Wenn die KI eine Hilfestellung bietet

Sport / 08.02.2026 • 18:03 Uhr
Snowboardcross
Olympische Winterspiele üben eine ganz besondere Anziehungskraft aus, auch auf Snowboardcross-Titelverteidiger Alessandro Hämmerle. VN

Snowboardcross-Olympiasieger Alessandro Hämmerle über seine ganz spezielle Zeit zwischen den Winterspielen.

Livigno Der Rücken zwickte und Spitzenmediziner waren überfragt. Was also tun? „Die KI ist geduldiger als ein Arzt, man kann sie alles fragen und lange diskutieren“, erzählte Alessandro „Izi“ Hämmerle, Olympiasieger von 2022 im Snowboardcross. „Ich bin verschiedene Bewegungsmuster durchgegangen, habe mir die Anatomie des Körpers angeschaut und einige Probleme habe ich wirklich mit ChatGPT gelöst.“ Das eine falsche „kleine Glied in der Kette“ wurde letztlich doch gefunden.

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„Die Rückenprobleme sind hauptsächlich von meinem Fuß ausgegangen, das Gangbild war schief“, erklärt Hämmerle. Der Montafoner, 1,90 Meter groß, 100 Kilo Kampfgewicht, stand zu viel am Außenfuß und auf der Ferse, wodurch sich sein Knie und die Hüfte ausdrehte und das Becken in Tiefstellung war. Irgendwann war das zu viel für den Rücken des Vorarlbergers, der zudem einen angeborenen Gleitwirbel spazieren trägt. „Ich habe mit über 30 Jahren praktisch neu gehen gelernt.“

Snowboardcross

Seitdem also versucht der 32-Jährige, den großen Zehenballen rechts mehr zu belasten, speziell auch im Alltag. „Es war ganz komisch, das ganze Gestell ist auf das alte Muster eingestellt. Es ist immer noch Arbeit, aber aus dem Schmerzmuster sind wir draußen.“ Für einen, dessen Körper sein größtes Kapital darstellt, ist das eine echte Befreiung – vor allem, da die Leidenszeit schon früher begonnen hatte. Monatelang plagten ihn Kopfschmerzen nach einer schweren Gehirnerschütterung. „Profisport macht seit dem Frühjahr wieder Spaß. Ich kann wieder voll trainieren, das konnte ich die letzten drei, vier Jahre nicht. Der Körper ist wieder besser in Schuss als vor ein paar Jahren“, berichtete Hämmerle freudestrahlend.

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Trainingslauf in Livigno mit Izi Hämmerle. gepa

“Will das Ding wiederholen”

Den Winterspielen in Italien blickt er deshalb voller Zuversicht entgegen. „Ich bin so zufrieden mit meinem Snowboarden aktuell. Wenn ich einen guten Tag habe, muss ich mich vor niemandem verstecken“, sagte der dreifache Snowboardcross-Gesamtweltcupsieger. Die vor vier Jahren bei den Corona-Spielen in China eingefahrene Goldmedaille habe ihm Bekanntheit verschafft und so manche Tür geöffnet. „Es war ein immenser Schub, was die Personenmarke – die Sichtbarkeit speziell in der Breite – angeht. Bei uns in Vorarlberg merkt man schon, man hat da was Spezielles erreicht.“

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Mit viel mehr Genuss

Für das anstehende Großereignis, bei dem „Izi“ Hämmerle im Einzel (12. Februar) und möglicherweise im Mixed Team (15.) antritt, habe er sich vorgenommen, „das Ganze mit viel mehr Genuss zu nehmen“. Eigentlich. „Jetzt bin ich aber wieder angespannt – und will das Ding im besten Fall wiederholen. Ich habe alles wieder so angelegt wie beim letzten Mal, ich fühle sehr gut vorbereitet.“ Wohlwissend, dass im Snowboardcross, im teilweise brutalen Kampf Mann gegen Mann, nicht alles immer von der eigenen Leistung abhängt.