Deshalb wird in Altach die Niederlage noch lange nachhallen

Sport / 13.11.2022 • 19:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Körperhaltung zeigt es: Alexis Tibidi ist am Boden, kann es nicht glauben. <span class="copyright">gepa</span>
Die Körperhaltung zeigt es: Alexis Tibidi ist am Boden, kann es nicht glauben. gepa

Die zweite Derbyniederlage schmerzt gewaltig. Auch deshalb ist die Aufarbeitung für Altachs Chefcoach Miroslav Klose so wichtig.

Lustenau Die Demütigung nahm von Beginn weg ihren Lauf, in keiner Phase des Spiels war Altach in der Lage, Nadelstiche zu setzen. „Lustenau hat uns mit der Intensität wieder erdrückt. Das ist jetzt das zweite Mal passiert. Einfach unerklärlich“, suchte Altachs Torhüter Tino Casali nach dem Schlusspfiff keine Ausrede ob der bitteren Niederlage. Vielmehr klangen die Worte des 26-Jährigen noch einmal nach den Finger in die Wunde legen: „Lustenau war heute wieder viel geiler auf den Sieg. Das darf es einfach nicht zweimal geben.“ Während des Spiels hatte Casali seine Mitspieler mehrmals zur Brust genommen. „Ich habe ihnen gesagt, dass ich keinen sehen will, der hofft, dass die Partie bald aus ist. Wir müssen das hier sauber fertigspielen.“

“Lustenau war wieder viel geiler auf den Sieg. Das darf es einfach nicht zweimal geben.”

Tino Casali, Altachs Torhüter, über die Derby-Niederlage

“An dieser Niederlage werden wir noch ein paar Wochen zu knabbern haben.”

Johannes Tartarotti, in der zweiten Hälfte eingewechselt

Kaum Worte fand auch Einwechselspieler Johannes Tartarotti nach dem Schlusspfiff. “Nach der heutigen Leistung bleiben einfach viele Fragezeichen”, sagte der 23-Jährige. Und: “Jetzt wissen wir, was wir in der Winterpause zu tun haben.” Es bleibe jedenfalls genügend Zeit, die Niederlage aufzuarbeiten. Auf die Frage, wie angefressen er sei, meinte er bezogen auf eine Skala von eins bis zehn: “Zehn von zehn.” Sprach es aus und suchte den Schutz der Kabine.

Klare Ansagen des Trainers

So ganz fertig ist die Darbietung jedoch auch nach dem Schlusspfiff nicht. In Altach wird man über den Winter hinweg an der zweiten Pleite gegen den direkten Konkurrenten aus dem Ländle zu knabbern haben. Trainer Miroslav Klose weiß, dass sich vieles im Kopf abspielt. Als Entschuldigung für die Leistung will er es jedoch nicht gelten lassen. Er will eine Erklärung von den Spielern, weshalb sie die Partie diese Woche noch einmal zu sehen bekommen. Ganz sicher in Ausschnitten. „Vielleicht auch das ganze Spiel“, sagt der 44-Jährige. „Ich will in ihre Gesichter schauen.“ Vieles habe man während der Woche gemacht, vieles einstudiert und auch Lockerheit vermittelt – um auf den Punkt da zu sein. Doch dann war nur die Verunsicherung zu sehen. „Ich dachte, wir sind schon weiter“, gibt Klose gerne zu, um dann festzustellen: „Jeder verlässt sich auf den anderen. Ich möchte aber, dass jeder zuerst mal seine Leistung bringt und dann den anderen unterstützt. Aber wenn du deinem Mitspieler den Ball nur in die Füße spielst und sagst ,mach du mal‘, dann gibst du die Verantwortung einfach nur weiter.“ Natürlich, so Klose weiter, verstehe er, dass Läufe leichter sind, wenn „du 2:0 führst. Aber Lustenau hat es schon voher gemacht. Das ist Einstellungssache. Das musst du dir erarbeiten im täglichen Training“. Die Spieler, so ist er sich sicher, werden daraus lernen. „Ich weiß, welchen Weg wir schon gegangen sind und wie wir uns verbessert haben. Das ist ein stetiger Prozess. Jeden Tag lernen, so ist das Leben.“

„Du kommst nur weiter, wenn du auch lernst, gegen den Ball zu arbeiten.“

Miroslav Klose nach der Derby-Niederlage
Das Ergebnis erhellte das Reichshofstadion, die Mienen der Altacher blieben jedoch finster. <span class="copyright">gepa</span>
Das Ergebnis erhellte das Reichshofstadion, die Mienen der Altacher blieben jedoch finster. gepa

Klose will bei diesem Lernprozess vorangehen, will darin „die Jungs unterstützen“. Im Fußball könne man nicht immer alles fußballerisch ausführen. „Da kannst du noch so talentiert sein. Du kommst nur weiter, wenn du auch lernst, gegen den Ball zu arbeiten.“ Eine klare Ansage, ein klares Ziel.

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