
Die Bälle ruhten, die Aufregung war groß
SW Bregenz kassiert 2:4-Niederlage in St. Pölten, Van Acker hadert.
St. Pölten Nach dem vierten Gegentreffer zuckte Regi Van Acker nur mehr mit den Schultern. „Vier Tore – das ist ein bisschen zu viel“, meinte der Trainer von SW Bregenz nach dem Spiel beim SKN St. Pölten. Beim 2:4 war seine Mannschaft über weite Strecken unterlegen, zeigte sich auch torgefährlich – aber hinten viel zu anfällig.

Das Spiel machte dabei zunächst das Heimteam, Bregenz hatte bei einem Eckball in Minute drei bereits viel Glück, die Standards beschäftigten die Gäste über die gesamte Spieldauer. „Vor der ersten Trinkpause haben wir nicht gut auf die Umstellungen von St. Pölten reagiert“, erklärte Van Acker später. Der Gegner hätte anders gespielt als erwartet und im Training vorbereitet, sein Team habe mit den Umstellungen des Gegners zunächst nicht umgehen können. Der Coach nahm dabei auch seine Spieler in die Pflicht: „Wir haben Erfahrung im Mittelfeld, wir müssen da selbst auch ein bisschen reagieren.“

Fussball
Admiral 2. Liga
2 . Spieltag
SKN St. Pölten – SW Bregenz 4:2 (0:0)
St. Pölten, NV Arena; 1.259 Zuschauer; SR Alain Sadikovski
Torfolge: 51. 0:1 Atsushi Zaizen, 54. 1:1 Marc Stendera (Strafstoß), 60. 2:1 Marco Hausjell, 63. 3:1 Stefan Thesker, 69. 4:1 Marco Hausjell, 81. 4:2 Atsushi Zaizen
Gelbe Karten: Krasniqi, Kurt bzw. Marceta, Schriebl
SW Bregenz (4-1-2-3): Kretschmer – Vojic (68. Nussbaumer), Dirnberger, Marceta, Cotter (82. Rottensteiner) – Schriebl – Lüchinger (68. Umjenovic), Tartarotti – Eloshvili (68. Maksimovic), Rossi (46. Stefanon), Zaizen

Doppelter Zaizen, vierfacher SKN
Nach der Trinkpause war es besser, in die Kabine ging es ohne Treffer auf beiden Seiten. „0:0 zur Pause, das ist okay. Super, habe ich mir gedacht“, so Van Acker. Der Plan, abzuwarten und St. Pölten das Spiel machen zu lassen, schien gut zu sein, eine tolle Einzelaktion von Neuzugang Atsushi Zaizen brachte Bregenz entgegen dem Spielverlauf in Führung (51.). Zaizen suchte den Weg zur Bank, die Bregenzer Jubeltraube bildete sich. Dann fiel Bregenz aber auseinander – und das schnell. Nach einem Freistoß bearbeitete Johannes Schriebl den Gegenspieler zu eindeutig, den Strafstoß verwandelte Marc Stendera (54.).

„Wenn du vier Tore in einer Halbzeit kassierst, ist das ist schon ein bisschen zu viel.“
Regi van Acker, SW-Trainer nach der Niederlage

Die ruhenden Bälle hielten Bregenz weiter auf Trab, Furkan Dursan verlängerte einen Eckball an die Latte, Marco Hausjell staubte ab (60.). Mit der nächsten Ecke erzielte Kapitän Stefan Thesker den nächsten Treffer (63.) und aus einem eigenen Einwurf legte man quasi das vierte Tor vor, Hausjell brauchte den Ball nur mehr über die Linie zu drücken. Dass auch Zaizen nach einem Freistoß den Doppelpack schnürte, war vor allem für ihn persönlich schön, für Punkte reichte es aber nicht.

Zwei Situationen und zwei Meter
„Für mich gibt es zwei entscheidende Momente“, so Van Acker nach dem Spiel. Konkret sprach er zwei Fehlentscheidungen des Schiedsrichter vor den ersten Gegentoren an, ohne die es gar nicht erst zu den ruhenden Bällen gekommen wäre. Die Schuld nur beim Unparteiischen suchen wollte der Belgier aber auch nicht, die Schwäche bei defensiven Standards war augenscheinlich. „Die St. Pöltner sind zwei Meter groß, bei uns haben die Spieler dann damit Probleme, das hatten sie auch im Zweikampf.“ Durch die erste Saisonniederlage bleibt Bregenz weiterhin im negativen Punktespektrum.