Rollhockey: Die Ansprüche sind gestiegen

Sport / 11.09.2019 • 10:45 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Das historische erste Ländle-Rollhockeyderby in der Schweizer Nati A steigt am 26. Oktober ab 18 Uhr in der Hockeyarena an der Ach in Wolfurt. Das zweite Prestigeduell wird am 25. Jänner 2020 um 18 Uhr in der Dornbirner Stadthalle angepfiffen. VN/STIPLOVSEK

Dornbirner und Wolfurter Rollhockeycracks erstmals Seite an Seite in Schweizer Nati A auf Punktejagd.

Dornbirn, Wolfurt Das Image des Hinterhofsports, bei dem man mit Rollschuhen und Eishockeyschlägern zwischen den als seitliche Begrenzung dienenden Eisenbahnschwellen dem Ball nachjagte, haben Vorarlbergs Topklubs in Sachen Rollhockeysport längst abgelegt. Sowohl ÖRSV-Rekordmeister RHC Dornbirn (15 Titel) als auch der regierende nationale Champion Raiffeisen RHC Wolfurt (6 Titel) haben sich in den letzten Jahren auf europäischer Ebene viel Respekt verschafft und einen guten Namen gemacht. Bei der in zehn Tagen beginnenden Schweizer Meisterschaft wird das nächste Kaiptel in der Erfolgsgeschichte geschrieben. Erstmals werden beiden Vorarlberger Mannschaften in der höchsten Leistungsstufe der Schweiz um Punkte, Tore und den Titel mitmischen.

Zwei Mal am Podest angeklopft

Für den RHC Dornbirn ist es bereits die vierte Nati-A-Saison. Nach dem Auf- und sofortigen Abstieg 2009/10 gelang 2017 die Rückkehr in die eidgenössische Eliteliga. Nach den beiden vierten Plätzen im Endklassement 2018 und 2019 will man nun noch eine Stufe höher steigen und hat den Griff nach der Krone im Visier.

Nach einer einjährigen schöpferischen Pause hat Jesus Gende Paris wieder das Amt des Trainers übernommen und der letztjährige Spielertrainer Alberto Garcia kann sich auf seine Aufgaben als Spieler konzentrieren. Gende Paris, unter dessen Regie Dornbirn 2017 im Schweizer Cup triumphierte, wird von Dominique Kaul als Cotrainer unterstützt. Neben der Schweizer Meisterschaft und dem Cup will Dornbirn aber auch auf der europäischen Bühne reüssieren. Auftaktgegner im unter der Bezeichnung World Skate Europe Cup geführten Bewerb ist am 19. Oktober zu Hause bzw. am 16. November auswärts der britische Vertreter Soham RHC. Zuvor wartet auf Kapitän Roche Brunner und Co. noch das Heimspiel am 5. Oktober im Cup-Achtelfinale gegen Ligakonkurrent Genève RHC. Einen ersten Eindruck, ob Dornbirn in dieser Saison ganz vorne mitspielen wird können, gibt es in den beiden Auftaktpartien. Am ersten Spieltag (21. 9.) sind die Gende-Boys bei Vizemeister Diessbach zu Gast und bei der Heimpremiere am 28. September gastiert Meister BC Biasca in der Stadthalle.

Feuerprobe nach Megasaison

Die erfolgreichste Saison in der Vereinsgeschichte hat aber auch beim Raiffeisen RHC Wolfurt den Geschmack an mehr geweckt. Der historische Einzug ins Viertelfinale des WS-Europe-Cups, der Gewinn des Meistertitels in der Schweizer Nati B und als Krönung der sechste Triumph in der österreichischen Bundesliga haben dem Traditionsclub aus der Hofsteiggemeinde jede Menge Renommee eingebracht. Nun will man das entfachte Rollhockeyfieber beibehalten und bei der ersten Teilnahme in der Schweizer Nati A den Aufwärtstrend in der Gemeinde fortsetzen. Wolfurt-Obmann Marc Kirchberger: „Trotz der berechtigten Euphorie wollen wir uns nicht mit einer übertriebenen Erwartungshaltung unter Druck setzen. Wir sind Außenseiter und wollen mit Leistung auf dem Parkett überzeugen. Primäres Ziel ist der Klassenerhalt und bei optimalem Verlauf wäre eine Top-4-Platzierung möglich.“

Bei der Ligapremiere am 21. September ist Wolfurt bei Meister RC Biasca zu Gast, anschließend trifft man beim Heimdebüt am 28. September auf Genève RHC, gleichzeitig Gegner am 3. November im Cup-Achtelfinale. Auf der europäischen Bühne geht die Reise erstmals in die Bretagne. Am 19. Oktober empfängt man den SPRS Ploufragran und am 16. November sind Kapitän Aurel Zehrer und Co. in Frankreich zu Gast. Personell gab es keine Veränderungen, einzig die Eigenbauspieler Elias Rohner, Maximilian Erath, Kilian Laritz und Konstantin Winder sind fix in die Kampfmannschaft aufgerückt.

Kader RHC Dornbirn

Tormänner: Nr. 10 Angel Rafael Mirantes Barbeito (ESP, 28 Jahre), 18 Tobias Lechleitner (19), 61 Abraao Gomes Da Silva (BRA, 19)

Feldspieler: 2 Roche Brunner (24 Jahre), 3 Alberto Garcia (ESP, 35), 4 Stefan Sahler (23), 7 Michael Sahler (21), 8 Alberto Gomez Del Torno (ESP, 29), 14 Jakob Stockinger (33), 52 Kilian Hagspiel (20), 54 Florian Lechleitner (18), 57 Jonas Fässler (18), 78 Sebastian Mostögl (20)

Betreuerstab: Jesus Gende Paris (ESP, 37, Trainer), Dominique Kaul (Cotrainer), Markus Fehr (Betreuer), Katja Teichgräber (Physiotherapeutin)

Kader Raiffeisen RHC Wolfurt

Tormänner: Nr. 23 Oriol Manzanero Cherta (ESP, 27), 64 Elias Rohner (17 Jahre)

Feldspieler: 3 Aurel Zehrer(23), 4 Jaume Bartes Queralto (ESP, 24), 5 Maximilian Erath (17), 9 Robin Wolf (24), 14 Iker Bosch Zaldivar (ESP, 23), 17 Daniel Zehrer (25), 19 Kilian Laritz (17), 31 Tobias Winder (26), 66 Konstantin Winder (18), 77 Jean Carlos Theurer (27)

Betreuerstab: Jaume Bartes (Spielertrainer), Emanuel König (Teammanager), Marcel Meyer (Betreuer), Manuel Niederacher (Analytics)