Heimvorteil als Trumpfkarte

Leichtathletik-Asse aus dem Ländle wollen „Zuhause“ überzeugen.
Bregenz Nach zehnjähriger Pause kommt es am Wochenende in Vorarlberg wieder zum Stelldichein von Österreichs besten Leichtathleten im Kampf um die Medaillen und Platzierungen auf höchster nationaler Ebene. Neben dem Kampf um Gold, Silber und Bronze sind die nach 1951 zum zweiten Mal in der Geschichte im Casinostadion in Bregenz stattfindenden Staatsmeisterschaften für viele Athleten aber auch eine wichtige Station im Qualifikations-Prozess für die Weltmeisterschaft vom 19. bis 27. August in Budapest sowie Blickrichtung kommendes Jahr mit der Europameisterschaft Anfang Juni in Rom und wenige Wochen später die Olympischen Sommerspiele in Paris. Da ein Meistertitel 100 Bonuspunkte für das seit einigen Jahren für internationale Großereignisse herangezogene World-Ranking einbringen, ist die gesamte rot-weiß-rote Elite in Bregenz zu sehen.
254 Athletinnen und Athleten
Zu den 22 Bewerben am Samstag (11 bis ca. 20.15 Uhr) sowie für die zwölf Einzel- und zwei Staffelbewerbe am Sonntag (11.30 bis ca. 15.15 Uhr) sind insgesamt 254 Athletinnen und Athleten aus 61 Vereinen und allen Bundesländern gemeldet. Bekanntester Name in der Starterliste ist Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger, der bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio Bronze holte. Weiters dabei sind Sprint-Ass Markus Fuchs, Speerwerferin Victoria Hudson und Siebenkampf-Rekordhalterin Verena Mayr. Der Vorarlberger Fachverband (VLV) ist mit insgesamt 21 Aktiven (neun weibliche und zwölf männliche) aus elf Vereinen vertreten und alle verfolgen das selbe Ziel: „Sie wollen sich bei den Heim-Titelkämpfen von ihrer besten Seite präsentieren.“ Dass ein Auftritt vor den Augen der Familie, Freunde und Bekannten zu einem Leistunggschub führen können, bestätigt Isabel Posch mit Blick auf ihren fulminanten Auftritt vor wenigen Wochen beim Hypomeeting in Götzis: „Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass annähernd so eine geniale Stimmung wie in Götzis herrschen wird. Trotzdem werden die Staatsmeisterschaften eine ganz besondere Bedeutung haben, und ich bin sicher, dass der Heimvorteil eine Trumpfkarte im Kampf um eine Medaille oder Spitzenleistung sein kann.“
Posch und Zech topgereiht
Der Blick auf die Nennlisten in den einzelnen Bewerben unterstreicht die realistischen Medaillenchancen von VLV-Aktiven. Isabel Posch ist im Weitsprung nach ihrem Rekordsatz auf 6,43 m in Götzis topgereiht, nimmt im 200-m-Lauf Rang zwei und im Hürdensprint Position drei ein. Jeweils auf Position zwei in Bezug auf die persönliche Bestleistung eingestuft sind Chiara-Belinda Schuler im Speerwuf und Anna Mager im 400-m-Hürdenlauf.
Bei den Männern führt Lukas Zech die Startliste mit einer Bestmarke von 14,69 Sekunden an, und Lokalmatador Leonhard Elbs ist über die 400 m Hürden auf Platz drei gereiht. Das selbe gilt für Daniel Bertschler in Hoch- und im Stabhochsprung.
Für Schuler, Mager, Lisa Redlinger und Oluwatosin Ayodeji sind die Titelkämpfe vor der Haustüre gleichzeitig die Generalprobe vor der U23-EM kommende Woche in Espoo. Schuler wird in Finnland im Siebenkampf, Mager über 400 m Hürden, Redlinger über 5000 m und Ayodeji, der in Bregenz auf einen Start verzichtet, im Weitsprung an den Start gehen.
„Der Heimvorteil kann eine Trumpfkarte im Kampf um eine Medaille oder Topleistung sein.“


