Altach-Remis in Hartberg: Kein Freuen, kein Jammern

Sport / 14.02.2026 • 23:32 Uhr
Altach-Remis in Hartberg: Kein Freuen, kein Jammern
Mike Bähre und Co. starteten mit Problemen – und schrammten trotzdem am Sieg vorbei. APA

Ganz spät verpasst Altach “Big Points” – zeigt sich nach schlechter erster Hälfte aber demütig.

Hartberg “Zum Schluss hätten wir fast alle noch einen Sprint von der Bank hingelegt, unter dem Strich geht das Unentschieden in Ordnung”, sagte Altachs Trainer Ognjen Zaric nach dem 0:0 in Hartberg. Den Sprint verhinderte der rechte Pfosten in Minute 90, ein Abschluss des eingewechselten Srdjan Hrstic (nach starkem Zuspiel von Anteo Fetahu) prallte gegen ihn, es war die beste Möglichkeit im ganzen Spiel.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

“Über die 90 Minuten gesehen ist das ‘X’ aber okay”, befand Zaric. Im dritten Pflichtspiel unter ihm ist es das erste ohne Sieg, das Spiel kein allzu attraktives. “Es war für den neutralen Zuschauer sicher nicht so schön”, meinte Vesel Demaku bei “Sky”. Unter den 2.867 Zuschauern im Stadion war auch Kosovo-Teamchef Franco Foda. “Ich hoffe, sein Bild von mir hat er schon. Es hat sicher bessere Tage gegeben, um zuzuschauen”, sagte Demaku dazu.

Von der Reise gebeutelt?

Altach startete beim in dieser Saison so starken Hartberg relativ gut – verlor dann aber rasch den Faden. “In der ersten Halbzeit waren wir nicht wirklich im Spiel drinnen, da war Hartberg klar die bessere Mannschaft”, sagte Mike Bähre, auch Kapitän Lukas Jäger – der per Kopf die beste Altacher Möglichkeit in Hälfte eins verzeichnete (11.) – sah da Probleme beim Team. Während Hartberg die richtige Positionierung gefunden habe, habe man selbst auf dem schwer bespielbaren Rasen nicht sauber genug gewesen. 58 Prozent Ballbesitz hatte Hartberg in Hälfte eins, war auch in den Zweikämpfen überlegen. Zu viel Respekt, zu viel Bedacht auf Sicherheit, habe Bähre gesehen. “Dementsprechend konnten wir vorne nicht so den Druck erzeugen, waren immer einen Schritt zu spät. Sie haben Situationen dann in Überzahl gelöst, es sah so aus, als ob wir nie in die Zweikämpfe kommen.” Was daraus resultierte, waren Hartberger Abschlüsse, bei denen sich Torhüter Dejan Stojanovic auszeichnen musste. In Minute 19 wehrte er aus kurzer Distanz einen Gewaltschuss ab, in Minute 42 fischte er einen Kopfball aus dem kurzen Eck.

Altach-Remis in Hartberg: Kein Freuen, kein Jammern
Problemanalyse: Nach dem Seitenwechsel stellte Altach um, es fruchtete. APA

Eine “extrem verschlafene erste Halbzeit von uns”, attestierte Patrick Greil im “Sky”-Interview. Man habe aber gestern auch keinen leichten Tag gehabt. Was damit gemeint war, klärte Zaric auf: Der eigentliche Flieger sei ausgefallen, es ging stattdessen über Zürich, dreieinhalb Stunden später als geplant war man dann am Ziel. “Da kann niemand etwas dafür, aber das war alles andere als optimal. Als Trainer spürst du das, versuchst, dagegenzuwirken.” Ausrede solle das keine sein, deshalb habe man es im Vorfeld auch nicht angesprochen. “Aber das ist dann vielleicht auch eine Erklärung, wieso du nach dem guten Start nicht den Zugriff hast.” Umso wichtiger sei gewesen, das 0:0 in die Pause zu retten.

“Die musst du dann nutzen”

In Hälfte zwei war Altach dann verbessert, das Pressing wurde adaptiert. “Wenn wir hohe Ballgewinne erzielen, haben wir auch im Ballbesitz unsere Momente”, erklärte Bähre. Schon in Hälfte eins gab es nach Hartberger Fehlpässen gute Umschaltsituationen, einzig schaute zu wenig dabei heraus. In Minute 53 war das besser, Greil fing einen Ball ab, schickte Ousmane Diawara mit einem klasse Heber auf den Weg, der vergab. Es war die erste gute Möglichkeit, die zweite war besagter Pfostenschuss in der Schlussminute. “Big Shots”, nannte Zaric sie. “Natürlich wäre es ein riesiger Push für uns alle gewesen. Trotzdem glaube ich, können wir mit dem Punkt leben”, sagte er. Beide Abwehrreihen hätten gut verteidigt, “die Anzahl der Chancen, die du kriegst, musst du dann nutzen.”

Altach-Remis in Hartberg: Kein Freuen, kein Jammern
Ousmane Diawara war vorne präsent, seine beste Möglichkeit blieb ungenutzt. APA

Auch auf Hartberger Seite konnte man mit dem Punktgewinn am Ende leben – auch wenn man sich angesichts der Tabellensituation mehr erhofft hatte, im Kampf um die Meistergruppe. “Am Ende müssen wir glücklich sein, dass wir einen Punkt geholt haben”, sagte Trainer Manfred Schmid. Das Spiel sei taktisch geprägt gewesen, gegen Ende immer vorsichtiger geworden. Sein Team tauchte zunehmend ab. “Es war so ein Spiel, wo das erste Tor entscheidet”, erklärte Schmid. Nur fiel es nicht. Lukas Spendlhofer meinte: “Die Topchance am Ende hat Altach gehabt, da hätten sie den Todessstoß setzen können. Deswegen war es in Ordnung, auch wenn ich am Platz das Gefühl gehabt habe, es ist einiges mehr drin.” Defensiv stehe man gut, arbeite fleißig. “Aber mit dem Ball ist immer noch Luft nach oben.” Er hätte für beide Mannschaften sprechen können.

Der Kampf um die Top-Sechs bleibt unverändert offen, auch Altach kann noch oben reinrutschen. “Wir wissen, wie wichtig drei Punkte gewesen wären. Aber nächste Woche haben wir wieder eine Chance”, meinte Jäger. Dann spielt Altach daheim gegen die Wiener Austria. “Wir werden punkten müssen, das ist uns klar.” Zum Abschluss folgen noch Rapid daheim und Sturm auswärts. “Leichtes Restprogramm, oder?”, meinte Demaku und lachte.