstein konnte man trotz des klaren Rückstands nicht viel vorwerfen. Es wurde gerackert und gekämpft, phasenweise versuchte man sein Heil in der Offensive zu finden. Doch zu Torchancen kamen die Hausherren nicht.

Damit waren bereits nach 45 Minuten die Weichen für Hütters ersten Sieg im Rheinparkstadion gestellt. In vier Spielen mit YB Bern beim FC Vaduz konnte der Altacher nur drei Remis holen, zu einem Sieg reichte es nie.

Professioneller Auftritt

Im zweiten Durchgang war dann der Unterschied zwischen dem deutschen Bundesligisten und dem Challenge-League-Klub deutlich zu erkennen. Goncalo Paciencia (53.) nach Ecke und Mijat Gacinovic (63.) nach herrlicher Vorarbeit von Danny Dacosta stellten innerhalb von zehn Minuten auf 5:0 aus der Sicht der Hessen. Am Ende durften sich die 5908 Zuseher im ausverkauften Rheinparkstadion über ein absolutes Fußballfest freuen. Die Elf von Hütter, bei der auch noch Vizeweltmeister Ante Rebic eingewechselt wurde und die Latte traf (90.), lieferte eine hochprofessionelle Arbeit ab, zeigte niemals auch nur eine Spur von Überheblichkeit. Dadurch hatte der FC Vaduz nie den Hauch einer Chance, steckte dennoch nicht auf und konnte das Spielfeld mit hoch erhobenem Haupt verlassen. „Frankfurt hat das Spiel von der ersten Minute an sehr ernst genommen und uns unsere Grenzen aufgezeigt“, bilanzierte Vaduz-Coach Frick nach dem Match. Hütter freute die Einstellung seiner Mannschaft: „Wir haben im Vorfeld davon gesprochen, Vaduz nicht zu unterschätzen. Das hat sich meine Mannschaft zu Herzen genommen und so eine tadellose Partie abgeliefert. Und endlich konnte ich ein Match hier gewinnen.“

Die Eintracht kann mit diesem Ergebnis bereits für die nächste Runde planen, dort wartet voraussichtlich Racing Straßburg, das bei Lokomotive Plowdiw 1:0 siegte.

„Sehr, sehr konzentrierter, souveräner Auftritt. Der Sieg war in der Höhe auch verdient.“

Schon nach wenigen Sekunden vergab Martin Hinteregger eine Kopfballchance gegen Torhüter Benjamin Büchel.zanghellini
Schon nach wenigen Sekunden vergab Martin Hinteregger eine Kopfballchance gegen Torhüter Benjamin Büchel.zanghellini