Altach schlittert in ein 0:4-Heimdebakel

Sport / 25.09.2021 • 20:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Altach schlittert in ein 0:4-Heimdebakel
Nicht zum Hinschauen: SCR Altach zeigte vor allem in der zweiten Halbzeit eine ganz schwache Vorstellung und verliert gegen Klagenfurt mit 0:4.gepa

Ein effizientes Austria Klagenfurt deckte die defensiven Schwächen der Rheindörfler gnadenlos auf.

Altach Das erstmalige Trainerduell zwischen Altachs Damir Canadi und Klagenfurts Peter Pacult geht klar an den Chefcoach des Aufsteigers. Die Violetten vom Wörthersee siegten völlig verdient mit 4:0 (1:0) bei Altachern, die sich vor allem in der zweiten Halbzeit desolat präsentierten.

Unglückliches Eigentor

Die Partie startete flott, beide Mannschaften suchten zu Beginn ihr Heil in der Offensive. Es waren aber die Gäste aus Kärnten, die die erste Chance verbuchen konnten. Turgay Gemicicbasi (4.) verzog aus 16 Metern aber knapp. Für die Hausherren war es der wieder in die Startelf berufene Boris Prokopic (10.), der einen Stanglpass von Adthe Nuhiu mit der Ferse aufs Tor brachte. Doch Klagenfurts Hintermann Philipp Menzl war zur Stelle. Genau wie nur eine Minute später, als Noah Bischof (11.), der sein Startelfdebüt für die Rheindörfler gab, per Volley abzog. Damit war das Pulver der Heimischen vorerst aber verschossen, die Partie begann zu lähmen. Erst nach einer halben Stunde weckte SCRA-Verteidiger Berkay Dabanli (31.) die 3845 Zuschauer in der Cashpoint Arena wieder auf. Doch sein Schuss aus der Drehung ging knapp am Pfosten vorbei. Wenig später hatte Nuhiu seinen ersten großen Auftritt. Nach einer wunderbar getretenen Flanke von Nosa Edokpolor war der Mittelstürmer per Kopf zur Stelle, fand seinen Meister aber in Goalie Menzl. Eine Parade, die sich aus Sicht der Gäste bezahlt machte. Denn im Gegenzug kombinierten sich die Violetten vom Wörthersee über Altachs rechte Abwehrseite durch und Patrick Greil konnte freistehend eine scharfe Flanke anbringen. Zwar fand er damit nicht seinen Mitspieler, dafür bugsierte der heranrauschende Pape Alioune (39.) die Kugel unhaltbar für Casali ins eigene Tor zur Führung für die Gäste.

“Die zweite Halbzeit war defenisv eine desolate Leistung von uns. So dürfen wir uns zuhause nicht präsentieren”

Jan Zwischenbrugger, Kapitän SCR Altach

Klagenfurt nutzte die Räume

In der Halbzeit reagierte Altachs Trainer Damir Canadi und brachte statt Prokopic und Bischof mit Sandi Krizman und Dominik Reiter zwei Offensivkräfte. Ein Schuss, der klassisch nach hinten losging. Denn die Klagenfurter erkannten die Räume im Mittelfeld, vor allem in Person von Greil, der Timosssi Andersson in die Tiefe schickte. Dessen Pass in den Rückraum verwertet Florian Rieder 848.) eiskalt zum 2:0. Altach wollte sofort antworten, konnte dies aber nur einmal. Krizman (51.), toll bedient von Csaba Bukta, setzte die Kugel aber übers Tor.
Anders die Gäste, die den Sack innerhalb von nur fünf Minuten endgültig zu machten. Markus Pink (61./66.) war dafür alleine verantwortlich. Zuerst war er Nutznießer einer toll gespielten Aktion über Greil und Til Schumacher, als er das 3:0 erzielte. Danach nahm er sich die Kugel toll an der Strafraumgrenze mit und traf per satten Schuss ins rechte untere Eck.

Der ärmste Mann am Feld zu diesem Zeitpunkt: Altachs Tormann Casali. Denn seine Vorderleute lieferten in Durchgang zwei eine Leistung ab, die nahe an Auflösungserscheinungen erinnerten. Durch die Bank war man am Platz nur Zuseher, wie sich die Kärntner ohne viel Aufhebens durch das Mittelfeld spielten. “Defensiv war unsere Leistung vor allem in der zweiten Halbzeit ohne Frage desolat,” brachte es Altachs Rekordspieler Jan Zwischenbrugger nach Spielende auf den Punkt. Zwar wollte die Canadi-Elf in der Schlussphase zumindest das Ehrentor. Einen Schuss vom eingewechselten Johannes Tartarotti (70.) parierte Austria-Goalie Menzel ganz stark, und Nuhiu (84.) scheiterte an der Stange. Am Ende bewahrte Casali sein Team gegen Tim Maciejewski noch vor dem 0:5, als er dessen versuch glänzend über die Latte drehte.

Mentalitätsproblem der Altacher

“Wir waren in den entscheidenden Zweikämpfen einfach nicht präsent genug. Die Klagenfurter haben zudem die Räume, die wir ihnen angeboten gnadenlos ausgenutzt. Alles in allem sehe ich bei uns ein Mentalitätsproblem. Davon habe ich schon vor der Saison gesprochen. Wir brauchen jedes Spiel volle Leidenschaft und den unbedingten Willen, die Zweikämpfe zu gewinnen – auch die in der Offensive. Die Körpersprache heute hat mir von Start weg einfach nicht gefallen”, analysierte SCRA-Trainer Damir Canadi. Und schob noch nach, “dass die Kärntner auch in dieser Höhe verdient gewonnen haben”.

“Wir waren in den entscheidenden Zweikämpfen einfach nicht präsent genug. Die Klagenfurter haben zudem die Räume, die wir ihnen angeboten gnadenlos ausgenutzt. Alles in allem sehe ich bei uns ein Mentalitätsproblem. Davon habe ich schon vor der Saison gesprochen”.

Damir Canadi, Trainer SCR Altach

Pfiffe am Ende

Nach Spielschluss gab es Pfiffe der Fans für das Heimteam, das gegen ein Klagenfurter verlor, das bislang in der Saison noch kein Auswärtsspiel gewinnen konnte. Zudem blieb die Mannschaft von Pater Pacult auch erstmals ohne Gegentor. Der Wiener Schmäh wird wohl nur im Bus Richtung Wörthersee laufen. Beim Heimteam werden jetzt wohl einige Dinge in Frage gestellt werden müssen.

Fussball, Admiral Bundesliga, 9. Spieltag

Cashpoint SCR Altach – SK Austria Klagenfurt 0:4 (0:1)

Altach, Cashpoint Arena, 33845 Zuschauer, SR Muckenhammer

Torfolge: 39. 0:1 Alioune (Eigentor), 48. 0:2 Rieder, 61. 0:3 Pink, 66. 0:4 Pink

Gelbe Karten: keine bzw. Paul

Altach: Casali; Bukta (59. Tartarotti), Zwischenbrugger, Dabanli (59. Mischitz), Ndiaye, Edokpolor; Thurnwald, Haudum, Prokopic (46. Krizman/80. Schreiner); Reiter, Bischof (46. Reiter)

Klagenfurt: Menzel; Paul, Mahrer, Wimmer, Schumacher; Cvetko, Gemicibasi; 59. Hütter) Timossi Andersson (20 Maciejewski), Greil (71. Markelic), Rieder (85. Amanda); Pink

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