Am Ende jubelten Mirjam und Maarten

Sport / 17.06.2021 • 23:34 Uhr
Am Ende jubelten  Mirjam und Maarten

Niederlande gegen Österreich brachte 700 Fans in die Emma&Eugen Arena.

Dornbirn Es ist immer noch heiß im Zelt am Haselstauder Fußballplatz. Dabei ist die Sonne schon längst hinter den Bäumen verschwunden. Doch an diesem Donnerstagabend sind es nicht nur die Temperaturen, die einheizen. Mehr noch ist es das EM-Spiel zwischen Österreich und den Niederlanden, das 700 Fußballbegeisterte emotionalisiert. Sogar Fans der Elftal haben den Weg nach Dornbirn gefunden. Am Ende waren sie es, die jubeln durften.

Ganz in Orange gewandet

Schon früh kehren die ersten Gäste ein. Manche sind noch vom Match Dänemark gegen Belgien übrig, die anderen kommen nach und nach. Am Eingang gibt es ohne eines der 3 G kein Durchkommen. Wer gar nichts vorweisen kann, wird zur Teststation geschickt, die in unmittelbarer Nähe eingerichtet wurde. Mirjam Visser (29) und Maarten de Vries (41) haben selbstredend eine Fahne in ihren Nationalfarben dabei, Maarten ist gar von Kopf bis Fuß in Orange gewandet.

Auch der Altacher Tormann Martin Kobras, der ein 1:1 tippt, mischt sich unters Publikum. „Ich genieße es, dass es wieder ein Public Viewing gibt und ich mit Freunden ungezwungen Fußball schauen kann“, sagt Kobras. Er nutzt dazu die letzten Urlaubstage, denn kommenden Montag geht auch das Training für seine Mannschaft wieder los. Martin Kobras fiebert mit dem österreichischen Team ebenso mit wie Christian (34) aus Dornbirn und Hanna und Sebastian (20) aus Hard. Während die einen wie gebannt am riesigen Bildschirm hängen, laufen Nina (28) und ihre Kolleginnen bzw. Kollegen unermüdlich durch Tischreihen, um den Wünschen der Gäste nachzukommen.

Die heimischen Fußballfans scheinen, zumindest war die Farben betrifft, Traditionalisten zu sein, denn im Gegensatz zum Team, das diesmal ganz in Schwarz auf dem grünen Rasen agiert, tragen sie stolz Rot-Weiß-Rot. „Etwas anderes würde mir nie in den Sinn kommen“, versichert Robert.

Mit dem Anpfiff um 21 Uhr steigt der ohnehin schon hohe Lärmpegel noch weiter an. Jeder Ballbesitz und jeder Angriff der Österreicher wird mit Jubel begleitet. Dumm nur, dass dies eher selten der Fall ist. Buh-Rufe hingegen erntet die Entscheidung des Schiedrichters, ein vermeintliches Foul im Strafraum der Niederländer nicht zu ahnden. Als kurz darauf der Ball als Resultat eines Elfmeters im Tor der Österreicher zappelt, ist die Enttäuschung beinahe greifbar. Dann scheinen die Österreicher plötzlich aufzuwachen. Ein ums andere Mal geht es flott in Richtung der niederländischen Spielhälfte, und das Publikum ist mit Anfeuerungsrufen sofort dabei. Ballert ein Oranje daneben, brandet Applaus auf. Sind es die Besucher im Zelt oder im Stadion: Rollt ein Angriff oder wird gefoult, ist kaum zu unterscheiden, woher der Lärm kommt. Die Emotionen laufen hüben wie drüben über. Aber auch das macht die Faszination eines Public Viewings aus.

Das Match fesselt alle an die Sitze, nicht nur weil es die Covidregeln so wollen. Hinaus geht nur, wer unbedingt muss. Keiner will das herbeigesehnte Tor für Österreich versäumen. Doch es lässt auf sich warten und kommt am Ende gar nicht. In der 67. Spielminute ist die Messe schließlich auf Niederländisch gelesen. Ein kurzer Aufschrei aus Hunderten Kehlen hallt durch die Arena, in der es langsam beginnt, kühler zu werden. Ein paar fruchtlose Vorstöße der Österreicher noch, dann geht endgültig das Licht aus.

„Es ist schön, wieder einmal mit Freunden gemeinsam Fußball schauen zu können.“

Mirjam und Maarten hatten das bessere Ende für sich. Christian hingegen musste eine herbe Enttäuschung einstecken. Ein unterhaltsamer Abend war es trotzdem.lerch
Mirjam und Maarten hatten das bessere Ende für sich. Christian hingegen musste eine herbe Enttäuschung einstecken. Ein unterhaltsamer Abend war es trotzdem.lerch
Am Ende jubelten  Mirjam und Maarten
Am Ende jubelten  Mirjam und Maarten