Ein toller Abschluss
Also eines muss man dem Manuel Feller lassen: Er zaubert immer mal wieder ein Ding aus dem Hut, wenn keiner damit rechnet. So traurig der Rest der Techniker-Truppe agierte, so spannend gestaltete Feller im Slalom das Finale in Meribel. Taktisch souverän meisterte er die stark ramponierte Piste im zweiten Durchgang und heizte den führenden Norwegern mächtig ein. Nur mit der Ausnahmeleistung von Henrik Kristoffersen bleibt dem ÖSV eine Kristallkugel für den Slalomweltcup verwehrt.
Nach den vielen Medaillen und dem Coronastress bei den Olympischen Spielen in Peking kann man aber auch verstehen, dass bei einigen Athleten die Luft draußen ist. Es war ein Winter mit vielen Kompromissen, die manchmal unverständlich waren. Wenn ich da nur an die Zuschauerregelung in Österreich denke. Trotzdem müssen wir alle froh sein, dass es überhaupt eine Weltcup-Saison gegeben hat.
Als Abschluss haben Courchevel und Meribel eine tolle Generalprobe für die Weltmeisterschaft im kommenden Winter abgeliefert.
Es wird hoffentlich wieder ein normaler Winter mit vielen Zuschauern, Spannung und Spaß, so wie wir das gewohnt sind. Und wenn der Medaillen-Regen wieder so fruchtbar ausfällt wie bei den Großevents der letzten beiden Jahre, freue ich mich jetzt schon drauf.
„Nach den vielen Medaillen und dem Coronastress bei den Winterspielen in Peking kann man aber auch verstehen, dass bei einigen Athleten die Luft draußen ist.“
Marc Girardelli
sport@vn.at
Marc Girardelli zählt mit fünf Gesamt-Weltcupsiegen zu den erfolgreichsten alpinen Rennläufern im Skizirkus.
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