„Wunder . . . gibt es immer wieder“

Sport / 28.05.2020 • 21:21 Uhr
Florian Eres könnte heute im Cupfinale sein erstes Pflichtspiel für die Austria liefern. gepa
Florian Eres könnte heute im Cupfinale sein erstes Pflichtspiel für die Austria liefern. gepa

Austria Lustenau kann heute mit einem Sieg über RB Salzburg im ÖFB-Cupfinale ein Fußballmärchen schreiben.

Klagenfurt Heute Abend ab 20.45 Uhr zählt es für Austria Lustenau. Die Mannschaft von Trainer Roman Mählich kann mit einem Erfolg über den haushohen Favoriten Red Bull Salzburg im Endspiel um den ÖFB-Cup für wohl eines der größten sportlichen Märchen in den letzten Jahren sorgen. Dabei kann und soll der Song von Katja Ebstein aus den 1970ern, „Wunder, gibt es immer wieder“, ruhig Mut machen. Aus Vorarlberger Sicht konnten die Grün-Weißen mit dem zweiten Einzug in das Cupfinale schon Geschichte schreiben. Ein Sieg als Draufgabe und die Mannen rund um Kapitän Ronivaldo würden sich in Lustenau unsterblich machen.

Jungspund im Kasten

Für zwei Akteure aus dem Lager der Austria muss sich die aktuelle Situation rund um das große Cupfinale aber nochmal dramatischer anfühlen. Die Rede ist von Florian Eres (21) und Marcel Stumberger (19). Während Stumberger bereits seit Sommer 2019 als zweiter Tormann bei der Austria unter Vertrag steht, wechselte Eres erst spät im Jänner 2020 vom VfB Hohenems zum Zweitligisten. Mit der klaren Rollenverteilung, dass Domenik Schierl der Stamm-Goalie ist und sich eben Stumberger und Eres um den Platz auf der Bank duellieren sollen. Durch die Gelbsperre im ÖFB-Cup von Schierl war aber klar, einer der beiden blutjungen Tormänner wird beim Cupfinale gegen Salzburg im Kasten stehen. Nachdem Austria-Trainer Roman Mählich Eres die vollen 90 Minuten im Test gegen Altach zugestanden hat, scheint der gebürtige Hohenemser über die besseren Karten zu verfügen. Auf der anderen Seite konnte sich Stumberger bei der knappen 0:1-Niederlage bei der SV Ried (o:1) im Februar zeigen und schon mal Zweitliga-Luft in einem Topspiel schnuppern.

Vertrauen des Trainers

Wem Mählich schlussendlich das Vertrauen schenken wird, um sich der Salzburger Lawine entgegenzustellen, ist auch heute noch ein großes Geheimnis. Mählich erklärte bereits im Vorfeld, „dass ich für mich schon eine Entscheidung getroffen habe. Aber die Tormänner erfahren es erst am Spieltag.“ Mählich will mit dieser Maßnahme die beiden Goalkeeper vor allem medial aus der Schusslinie nehmen: „Egal wer spielt, jeder hat mein Vertrauen. Aber in meinen Augen ist es besser, wenn dieses Thema nur intern besprochen wird, sonst könnte sich der mediale Rummel negativ auswirken.“

Großes Talent

Einer, der es Eres ohne Weiteres zutraut, im Cupfinale eine Top-Performance zu liefern, ist sein ehemaliger Trainer beim VN.at-Eliteligaklub VfB Hohenems. Peter Jakubec bescheinigt dem 21-Jährigen ganz großes Talent. „Für mich ist er einer der besten Tormänner in Vorarlberg. Florian ist immer bereit, mehr zu tun als alle anderen,“ erklärt der VfB-Trainer. Seine größte Stärke sieht Jakubec darin, „dass er den Ball beidbeinig verarbeiten kann. Und im Eins gegen Eins ist er fast nicht zu bezwingen“.

Auch beim Abschlusstraining im Wörthersee-Stadion taten sich keine neuen Erkenntnisse bezüglich Einser-Tormann auf. Auf Wortmeldungen brauchte man nicht zu hoffen. Der Abstand zur Mannschaft musste eingehalten werden. Doch auch aus der Ferne konnte man an den lachenden Gesichtern der Austria-Kicker die Vorfreude auf das Spiel des Jahres ablesen. Sogar Trainer Mählich zückte das Handy, um ein paar Eindrücke des Stadions festzuhalten. Der große Favorit aus Salzburg begnügte sich mit einer Stadion-Begehung, auf ein Training verzichteten die Bullen vollends. Alle weiteren Infos rund um das Cupfinale gibt es auf VN.at im Liveticker.

„Egal, wer heute gegen Salzburg im Tor steht. Jeder hat mein vollstes Vertrauen.“