Inferiores Altach am Tivoli gedemütigt

Mit der schlechtesten Saisonleistung hat sich der Cashpoint SCR Altach in eine unangenehme Situation befördert. Mit 1:5 kam man in Innsbruck gegen die WSG Tirol ganz arg unter die Räder.
Innsbruck Mit einem Vorsprung von acht Punkten war man in das Spiel am Tivoli gegangen, am Ende waren es deren nur noch fünf. Weil Altach eine Halbzeit lang völlig von der Rolle war, weil man kein Mittel gegen spielerisch bessere Tiroler, weil man die Zweikämpfe verlor und weil kollektiv kein Aufbäumen zu sehen war. Es war teilweise vogelwild, was die Mannschaft auf dem Platz zeigte. Die 1:5-Niederlage war am Ende das Ergebnis eines gebrauchten Fußballtages.

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Im Vorfeld der Partie hatte sich die Vorahnung von Cheftrainer Joachim Standfest bestätigt. Hatte er am Freitag nach dem Training noch auf eine leichte Verletzung bei Manuel Prietl gehofft, so wurde am späten Abend ein Kreuzbandriss im linken Knie diagnostiziert. Damit droht der 32-jährige Routinier die gesamte Saison auszufallen.
admiral Bundesliga
14. Spieltag
WSG Tirol vs Cashpoint SCR Altach 5:1 (3:0)
Innsbruck, Tivoli Stadion Tirol, 1950 Zuschauer, SR Alexander Harkam (ST)
Torfolge: 33. 1:0 Ertlthaler, 39. 2:0 Lukas Gugganig (Eigentor), 45. 3:0 Prelec, 61. 4:0 Skrbo, 64. 4:1 Gustavo Santos, 80. 5:1 Ogrinec
Gelbe Karten: 31. Gebauer (Altach), 72. Bacher (WSG Tirol), 90. Lukas Gugganig (Altach/alle Foulspiel)
WSG Tirol (4-4-2) Stejskal – Bacher, Okungbowa, David Gugganig, Kofi Schulz (87. Stumberger) – Taferner, Üstündag, Skrbo (71. Ogrinec), Ertlthaler (71. Kronberger) – Prelec (87. Tomic), Diarra (82. Forst)
Cashpoint SCR Altach (3-5-2) Stojanovic – Felix Strauss (46. Ingolitsch), Lukas Gugganig, Koller – Gebauer (46. Gustavo Santos), Fadinger (46. Jan Jurcec), Jäger, Bähre, Lukacevic – Nuhiu (62. Bischof), Reiter (84. Zwischenbrugger)

Es war um 17.32 Uhr, da hatte auch die WSG Tirol die Schallmauer von 500 Minuten ohne Tor durchbrochen. Zu dem Zeitpunkt warteten die vielen Altach-Fans im Tivoli schon mehr als 550 Minuten auf einen Torjubel in der Bundesliga. Gleichwohl suchten beide Mannschaften die Offensive, wobei die Tiroler schon nach viereinhalb Minuten eine richtig gute Chance vergaben. Mahamadou Diarra war mit dem Kopf schneller als Paul Koller, sein Kopfball aus kurzer Distanz nach einer gefühlvollen Flanke von Kofi Schulz strich jedoch knapp am langen Eck vorbei. Glück für Altach also in der Anfangsphase, in der die Standfest-Schützlinge doch ein wenig unkonzentriert wirkten und erst nach 20 Minuten besser ins Spiel fanden.
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Slapstick-Tore
Es waren jedoch die Tiroler, die dann nach 514 Minuten die Torsperre durchbrachen. Und das dank der Mithilfe der SCRA-Abwehr. Ein langer Ball auf Atdhe Nuhiu wurde von den Gastgebern abgefangen und dann ging es schnell durch das Mittelfeld, mit einem schönen Pass von Matthäus Taferner auf Nik Prelec. Allein vor dem heraus eilenden Dejan Stojanovcic überhob er den SCRA-Torhüter. Felix Strauss erwischte den Ball zwar noch vor der Linie, doch der Ball war plötzlich frei, als Lukas Gugganig seinen Mitspieler umlief und am Abschlag hinderte. Damit nicht genug, erbte Julius Ertlthaler das Leder und drückte aus kurzer Distanz an (33.). Nur sechs Minuten später die nächste dumme Aktion, als Gugganig bei einem Flankenball völlig ungehindert hochging und den etwas zu weit vor dem Tor stehenden Stojanovic überhob – Eigentor: 0:2 aus Sicht der Altacher (39.).

Die Vorarlberger waren völlig von der Rolle, ließen alles vermissen. Und dennoch landete der Ball im Tor der WSG. Allein der Abschluss von Nuhiu wurde von SR Alexander Harkam zurückgepfiffen, weil er zuvor ein Stürmerfoul von Dominik Reiter gesehen hatte (41.). Es sollte jedoch alles gewesen sein, was Altach in der ersten Halbzeit auf die Reihe bekam. Denn die Hausherren kombinierten sich in den letzten Minuten der ersten Halbzeit locker durch die SCRA-Reihen. Und so war das 3:0 gegen eine an Schießbude erinnernde Elf der Rheindörfler die logische Folge. Weil Gebauer bei seinem Abwehrversuch patzte, vermochte Prelec aus kurzer Distanz Stojanovic zu bezwingen (45.).

Dreifachwechsel zur Pause
Nach der vielleicht schlechtesten Halbzeit der Ära Standfest, reagierte der Coach zur Pause mit einem Dreifachwechsel und einem veränderten System. Sandro Ingolitsch ersetzte Strauss, Jan Jurcec kam für Gebauer und mit Gustavo Santos kam für Fadinger ein weiterer Stürmer ins Spiel. Zudem agierte Altach nun im 4-4-2-System. Nach 589 Minuten war dann zumindest der Bann in Sachen Tore gebrochen – dank einer Einzelleistung von Gustavo Santos. Der Brasilianer zog von der Seitenlinie in Richtung Strafraum und sein Schuss schlug ein (64.). Fast hätte Lukas Gugganig nachgedoppelt, doch der Abwehrchef scheiterte nach einem herrlichen Pass von Mike Bähre an WSG-Goalie Adam Stejskal (77.). Besser machten es da die Tiroler, die durch Sandi Ogrinec ganz leicht zum fünften Treffer kamen (80.). Individuelle Fehler und kollektives Versagen waren am Ende ausschlaggebend für die bittere Altacher Pleite am Tivoli.
