„M“-Faktor für Altach der Schlüssel zum Erfolg

Sport / 22.11.2019 • 21:00 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Ein heißes Duell verspricht die Partie am Sonntag in Hartberg, im Bild Altachs Manfred Fischer (r.) mit den Hartberg-Spielern Tobias Kainz und Andreas Lienhart. GEPA

Männer und Mut fordert Coach Alex Pastoor für die letzten vier Spiele vor der Winterpause.

Altach Es ist einer der wenigen Momente, wenn SCRA-Headcoach Alex Pastoor einem Gegner mehr als nur Respekt entgegenbringt. Salzburg, ja, der LASK, ja und auch Wolfsberg. Aber Hartberg? „Ja, die Mannschaft hat sich entwickelt“, lobt der Holländer die Arbeit seines deutschen Kollegen Markus Schopp in der Oststeiermark. „Kämpferisch gut, besser organisiert wie im Vorjahr, da brauchen wir alles an Bord“, blickt der 53-Jährige der Partie am Sonntag (14.30 Uhr) entgegen.

Klare Ansagen

Ganz seiner Philosophie und seinem Denken entsprechend, vermeidet Pastoor dabei Negatives, so gut es geht. In seinen Worten heißt es dann nicht „weniger Fehler“, sondern „einigen Risiken aus dem Weg gehen“. Ganz klar aber pocht er darauf, dass die spielerische Qualität, die in der Mannschaft steckt, wieder an die Oberfläche kommt. Wohlwissend, dass dies nach dem Rapid-Spiel ohne personelle Konsequenzen nicht gehen wird. Das ergibt sich auch aus der Tatsache, dass Samuel Oum Gouet (21) wieder zurück ist und Sidney Sam (31) mit Sicherheit von Beginn an spielen wird. Deshalb überrascht er nicht mit der Feststellung: „Ich brauche Männer!“ Allerdings präzisiert er sogleich: „Mit Männer meine ich Mut zeigen. Das allerdings nicht beim Stande von 0:3 wie gegen Rapid. Ich erwarte das von meiner Mannschaft schon bei 0:0. Sie muss von Beginn weg mit dem ganzen Herzen dabei sein.“

„Wir brauchen Männer mit Mut, mit ganzem Herzen und zwar schon von Beginn an.“

Alex Pastoor, Cheftrainer Cashpoint SCR Altach


Einmal im Redefluss spricht der Cheftrainer auch über Erwartungsmanagement. Diesbezüglich habe man in Altach falsche Erwartungen geweckt, aber vielleicht hätte auch die Mannschaft des Cashpoint SCR Altach mit den Leistungen im Frühjahr und in der Vorbereitung falsche Hoffnungen geweckt. Er habe diesbezüglich eine realistische Einschätzung. Das bringe schließlich mit sich, dass „ich niemals enttäuscht“ bin. Allerdings gilt für ihn, wie für alle Trainer im Fußball: Die Wahrheit liegt am Platz.
Und da hofft Pastoor auch darauf, dass Hartbergs Schopp Recht behält. Für den 45-jährigen Chef des Ex-Altachers Andreas Lienhart sind die Rheindörfler „ein sehr unangenehmer Gegner“. Dass sich sein Team in Richtung Meisterrunde entwickelt, sei nur ein Teil der Fußballwahrheit. „Man sieht, dass Altach mit ihren Möglichkeiten resultatsmäßig einfach nicht dort ist im Moment, wo sie hinwollen“, sagt Schopp. „Das ändert aber nichts daran, dass sie in der Offensive extrem viel Qualität haben.“

Nachdenkphase und Vergangenheit

Für einen Altacher ist und war Hartberg eine Zwischenstation. Manfred Fischer ist nur 30 km entfernt im beschaulichen Birkfeld aufgewachsen. „Ich wundere mich nicht über die Entwicklung von Hartberg. Es freut mich für den Klub, auch weil er sehr auf Spieler aus der Steiermark setzt. Aber das ist vorbei, für mich zählt die Zukunft. Und die heißt seit eineinhalb Jahren Altach. Darüber und auch was mit ihm über den Sommer 2020 hinaus passieren könnte, spricht der 24-Jährige auch im neuen VN-Fußballpodcast „VN-Fantribüne“. Nachzuhören ist die aktuelle Ausgabe auf vn.at/fantribuene.

Teamnews

TSV Hartberg

AUFSTELLUNG (4-1-4-1) Swete; Lienhart, Huber, Luckeneder, Rasswalder; Nimaga; Dossou, Heil, Rep, Ried; Tadic

Ersatz Faist; Obermüller, Rotter, Kainz, Susic, Rakowitz, Gotal

Es fehlen Klem, Cancola (beide gesperrt), Tschernegg (rekonvaleszent)

Cashpoint SCR Altach

AUFSTELLUNG (3-4-1-2) Kobras; Anderson, Oum Gouet, Zwischenbrugger; Thurnwald, Tartarotti, Lars Nussbaumer, Karic; Fischer; Sam, Mergim Berisha (Christian Gebauer)

Ersatz Durakovic; Schmiedl, Christian Gebauer, Maak, Schreiner, Gschweidl, Puschl

Es fehlen Netzer, Meilinger (beide im Aufbautraining), Diakité (Knieverletzung), Jamnig (Hexenschuss)


Auch für den Offensivspieler lief es in dieser Saison auch nicht immer ganz nach Wunsch. Nach der Niederlage in Salzburg hatte ihm Trainer Pastoor eine Nachdenkpause Zumal Fischer seine persönlichen Ansprüche sehr hoch ansetzt. Heute spricht er offen über die sportlich etwas schwierigere Zeit, nachdem er zu Saisonbeginn noch in der zentralen Offensivrolle hinter der Spitze geglänzt hatte. „Ich habe mich in einer Art Komfortzone befunden. Ich habe gemeint, es läuft von selbst so weiter. So gesehen war die Nachdenkphase wichtig für mich.“ Für sich selbst hat er festgestellt: „So geht es nicht weiter. So will ich nicht weitermachen.“
Fischer war nach Altach gewechselt, sich in der Bundesliga zu beweisen und durchzusetzen. Deshalb habe ihn die Maßnahme des Trainers wieder in die Spur gebracht. „Wir haben richtig gut trainiert“, urteilt er über die Zeit in der Länderspielpause. Wichtig sei jetzt, richtig mit der Situation umzugehen. Oder wie es Fischer gerne betont: „Es wird wieder Zeit, dass wir uns selber belohnen.“ Die Vergangenheit müsse endlich abgeschlossen werden. Da spricht er seinem Trainer aus dem Herzen. Denn auch für Pastoor geht es nicht um Vergangenheitsbewältigung, sondern um die Entwicklung.

SCRA-Sportchef Möckel zeigt VN-Lesern den Campus

Die VN und der Cashpoint SCR Altach laden fünf Leser bzw. Leserinnen zum exklusiven Sponsorenevent am 28. November (19 Uhr) in den neuen Trainingscampus ein. Dabei wird Altachs neuer Sportchef Christian Möckel (46) einen Einblick in seinen Arbeitsalltag geben und auch über die Ziele mit dem Verein sprechen. Davor erhalten die VN-Leser eine exklusive Führung von Möckel durch das neue Trainingsgebäude der Rheindörfler. Somit ergibt sich auch die Gelegenheit persönlich Fragen zu stellen. Diese dürfen aber auch via Email an die Adresse sport@vn.at geschickt werden. Zudem werden unter allen Einsendungen fünf mal zwei Sitzplatztickets für das Heimspiel gegen den WAC (1. Dezmber) verlost.