Das zarte Pflänzchen Hoffnung auf die Sensation

Sport / 29.05.2020 • 07:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Das zarte Pflänzchen Hoffnung auf die Sensation
Herbert Sausgruber hält zu Hause mit Gattin Ilga der Austria die Daumen. VN/HARTINGER

Vorarlberg drückt der Lustenauer Austria heute die Daumen im Cupfinale gegen den Giganten Red Bull Salzburg.

Schwarzach Selbst eingefleischte Fans der Lustenauer Austria üben sich vor dem heutigen ÖFB-Cupfinale in Zurückhaltung. Wie soll das denn auch gehen, gegen den Giganten und Finanzkrösus im österreichischen Fußball, die Bullen aus Salzburg?

Aber wie die VN bereits berichteten, hat es in der österreichischen Fußballgeschichte, und speziell im Cup, schon sehr häufig Überraschungen gegeben. Und da wäre ja auch noch ein Spiel vom 9. Juli aus dem Jahre 1997. Die Austria empfing als frischgebackener Bundesligaaufsteiger zum Saison Austria Salzburg, den Vorgängerverein der Bullen. Die Salzburger waren Meister und haushoher Favorit. Aber die Lustenauer gewannen 2:0.

Ob eine derartige Sensation auch heute möglich ist? Die VN sprachen mit prominenten Austria-Fans.

“Wer weiß, wie sich das Spiel in Klagenfurt entwickeln wird. Es müsste für uns so laufen, dass die Salzburger nicht wirklich ins Spiel kommen und unsere Mannschaft Mut fasst. Ich traue mich gar nicht, mir auszumalen, wie das wäre: Austria Lustenau Cupsieger. Aber es wäre schon schön, wenn die Austria ein gutes Match zeigt und erhobenen Hauptes das Spielfeld wieder verlassen kann. Ich sehe mir die Partie heute zusammen mit meiner Familie, meinen Töchtern und deren Freunden an. Wir werden das Austria-Paket kaufen und es konsumieren.

Kurt Fischer (56), Bürgermeister von Lustenau

Bürgermeister Kurt Fischer fiebert mit seiner Familie am Fernsehgerät mit. <span class="copyright">VN</span>
Bürgermeister Kurt Fischer fiebert mit seiner Familie am Fernsehgerät mit. VN

Ich stehe der Austria nahe. Selbstverständlich werde ich das ÖFB-Cupfinale gegen Red Bull Salzburg heute abend zu Hause mit meiner Frau anschauen. Ich bin schon sehr gespannt darauf und wünsche den Lustenauern natürlich das Allerbeste. Mit hoher Motivation und einer Portion Glück ist vieles möglich. Eine Chance gibt es auch gegen den vermeintlich Stärkeren immer. Aber was immer passiert: Für Austria Lustenau war es schon ein großer Erfolg, dieses Finale überhaupt erreicht zu haben.

Herbert Sausgruber (73), ehemaliger Landeshauptmann

Ich bin natürlich heute Abend vor dem Fernsehschirm live dabei. Ich werde zu Hause das Cupfinale verfolgen. Wahrscheinlich kommen noch drei, vier Kumpel vorbei. Ich gebe mich keinen Illusionen hin. Wir sind krasser Außenseiter, auch wenn, wie wir wissen, im Fußball alles möglich ist. Ich würde es schon als großen Erfolg betrachten, wenn die Austria in diesem Finale gut dagegen hält und dem Favoriten einen echten Fight abliefert. Gespenstisch finde ich die Atmosphäre eines Stadions ohne Zuschauer.

Wolfgang Verocai (65), Liedermacher

Ich schaue mir das Spiel mit meiner Familie samt Anhang zu Hause an. Wir werden uns Austria-Proviantpakete mit Weißwürsten und Mohrenbier besorgen, den Grill anwerfen und uns dann vor das TV-Gerät setzen. Ich hoffe einfach nur, dass die Austria ein gutes Match abliefert und dem großen Favoriten Widerstand entgegensetzt. Vom großen Coup zu träumen ist sicherlich erlaubt. Aber ehrlich: Man darf nicht enttäuscht sein, wenn es mit dem Cupsieg nichts wird. Ich jedenfalls wäre nicht enttäuscht.

Liedermacher Wolfgang Verocai findet die Atmosphäre eines leeren Stadions gespenstisch. <span class="copyright">VN</span>
Liedermacher Wolfgang Verocai findet die Atmosphäre eines leeren Stadions gespenstisch. VN

Albert Lingg, 71, ehemaliger Chefarzt LKH Rankweil und Russpreisträger

Dieses einmalige Ereignis werde ich mir zu Hause mit meinen Brüdern und zwei Freunden geben. Wir werden grillen und uns auf die Partie einstellen. Ich habe im Vorfeld schon mit Bekannten über dieses Finale diskutiert. Meine Meinung dazu ist klar: Die Austria muss schauen, dass sie die erste Halbzeit ohne Tor übersteht. Weil wenn das gelingt, dann steigen die Chancen. Den Weg der Austria bis ins Endspiel konnte ich nur über die Medien mitverfolgen. Wie gerne hätte ich das Halbfinale gesehen.

Albert Lingg ist leidenschaftlicher Austria-Fan und wäre auch im Falle einer Niederlage nicht enttäuscht. <span class="copyright">VN/Edith Hämmerle</span>
Albert Lingg ist leidenschaftlicher Austria-Fan und wäre auch im Falle einer Niederlage nicht enttäuscht. VN/Edith Hämmerle

Alessandro Hämmerle (26), Snowboard-Weltcupsieger

Alessandro Izzi Hämmerle wird sich das Cupfinale zu Hause in Bludenz mit seinen Brüdern und Kumpeln geben. <span class="copyright">VOL</span>
Alessandro Izzi Hämmerle wird sich das Cupfinale zu Hause in Bludenz mit seinen Brüdern und Kumpeln geben. VOL

Ich sehe das nicht so pessimistisch wie vielleicht andere. Man möge sich erinnern: Die Austria hat 1997 als Aufsteiger zu Hause Meister Salzburg mit 2:0 geschlagen. Hätte mit dem damals irgend jemand gerechnet? Seitdem gehört ja Vorarlberg wieder zu Österreich. Mit Enthusiasmus und ein wenig Glück ist auch gegen den Topfavoriten in Klagenfurt etwas drinnen. Die Salzburger können ja auch einmal Ladehemmung haben und einen schlechten Tag erwischen. Ich zolle der Austria jedenfalls jetzt schon Respekt.

Marc Girardelli (56), ehemaliger Skistar und Lustenauer

Marc Girardelli ist vor dem Cupfinale optimistisch und traut der Austria durchaus zu, dass sie in Klagenfurt eine Sensation schafft. <span class="copyright">VN</span>
Marc Girardelli ist vor dem Cupfinale optimistisch und traut der Austria durchaus zu, dass sie in Klagenfurt eine Sensation schafft. VN

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.