Wenn‘s läuft, dann läuft‘s
Zweimal Gold zwischen zwei Kaffees am frühen Morgen, das wird wohl einzigartig bleiben. Vorarlberg steigt zur Sport-Großmacht auf. Ein historischer Sieg in der alpinen Kombination durch Johannes Strolz und Fotofinish im Snowboard durch Izzy Hämmerle.
Bei den Alpinen waren wir mit dem aktuellen Kombi-Weltmeister Marco Schwarz und Strolz stark vertreten. Doch keiner wusste, was kann der Warther in der anspruchsvollen Abfahrt liefern? Denn schon Kilde hatte da und dort technische Probleme und wie würden das die beiden Slalomspezialisten meistern? Aber Strolz wie auch Schwarz fuhren super und verloren weniger als eine Sekunde auf den besten Abfahrer des heurigen Winters.
Strategisch perfekt
Dafür startete Kilde mit der Nummer eins erstaunlich stark in den Slalom. Man glaubte einen Slalom-Techniker zu sehen, obwohl er laut eigener Aussage schon drei Jahre keinen Slalom mehr trainiert hatte. Aber von den Norwegern sind wir bei Großanlässen immer schon unliebsam überrascht worden. Seine Bestzeit hielt, bis sich Strolz aus dem Starthäuschen wuchtete. Nicht am allerletzten Limit, doch den Lauf strategisch perfekt eingeteilt, pulverisierte er Kildes Bestzeit. Nun lag der Ball bei Schwarz, der ja vor einem Jahr in Cortina souverän in dieser Disziplin WM-Gold holte. Der Anfang war vielversprechend, doch schon bei der zweiten Zwischenzeit bröselte das Selbstvertrauen und die Bewegungen wurden langsamer. Es staubte mehr und mehr in den Schwüngen von Schwarz und das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten. Mit 1,5 Sekunden Rückstand landete er abgeschlagen auf dem fünften Platz. Eine große Enttäuschung für den nicht ganz fittenKärntner, wie eigentlich schon die gesamte Saison.
Was danach noch kam, hatte nicht mehr so hohes Niveau. Die Schweizer versuchten es mit der Brechstange und scheiterten kläglich.
Nach 34 Jahren (!) krönt sich Johannes Strolz, wie sein Vater und mein früherer Zimmergefährte Hubert, zum Olympiasieger.
Für einen Mann, der vom Team ausgeschlossen war und sich ganz allein zurückkämpfte, ist das eine historische Leistung!
„Für einen Mann, der vom ÖSV-Team ausgeschlossen war und sich ganz allein zurückkämpfte, ist das eine historische Leistung.“
Marc Girardelli
sport@vn.at
Marc Girardelli zählt mit fünf Gesamt-Weltcupsiegen zu den erfolgreichsten alpinen Rennläufern im Skizirkus.
Kommentar