Der goldene Olympiatraum

Sport / 10.02.2026 • 21:05 Uhr
Der goldene Olympiatraum
Das Strahlen der Siegerinnen der Teamkombination: Mit Gold hochdekoriert jubeln Ariane Rädler (links) und Katharina Huber in Richtung der vielen TV- und Fotokameras. apa

Viele Emotionen nach dem Sieg in der Teamkombination. Rückschläge machten Ariane Rädler nur stärker.

Cortina d’Ampezzo “Ich habe so viel durchgemacht, da war der Traum von Olympia schon einmal kurz weg. Ich habe mich immer wieder zurückgekämpft. Umso schöner ist es jetzt, dass es geklappt hat. Und das mit der Kathi (Anm. d. Red.: Huber). Wir kennen uns schon so lange. Wir sind schon zu Schülerzeiten gemeinsam Rennen gefahren. Das ist einfach cool – Dreamteam.” Ehrliche Worte einer so hart arbeitenden Sportlerin. Vier Kreuzbandrisse, der Tod ihrer Mutter, all das gab es für Ariane Rädler zu verdauen. Doch die 31-Jährige gab nie auf, kämpfte sich immer wieder zurück und das Kämpferherz aus Möggers konnte sich vor allem auf die Familie und ein funktionierendes Umfeld verlassen.

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Ausgelassen lief sie im Zielraum auf Katharina Huber zu, als nach deren Slalomfahrt die “1” aufleuchtete. “Ich denke, ich habe eine gute Abfahrt gezeigt, und dann die Kathi, da habe ich irgendwie ein gutes Gefühl gehabt. Sie hat den Slalom so gut heruntergedrückt. Ich war so nervös, es war unglaublich. Ich bin so froh, es ist so cool.” Die so sehr Gelobte fand ebenfalls Worte der Bewunderung für ihre Abfahrtskollegin. “Die Ari ist so eine geile Abfahrt gefahren, so geil Skigefahren. Ich habe mir einfach nur vorgenommen: ‚Fahr‘ einfach geil Ski, so wie ich’s kann.’ Dass es sich so ausgeht und wir heute als Olympiasieger stehen, ich glaub’s noch überhaupt nicht.”

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Team 95 schlug zu

Sowohl Rädler als auch Huber sind Jahrgang 1995. Die Vorarlbergerin im Jänner, die Niederösterreicherin, die in Leoben geboren wurde, im Oktober. Und noch etwas verbindet das neue rot-weiß-rote “Dream Team”. Beide haben noch nie ein Weltcuprennen gewonnen. Und beide haben für einmal das umgesetzt, was sie auch im Training stets zeigen. Vieles hat also zusammengepasst an diesem so denkwürdigen Tag, der Vorarlberg die vierte olympische Ski-Alpin-Goldmedaillengewinnerin brachte. Zuvor hatten Trude Jochum-Beiser, Anita Wachter und Katharina Liensberger für goldene Olympiamomente im Ländle gesorgt.

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Historischer Erfolg

Nach dem historischen Erfolg wurden die beiden von ihren Emotionen überwältigt. In Tränen sprach Rädler über ihre Mutter, die 2019 verstorben ist und an die sie kurz vor der Gold-Fahrt von Huber dachte: “Ich habe mir gedacht, Mama, du musst jetzt auf uns schauen und uns helfen, dass die Kathi das ordentlich runterbringt. Ich habe schon viel mitgemacht, aber ich habe auch ein gutes Umfeld, das mich immer wieder zurückgebracht hat”, sagte Rädler.
Auch die Beziehung zu Teamkollegin Huber spielte für sie eine große Rolle: “Wir kennen uns schon so lange, sind schon früh gemeinsam Rennen gefahren. Ich habe mir immer gedacht, als ich gehört habe, dass ich die Kombi fahre, hoffentlich mit der Kathi. Dass es jetzt wirklich so ist, ist natürlich der Wahnsinn”, so Rädler.

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Rang sieben für Ortlieb/Gallhuber

Zweitbestes ÖSV-Duo wurden Cornelia Hütter und Katharina Truppe als Fünfte mit 0,61 Sek. Rückstand. Sie freuten sich mit ihren Teamkolleginnen. “Es war echt cool zum Zuschauen. Schade für uns, aber Gold für Österreich”, meinte Hütter. “Ja, richtig geil. Es freut mich richtig für die Zwei. Sie haben es sich verdient. Die haben Gold richtig kombiniert”, sagte Truppe, die als Fünfte in den Slalom gegangen war. “Ich muss sagen, ich habe die Nerven einfach nicht gehabt. Ich habe schon gewusst während der Fahrt, ich kriege kein Tempo zusammen”, erklärte sie. Nina Ortlieb/Katharina Gallhuber belegten Platz sieben (+0,97), Mirjam Puchner/Lisa Hörhager landeten auf Rang 14 (+2,51).

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Nach zweijähriger Verletzungspause gab Petra Vlhova ihr Comeback. Die 31-fache Weltcup-Siegerin aus der Slowakei hatte sich im Jänner 2024 einen Kreuzbandriss zugezogen und musste im März 2025 neuerlich operiert werden. Ihr Comeback dauerte nur wenige Sekunden, sie fädelte im Slalom ein, kann aber im Spezialslalom am 18. Februar neuerlich am Start stehen.