Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Vision muss planbar sein

Sport / 22.04.2021 • 09:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Diesen Schluss ließ der Satz in der Austria-Aussendung nach der Ablehnung des Stadionprojekts durch den Senat 3 zu. Da heißt es: Im Falle der Nichterfüllung der finanziellen Kriterien für die 2. Liga muss der Profibetrieb aufgrund der Nichterfüllung der Stadionkriterien eingestellt und zahlreiche Bereiche im Verein müssen eingeschränkt werden. Damit würde eine 27-jährige Ära im Profifußball und ein Stück österreichische Fußballgeschichte auf nicht-sportlichem Wege beendet werden.
All dies liest sich wie eine leise Vorahnung dessen, was die Entscheidung des Protestkomitees am 27. April auslösen könnte. Doch die Austria-Familie belehrte alle eines besseren. Das Budgetloch wurde gestopft. Wohl auch, weil die finanziellen Probleme der Grün-Weißen im Gegensatz zum namensverwandten Klub aus der Bundeshauptstadt verschwindend klein sind. Dennoch müssen sich die Verantwortlichen den Vorwurf gefallen lassen, dass der Lizenzierungsärger hausgemacht, weil eben auch ein „alter Hut“ ist. Nicht in diesem Ausmaß, richtig, doch immer wieder gab es Hindernisse. Gelöst wurden diese Probleme schon über Jahre hinweg meist von Gönnern und weniger durch einen durchdachten Businessplan. Sportlich greift zudem ein Investor stark unter die Arme. Was die Austria braucht, ist eine planbare Zukunftsvision, ähnlich jener des Stadionprojekts. Dieses ist ungeachtet der aktuellen Schwierigkeiten auf Schiene und will künftig auch mit Leben, sprich Profifußball, gefüllt werden.