Bernadette Waskan: Das Überraschungsmädchen mit dem sonnigen Gemüt

08.05.2026 • 13:24 Uhr
Bernadette „Berny“ Waskan verlor trotz aller Hürden nie ihr sonniges Gemüt.
Bernadette “Berny” Waskan verlor trotz aller Hürden nie ihr sonniges Gemüt.privat

Am 15. März verstarb Bernadette Waskan aus Langen b. B., die als Familien-Sonnenschein mit unerschütterlichem Lebensmut in Erinnerung bleiben wird.

Von Alexandra Pinter

Langen Mit ihrer positiven und offenen Art meisterte “Berny”, wie sie liebevoll genannt wurde, ihren Lebensweg, bei dem es zahlreiche gesundheitliche Hürden zu überwinden gab.

Berny kam am 22. Juni 1960 in Langen bei Bregenz als dritte Tochter im Geschwisterverbund zur Welt, nach ihren Schwestern Marlies und Evi. Papa Melchiors Wunsch nach einem Stammhalter muss damals sehr groß gewesen sein, denn bei Bernys Geburt lagen schon die entsprechenden Geschenke bereit: Lederhosen, ein Trachtenjanker mit Tirolerhut und natürlich der passende Rucksack. Es gab besondere Momente im Leben der kleinen Berny, wo sie dieses “Bubenhäs” anzog, nämlich dann, wenn sie beleidigt war. Dann packte sie noch ein paar ihrer Spielsachen in den Rucksack und verkroch sich schmollend hinter einem Bretterstoß. Kaum war der kindliche Unmut wieder verflogen, verließ Berny den geheimen Rückzugsort und die Welt war wieder in Ordnung. Ihr jüngerer Bruder Johannes vervollständigte später dann auch den Kindersegen der Familie Nussbaumer.

Familienfeiern und gemütliches Beisammensein waren wichtig für Berny.
Familienfeiern und gemütliches Beisammensein waren wichtig für Berny.

Nach der Hauptschule begann Berny eine kaufmännische Lehre im Sägewerk ihres Vaters. Ein prägender Abschnitt in ihrem Leben, überschattet vom frühen Tod des Familienoberhauptes. Ein willkommener Trost in dieser schweren Zeit war das Kennenlernen ihrer großen Liebe Gerhard. Ein junger Koch mit hoffnungsvollen Plänen und steirischen Wurzeln. Gemeinsam erfüllten sie sich den Wunsch, eine Familie zu gründen, und wurden stolze Eltern von Benjamin und Sarah.

Bernadette „Berny“ Waskan liebte es, sich adrett und stilsicher zu kleiden.
Bernadette “Berny” Waskan liebte es, sich adrett und stilsicher zu kleiden.

Gerhard war als gefragter Koch beruflich sehr eingespannt und Berny hielt ihm als fürsorgliche Hausfrau und Mama den Rücken dafür frei. Ihrer Familie ein heimeliges Zuhause zu bieten, stand für sie an oberster Stelle. Dazu gehörten auch die gemeinsamen Weihnachten mit den Heiligabenden im Elternhaus, wo sich die gesamte Familie versammelte, um “Stadt-Land-Fluss” zu spielen. Ein gemütliches Beisammensein, von dem man noch lange zehren konnte und für Berny eine besondere “Medizin”, ihre gesundheitlichen Hürden etwas leichter zu nehmen. Waren es doch seit rund 14 Jahren die Atembeschwerden, begleitet von mehreren Operationen. Mit bewundernswerter Geduld und Akzeptanz meisterte sie eine Herausforderung nach der anderen und verlor dabei nie ihren Humor.

Seite an Seite: Berny und Gerhard waren ein harmonisches Team.
Seite an Seite: Berny und Gerhard waren ein harmonisches Team.

2020 erhielt Berny dann ein ganz besonderes Geschenk: ihren ersten Enkel Maximilian. Mit Valentin kam dann zwei Jahre später noch ein weiterer Sonnenschein in die Familie und Berny genoss ihr Oma-Dasein in vollen Zügen. Die beiden kleinen Mutmacher brachten nochmals Licht und Lebensfreude in ihr Leben, wie auch die Vorfreude auf das dritte Enkelkind.

Stolze Brauteltern am großen Tag ihrer Tochter Sarah – gemeinsam mit Bruder Benjamin.
Stolze Brauteltern am großen Tag ihrer Tochter Sarah – gemeinsam mit Bruder Benjamin.

Als gepflegte, immer adrett gekleidete Frau mit Stilsicherheit verstand sie es, sich entsprechend auszustatten. Dafür fuhr sie gerne auch mal ins DEZ nach Innsbruck und dieses Einkaufserlebnis wurde dann meist mit einer ausgedehnten Kaffeepause abgerundet.

Bernys letzte Lebensjahre waren überschattet von ihren krankheitsbedingten Beschwerden. Auch wenn sich der Krebs zurückzog, blieb das COPD ihr hartnäckiger Begleiter. Während dieser Zeit schuf Sohn Benjamin ein gemütliches Familiendomizil mit einem neuen Zuhause für sie und Gerhard. Dort konnte Berny in der neuen Stube zufrieden die Wärme des Holzofens und die offene Terrasse genießen. Unterstützende, herzöffnende Eindrücke auf Bernys letzter Wegstrecke, fürsorglich begleitet von ihrem Mann Gerhard. Er versuchte, ihr bis zum Schluss jeden Wunsch von den Augen abzulesen und mit hilfreichen Gesten für sie da zu sein. Berny war zutiefst dankbar dafür und unterstrich das liebevoll mit den Worten: “Ich hatte ein schönes Leben.”

Begleitet durch: Bestattung Nuck

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