Der hungrige Jäger

Sport / 05.03.2026 • 12:39 Uhr
Der hungrige Jäger
Die Zähne zeigen: Jäger tat beim Jubeln, was das Team im Spiel auch machte. VN

Altachs Kapitän erlebte im Cup-Halbfinale „einen besonderen Tag“. Jetzt soll es Beute geben.

Wals-Siezenheim Die Kamera war in Großaufnahme auf ihn gerichtet, da wuselte Lukas Jäger durch den Fünfmeterraum, im Zickzackkurs, schüttelte Gegenspieler Frans Krätzig mühelos ab. Der Eckball von Patrick Greil kam von rechts geflogen, und schon war der Ball unter die Querlatte gewuchtet. Das war einstudiert, und es klappte wunschgemäß. “Die Flanke kommt perfekt, ich habe nicht lange überlegen können, habe einfach den Kopf hingehalten”, sagte Jäger nach dem Spiel.

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“Wenn ich ihn im Training köpfen sehe, schaut das ein bisschen anders aus. Wahnsinn!”, meinte hingegen Mitspieler Mike Bähre, lachte und fügte hinzu: “Er hat uns heute ins Finale geführt.” Für Jäger war es der 27. Einsatz im Cup und sein erster Treffer. “Ich hätte mir keinen besseren Zeitpunkt aussuchen können”, meinte er im ORF-Interview.

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“Wir wollen eine stabilere Saison spielen, und dafür müssen wir hungrig sein”, sagte Jäger den VN vor dem Saisonstart. Als er in Wals-Siezenheim zum Jubeln vor dem Gästeblock abdrehte und die Emotionen herausschrie, sah er aus, als könnte er das ganze Stadion auffressen. Lukas Jäger war der Mann des Spiels, wurde ausgezeichnet – und gefeiert. Von den Mitspielern, vor allem aber von den Fans. Sprechchöre für den Kapitän gab es noch Minuten nach dem Spiel. “Es ist ein unglaublicher Moment für mich, für die Mannschaft. Heute ist ein besonderer Tag”, sagte Jäger.

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Playing Captain

Er selbst ist ein Beispiel für den Wandel der Altacher Mannschaft in dieser Saison. Vor einem Jahr war Jäger meist nur zweite Wahl. Beim Media Day vor dem Saisonbeginn sagte er, angesprochen auf eine mögliche Rolle als Non-Playing Captain: “Der Drang zum Spielen ist definitiv zu groß dafür. Ich möchte am Platz stehen, die Emotionen spüren.” Spätestens unter Ognjen Zaric ist Jäger wieder gesetzt, nicht auf der Sechs, sondern rechts in der Dreierkette. Er spürt die Emotionen am Platz und lässt andere die Emotionen spüren. Freude etwa, zumindest im Semifinale bei Red Bull Salzburg. Und vielleicht auch ein bisschen Zufriedenheit.

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Heuer geht Jäger in seiner Rolle als Leader bislang voll auf. GEPA

“Wir haben geschlossen agiert, uns überall reingeschmissen. Wenn man sich unsere Chancen anschaut, hätten wir noch ein zweites oder drittes Tor nachlegen können”, sagte Jäger. “Es ist ein verdienter Finaleinzug.” Man habe sich in den letzten Wochen ein gewisses Selbstvertrauen erarbeitet. “Momentan greift das gut, die Ergebnisse passen. Ich hoffe, das können wir die nächsten Wochen und Monate mitnehmen.”

Der hungrige Jäger
Im Interview mit VOL.AT. VN

Bereits am Wochenende steht mit dem Auswärtsspiel bei Sturm die nächste Entscheidungspartie an. Ob Meistergruppe oder unteres Playoff, ist noch unklar. Fix ist: Am 1. Mai wird Altach in Klagenfurt spielen, zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte geht es um den Pokal. Dabei waren Altach und der Cup bislang keine Liebesstory. Allein seit dem Bundesligaaufstieg 2014 gab es je zwei Erst- und Zweitrunden-Outs, fünfmal war im Achtelfinale Schluss. Jäger erlebte mit Altach 2016 eine Blamage in Ebreichsdorf, 2024 war er bei der Auftaktpleite bei Donaufeld auf der Bank. Ein Halbfinale hat er zwar 2021 mit dem SK Sturm gespielt, damals gab es aber eine 0:4-Packung gegen Salzburg.

Der hungrige Jäger
Zwei “alte Haudegen”, die sich schon lange kennen und schätzen: Benedikt Zech (links) und Lukas Jäger. VN

Nähern sich Lukas Jäger und der Cup also doch noch an? “Wenn wir mit dem Titel abschließen können, definitiv. Wir haben noch ein Spiel vor uns, das wollen wir gewinnen. Dann kann ich meinen Frieden schließen.” Es wird sein 21. ÖFB-Cup-Spiel für den SCR Altach sein. Damit schließt er mit dem bisherigen Rekordhalter Martin Kobras gleich. Es könnte ein besonderes Spiel werden.