“Das Gefühl Olympia so richtig aufsaugen”

Skicrosser Nicolas Lussnig (24) will seinen Olympia-Samstag „genießen“.
Livigno Jetzt, da er schon mal da ist, lässt er das “Gefühl Olympia” mehr und mehr zu. Dabei ist sich Nicolas Lussnig durchaus bewusst, dass ihn neben seinen eigenen Leistungen auch das Verletzungspech seiner Teamkollegen – Johannes Rohrweck und Tristan Takats – das Ticket für Livigno gebracht hat.

“Natürlich wäre es schöner, sich direkt qualifiziert zu haben. Doch jetzt bin ich da und will es genießen und vor allem mein Bestes geben”, sagt der 24-Jährige mit Blick auf sein Debüt im Zeichen der fünf Ringe. Zumal auch Lussnig einer ist, dessen Karriere von Verletzungen durchzogen ist.

Vor allem jene Zeit, als er noch als Alpinfahrer für den heimischen Skiverband (VSV) im Einsatz war. “Hand, Schulter und auch den Knöchel habe ich mir in jungen Jahren gebrochen”, zählt er auf. Inzwischen gehört der ehemalige Super-G-Spezialist, wie auch seine Schwester Leonie (20), dem ÖSV-Skicrosskader an – und fühlt sich dabei “pudelwohl”. “Sprünge, Wellen fahren, das ist meins”, erzählt er, während in Livigno das Schneetreiben einen weiteren Trainingstag auf der Strecke verhindert.

Die erste Runde überstehen . . .
Die ersten Fahrten durfte er, wie auch Sonja Gigler, die heute ihren großen Auftritt hat, schon Anfang Februar machen. Inzwischen, so erzählt er, habe sich die Strecke doch ein wenig verändert. Sowohl in der Startsektion als auch in gewissen Kurven und am Schnee, der mit Wasser gehärtet wurde, sei gearbeitet worden. Alles nur, um die Geschwindigkeit für die Skicrosser zu erhöhen. All das nimmt Lussnig gerne mit, wie auch das Flair im Olympiaort Livigno.

“Es ist einfach cool, mit anderen Athleten ins Gespräch zu kommen”, so Lussnig. Zudem outet er sich als großer Fan des Big-Air-Events. “Einfach krass, was die da aufführen”, sagt er und erzählt, dass er gerne mal freeriden geht und dabei ein paar Sprünge einbaut.
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Mit dem Verlauf der Saison ist der Klauser, dessen Vater ihn einst als Trainer beim SC Oberland betreute, nur bedingt zufrieden. Nur dreimal konnte er sich für die besten 32 qualifizieren, ein 27. Platz am Auftakt-Wochenende in Val Thorens steht als bestes Ergebnis zu Buche. So ist es auch zu verstehen, dass sich der Vorarlberger für den olympischen Bewerb kein Ergebnisziel setzt. “Die erste Runde überstehen und danach kann eh vieles passieren”, lautet seine Herangehensweise.


Helfen kann da vielleicht das Gefühl aus dem Vorwinter, als er in Georgien zweimal ins Viertelfinale gefahren ist und nur knapp eine bessere Platzierung verpasst hat. “Da ist plötzlich alles leicht von der Hand gegangen. Ein Gefühl, das ich mir jetzt wieder visualisieren werde.” Und wirklich: Lussnig steht bei Olympia nicht unter Druck, ähnlich wie im Februar des Vorjahres in Gudauri. Er kann befreit fahren und er weiß um die Unterstützung seiner Familie.

“Sie werden alle da sein, es ist ja nur ein Katzensprung von Vorarlberg.” Beste Voraussetzungen für ihn, der sich als “Außenseiter” bezeichnet, möglicherweise ein gefährlicher Außenseiter.

