Deshalb heißt es jetzt 3:0 für Bregenz

Sport / 03.03.2025 • 20:03 Uhr
GEPA-20250301-101-120-0046
GEPA-20250301-101-120-0046

Bundesliga-Strafsenat urteilte aufgrund des „unberechtigten Abtretens“ der Gastmannschaft FC Liefering.

Bregenz-Wien Das Meisterschaftsspiel im Rahmen der Admiral 2. Liga zwischen SW Bregenz und FC Liefering hatte am Samstag ein unrühmliches, vorzeitiges Ende, begleitet von Rassismusvorwürfen gegen einen Spieler der Salzburger, gefunden. Völlig vergessen dabei die sportlich guten Leistungen beider Mannschaften in den zuvor gespielten 91 Minuten sowie der zu diesem Zeitpunkt feststehende Heimsieg der Bodenseestädter.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Mit dem Abbruch wurde die Partie zu einem Fall für den Strafsenat, der nunmehr das Urteil fällte und dabei die hohe Sensibilität für diskriminierende Vorfälle ebenso berücksichtigte wie das aktive Engagement der Liga gegen Rassismus und Diskriminierung. „Jeder Vorfall ist einer zu viel“, hieß es nach der Routine-Sitzung des Senat 1, allerdings sei der Fall in Bregenz aus mehreren Gesichtspunkten gesondert zu betrachten. Auch und insbesondere dank der raschen und entschiedenen Reaktion des Heimvereins SW Bregenz. Für die Urteilsbegründung, das Spiel aufgrund des unberechtigten Abtretens der Gastmannschaft mit 3:0 für Bregenz zu werten, wurde seitens des Strasenates folgendes ausdrücklich festgehalten:

Beim Rufer handelte es sich um eine geistig beeinträchtigte Einzelperson.

Der Rufer wurde sofort ausgeforscht und des Stadions verwiesen.

Es gab eine entschiedene und sofortige Reaktion des Clubs, nicht nur mittels Stadiondurchsagen, sondern auch durch eine umgehende Reaktion und Distanzierung des Clubs auf Social Media.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Instagram angezeigt.

GEPA-20250301-101-120-0009
Beim FC Liefering ging man mit den Formulierungen von SR Julian Schnur konform. gepa

Statement

Liefering-Geschäftsführer Manfred Pamminger (47) wollte den Vorfall schon im Vorfeld des Urteils ducrh den Strafsenat nicht überbewerten, jedoch auch nicht verharmlosen. Der ehemalige Fußball, der u. a. für die Austria Lustenau und auch für Altach aktiv war, verriet dann auch, dass man seitens des Clubs nur mit einer kurzen Stellungnahme des FC Liefering an die Bundesliga reagierte. Und Pamminger begründete im VN-Gespräch die Maßnahme: „Erstens stimmen wir mit dem Bericht des Schiedsrichter (Anm. d. Red.: Julian Schnur) völlig überein. Zweitens war es zu keiner Zeit unser Antrieb, das Spielergebnis auf dem grünen Tisch zu drehen. Drittens haben die Verantwortlichen von SW Bregenz in der Situation sehr gut reagiert.“

Deshalb heißt es jetzt 3:0 für Bregenz

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Instagram angezeigt.

GEPA-20250301-101-120-0022
Kein Platz für Rassismus gibt es bei den heimischen Bundesligaclubs. gepa

Doppeltes Hausverbot

Das schnelle Ausforschen des Übeltäters, ein auch bei der Austria Lustenau und beim SCR Altach bekannter Fußballfan, und das klare Aussprechen eines Hausverbots bezüglich des Stadions, zeigt die klare Haltung des Vereins. „Keine Toleranz“, so die Verantwortlichen von SW Bregenz, gebe es bezüglich Rassismus. Das begrüßte auch Austrias Vorstandssprecher Bernd Bösch, der noch am Wochenende in Kontakt mit SWB-Geschäftsführer Predrag Zivanovic war. „Wir benutzen dasselbe Stadion, da war es für uns ganz klar, dass das Hausverbot auch für die Spiele von Austria Lustenau gilt“, so Bösch im Gespräch mit den VN. Mehr noch, seitens der Austria wurde jene Person, die mit ihren „menschenverachtenden Äußerungen“ für den Spielabbruch in Bregenz verantwortlich zeichnete, auch mit einem Hausverbot für das am Sommer bespielbare neue Stadion in Lustenau belegt. „Grün-Weiß steht für Vielfalt, Respekt und Fairness“, sagt Bösch und zeigt damit dem Rassismus die Rote Karte. „Da halte ich es wie Bregenz. Null Toleranz.“

GEPA-20240413-101-110-0064
SWB-Geschäftsführer Predrag Zivanovic reagierte erleichtert, zumal die vergangenen Wochen überaus ereignisreich waren. gepa

Nicht anders wird das Thema in Altach abgehandelt, wie Manuel Willam, Assistent der Geschäftsleitung, bestätigt. „Wir als Verein distanzieren uns ganz klar.“ Noch habe man clubintern noch keinen Rassismus-Vorfall im Stadion behandeln müssen. Mit dem Thema allerdings beschäftige man sich sehr wohl, nicht erst seit dem Vorfall in Bregenz. Wohl wissend, dass eine schnelle Ausforschung bei größerem Zuschaueraufkommen nicht immer so einfach ist.

Lizenzantrag abegeben

Die Erleichterung ob des Urteils war bei Zivanovic durchaus gegeben. Zumal die Behandlung des Falls auch noch zeitgleich mit der Abgabe des Lizenzantrages an die Bundesliga, inklusive den ausstehenden Kennzahlen, zusammenfiel. „Wir haben uns als Verein klar deklariert. Da ist kein Platz für Rassismus“, sagte der 43-Jährige. Jetzt sei man froh, wieder mit sportlichen Themen für Schlagzeilen sorgen zu können. Und dafür gibt es schon am Freitag die nächste Gelegenheit, wenn die Schwarz-Weißen bei Tabellenführer Admira Wacker gastieren.
Wichtig für die Bregenzer in der Lizenzabgabe war auch die Zusage der Stadt Bregenz, für die Finanzierung der im Stadion installierten und angemieteten notwendigen Provisorien wie Tribünenerweiterung, TV-Turm usw., weiterhin mit aufkommen.