Liensberger schnallt Kästle-Ski an, der ÖSV stellt sich quer

Sport / 23.09.2019 • 22:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Katharina Liensberger wurde vom ÖSV schon ausgerüstete, noch fehlt aber das grüne Licht für den Umstieg auf Kästle..GEPA

Materialwechsel wird vom Skiverband torpediert.

Schwarzach Bei Katharina Liensberger scheint ein Wechsel der Skimarke zum Vorarlberger Ausrüster Kästle so gut wie fix. Die 22-jährige Weltcupläuferin aus Göfis testete beim Trainingslager in Neuseeland intensiv das neue Material des Hohenemser Herstellers – und fuhr der teameigenen Konkurrenz im Slalom um die Ohren. Die Rennläuferin bestätigt die Tests, aber den Umstieg auf Kästle nicht: „Beim Training in Neuseeland konnte ich neues Material testen“, schreibt Liensberger in einer Stellungnahme den VN. „Ich habe mich von Beginn an nicht nur sehr wohl damit gefühlt, sondern war auch schnell unterwegs. Meine Materialabstimmung für die kommende Saison ist aber noch nicht vollumfänglich geklärt. Daher bitte ich um Verständnis, dass ich darüber aktuell nicht mehr sagen kann.“ Kästle hält sich ebenfalls bedeckt: „Die Aufstellung unseres Athletenteams ist noch nicht fixiert. Hier arbeiten wir aktuell noch an Feinabstimmungen und bitten daher um etwas Geduld“, hieß es in einer Aussendung der Skifirma.
Aus gutem Grund. Dem Österreichischen Skiverband, angeblich auch Präsident Peter Schröcksnadel, soll der neue Ausrüsterdeal von Liensberger ein Dorn im Auge sein. Bis 15. August verlangte man beim ÖSV vom neuen Material eine Bestätigung auf „Skitauglichkeit“. Liensberger beherrschte mit dem Ski, einer Marker-Bindung und Lange-Schuhen die internen Slalom-Zeitläufe. Was dem ÖSV nicht genügte. Dort argumentiert man, die Schuhe wären nicht rennkonform. Kästle, bereits seit Mai Mitglied im ÖSV-Skipool, wäre bereit gewesen Schuhe zuzukaufen. Von Reinhold Zitz, dem Ski-Pool-Geschäftsführer soll es dafür eine Erlaubnis gegeben haben, der ÖSV stellte sich allerdings quer.

Ski nach Maß entwickelt

Bei Kästle gibt es volle Unterstützung für die aktuelle Nummer sieben der Weltrangliste. Entwicklungschef Rainer Nachbaur hat für Liensberger einen Ski nach Maß entwickelt, mit Elias Hagspiel steht auch ein eigener Servicemann zur Verfügung.
Ohne Störfeuer hat sich Riesentorlaufspezialist Daniel Meier für neue Ski entschieden, er fährt künftig Augement. „Die letzten Trainings in Argentinien und Sölden haben sich als überaus vielversprechend gezeigt“, sagt der 26-jährige Feldkircher. Ich freue mich, mit dem höchst professionellen Augement-Team in die neue und spannende Saison zu starten.“