Der Bruno als neue Motivation

Auch ein gebrochener Daumen mindert nicht den Ehrgeiz von Eileen Campbell.
Altach Nur einen Tag nach der Auszeichnung mit dem Bruno 2023 für die beste Fußballerin der Saison tauschte Eileen Campbell die Abendrobe gegen das Trainingsgewand. Dabei gehören Ehrungen für die seit gut einem Monat (17. September) 23-jährige Feldkircherin mit nordirischen Wurzeln in diesem Jahr schon fast zum Tagesgeschäft. Im Februar erst von den Vorarlberger Nachrichten als „Vorarlbergs Fußballerin des Jahres 2022“ geehrt, durfte sich die Offensivspielerin mit Saisonende 2022/23 erstmals über die Auszeichnung „Spielerin der Saison“, gewählt von Trainern, Sportdirektoren und Präsidenten der Frauenfußball-Bundesligaklubs, freuen – und nun hält die Angestellte in einer Anwaltskanzlei in Liechtenstein den „Bruno“ als beste Fußballerin der Saison, gewählt von den Spielerinnen, in den Händen. „Das bedeutet mir sehr viel. Ich finde sicher einen geeigneten Platz“, erzählt die stolze Besitzerin. „Ein paar Trophäen habe ich ja schon“, fügt sie mit einem Schmunzeln hinzu.
Das Ausland im Visier
Die ehrgeizige Spielerin hat den Fokus auf den Sport dennoch nicht aus den Augen verloren. Mit Altach im Herbst ohne Punkteverlust zu bleiben, gehört dabei ebenso zu ihren Zielen, wie mit dem Nationalteam in der Nations League den Klassenerhalt zu schaffen. Und dann wäre da ja noch die Möglichkeit eines Auslandsengagements. „In mir lodert es“, gibt sie zu. „Ich möchte selbst wissen, wie weit es bei mir gehen kann.“ Campbell will den Schritt in den Profibereich wagen und ihre derzeit 42 Arbeitsstunden in den Fußball investieren. „Mir fehlt einfach die Zeit zur richtigen Regeneration“, weiß sie und: „Die psychische Belastung ist schon recht groß.“ Deshalb werde ihr Weg – früher oder später – ins Ausland führen. Darüber lässt sie keine Zweifel aufkommen.
Bei Bundesliga-Spitzenreiter SPG SCR Altach/FFC Vorderland steht Campbell noch bis Saisonende unter Vertrag. Einen frühzeitigen Abgang im Winter kann sie sich zwar vorstellen, doch „dann muss es für alle Seiten passen“. Derzeit wird ihr Marktwert mit rund 50.000 Euro beziffert – Tendenz steigend. Denn mit jedem Einsatz im Teamdress rückt die Spielerin mehr in den Mittelpunkt. Zudem könnten ihre nordirischen Wurzeln und ein britischer Pass für einen Wechsel auf die Insel hilfreich sein.
Vorfreude auf Heim-Länderspiel
Aktuell schränkt ein gebrochener Daumen, erlitten im Spiel gegen Neulengbach, ihre Bewegungsfreiheit ein wenig ein. Deshalb trägt Campbell einen Gips an der linken Hand. Davon lässt sie sich jedoch nicht beeinflussen, weder im Training noch im Spiel – wie zuletzt beim Sieg gegen die Vienna. „Ich bin auch mit dem Teamarzt ständig in Kontakt“, verrät die siebenfache ÖFB-Teamspielerin. „Vielleicht ist der Gips ja schon am Wochenende weg.“ Da empfängt Altach am Samstag (14 Uhr) im Ligaspiel den FC Bergheim. Vielmehr verspürt sie schon Vorfreude auf das Heim-Länderspiel, wenn am 27. Oktober (18 Uhr) in Altach das Nations-League-Spiel gegen Portugal steigt. VN-cha

