Mit dem Erfolgscoach zurück in die Zukunft

Sport / 10.10.2025 • 13:00 Uhr

Trainerwechsel bei SW Brgenz: Andreas Heraf (58) folgt auf Tugberg Tanrivermis (36).

Bregenz Am Ende musste alles ganz schnell gehen. Denn nach nur zwölf Tagen im Amt ist die Ära von Tugberg Tanrivermis als Coach von SW Bregenz wieder beendet. Verfolgte der 36-Jährige noch den ersten Auftritt seiner Schützlinge im Spiel gegen Sturm II von der Tribüne aus, so war er im Test gegen das zweite Team von GC Zürich (4:2) schon gar nicht mehr im Stadion. Aus familiären Gründen musste Tanrivermis in seine Heimat reisen.

Neuer SW Bregenz Trainer Tugberk Tanrivermis im ImmoAgentur Stadion in Bregenz
In Bregenz hatte Tugberg Tanrivermis nur den Tribünenplatz probiert. Bitriol

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“Das haben wir natürlich akzeptiert”, sagt SWB-Präsident Thomas Fricke. Zugleich betonte der 56-Jährige im VN-Gespräch, dass man als Verein vorausblickend handeln musste. “Wir wussten ja nicht, wie sich die Dinge für den Coach entwickeln.” Nunmehr haben die Bregenzer Gewissheit. In einem längeren Telefonat erklärte Tanrivermis, dass er dem Club in den nächsten Wochen nicht zur Verfügung stehen wird. Deshalb entschieden sich beide Seiten, den Vertrag einvernehmlich aufzulösen. “Bedauerlich, aber wir müssen das Wohl des Vereins im Auge behalten. Für uns sind die nächsten Wochen im Kampf um den Klassenerhalt sehr wichtig”, so Fricke.

Fußball
Zurück im Ländle: Andreas Herf.

Heraf übernimmt per sofort

Es musste also sofort gehandelt werden. Der Trainermarkt wurde sondiert. Doch rasch war vereinsintern klar, Andreas Heraf zu einer Rückkehr zu bewegen. Rasch war eine Gesprächsbasis gefunden und auch eine Einigung erzielt. Der ehemalige SWB-Erfolgscoach, in dieser Saison Coach bei der SV Gmunden in der oberösterreichischen Landesliga (West), hatte die Schwarz-Weißen ja nicht nur in die 2. Liga geführt, er hatte die Mannschaft zu einem Spitzenteam geformt. Im Dezember 2023 verließ Heraf Bregenz jedoch auf eigenen Wunsch und wechselte zu Ligakonkurrent SC Austria Lustenau. Dies hinterließ natürlich ein paar Spuren, zumal zu dem Zeitpunkt beide Teams im ImmoAgentur-Stadion in der Landeshauptstadt spielten.

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Diese wurden nun in den Gesprächen ausgeräumt. Heraf und die Clubverantwortlichen einigten sich über eine sofortige Rückkehr des gebürtigen Wieners. Nach dem samstägigen Spiel mit Gmunden bei der SPG Esternberg wird der Coach zurück ins Ländle kommen und am Montag seine Arbeit in Bregenz beginnen. Es soll laut Fricke eine langfristige Rückkehr sein, denn der Vertrag läuft bis 2027. Heraf, 2023 auch Vorarlbergs Trainer des Jahres, bisherige Bilanz mit SWB in 27 Spielen: 15 Siege und nur sechs Niederlagen, bei einem Punkteschnitt von 1,89.

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Vorfreude und Dankbarkeit

Heraf selbst dankt vor allem seinem aktuellen Club für das Verständnis, ihm die Chance, wieder in der Bundesliga arbeiten zu können, zu geben. “Das ist nicht selbstverständlich”, sagt er. Zumal sein Team an der Tabellenspitze zu finden ist und unter ihm als Coach, inklusive Cup, nur eines von 13 Spielen verloren hat. “Es ist also schon auch ein weinendes Auge dabei”, sagt er. Allerdings stehe außer Frage, dass er sich auf die Rückkehr nach Bregenz freut. Ab Montag wird er das Training leiten, erste Kontaktaufnahme mit Spielern gab es bereits. Zudem hat er die Schwarz-Weißen (“Jeder weiß, dass ich mich in Vorarlberg immer sehr wohlgefühlt habe”) nie aus den Augen verloren. “Natürlich weiß ich, dass seit März kein Ligamatch mehr gewonnen wurde, dass man am Tabellenende steht. Fact ist aber, dass die Mannschaft sicher besser ist. Uns bleiben also jetzt noch 21 Runden, dies auch zu zeigen.” Ein wenig schmunzelnd überraschte er im Gespräch mit den VN mit einer Gegenfrage: “Willst du auch wissen, ob Bregenz dann wieder Heraf-Fußball spielt?” “Meine Antwort ist: Ich weiß es nicht. Das Torverhältnis mit Gmunden ist 37:4. Vielleicht ist das die Antwort.”

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