Sonderlob von VN-Fußball-Analyst Dieter Alge für den SCR Altach

Sport / 03.03.2020 • 22:45 Uhr

Chapeau vor Altachs Leistung gegen Serienmeister Salzburg. Beeindruckt hat mich die Leidenschaft sowie die Körpersprache der Spieler, aber auch mit welchem Engagement in die Zweikämpfe gegangen wurde und wie klug die taktische Ausrichtung angelegt war. Mannschaft und Trainerteam haben sich für diesen Sieg ein Pausschallob verdient. Die Strapazen aus der Europa League, die den Mozartstädtern anzumerken waren, schmälern die Leistung der Elf um Trainer Alex Pastoor keineswegs.

Zwei Bilderbuch-Kontertore

Salzburg-Trainer Jesse Marsch hatte sein Team gegenüber dem Frankfurt-Spiel auf mehreren Positionen umgekrempelt und mit einem 4-2-2-2-System auf das Spielfeld geschickt. Pastoor setzte auf eine 4-1-2-3 Grundordnung. Alain Wiss agierte als Solo-Sechser vor der Abwehr, davor sorgten Jan Zwischenbrugger und Johannes Tartarotti als „Achter“ für Kompaktheit in der Zentrale. Der Spielaufbau der Salzburger wurde durch die drei Offensivspieler unterbunden. Emanuel Schreiner und Sydney Sam machten die Außenbahnen zu, Christian Gebauer wiederum stellte die Passwege der Innenverteidigung zu. Ballverluste der Salzburger im Mittelfeld waren die Folge der konsquenten Arbeit. Salzburgs Doppeltausch zur Pause war zwangsläufig die Anwort auf eine starke Altacher Leistung. Mit Hee-chan Wang und Patson Daka sollte die „Einser-Garnitur“ Altach mehr Probleme bereiten. Aber Altach hielt auch in der Phase, als der Druck stärker wurde, gut dagegen und machte vor allem die Räume eng. Stark, wie Sam und Gebauer die Salzburger beim zweiten Treffer unter Druck setzten und so Abwehrchef Jerome Onguene zu einem folgenschweren Fehler zwangen. Genial zudem, wie beide den anschließenden Konter mit dem zweiten Treffer abschlossen.

Beim 1:2 Anschlusstreffer durch Wang hat mir das Abwehrverhalten von Altachs Außenverteidiger Manuel Thurnwald nicht gefallen: Der 21-Jährige war aus meiner Sicht zu viel auf den Raum bedacht, anstatt er sich zum Torschützen orientiert hätte. Ein Konter wie aus dem Bilderbuch führte zum dritten Altach-Treffer. Beeindruckend dabei das schnelle Umschalten sowie das präzise Zusammenspiel zwischen Sam und dem eingewechselten Manfred Fischer. Eindrucksvoll auch der Abschluss von Zwischenbrugger nach einem Sprint über rund 70 Meter. Auch wenn Salzburgs zweiter Treffer noch einmal für Spannung sorgte, mit Altach hat an diesem Abend das bessere Team den Platz als Sieger verlassen. Das war mehr als gerecht, weil man einfach gut gespielt hat.