Gerne weiterhin ein “Familienmitglied”

Sport / 20.03.2026 • 18:08 Uhr
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Sandro Ingolitsch (im Bild rechts mit Benedikt Zech) fühlt sich in Altach pudelwohl. gepa

Sandro Ingolitsch fühlt sich wohl in Altach. Gegen Wolfsberg soll
der nächste Schritt zum Klassenerhalt gelingen.

Altach Allein der Blick auf die Transferbilanz lässt die Dimensionen im richtigen Licht erscheinen. Während Wolfsberg als Cupsieger 2025 Einnahmen von mehr als fünf Millionen Euro generierte, waren es bei Altach weniger als eine Viertelmillion. Dafür haben die Kärntner mehr als das Doppelte der SCRA-Einnahmen wieder in Spieler investiert. “Die Mannschaft ist gut, die Einzelspieler sehr gut”, zollt auch Sandro Ingolitsch dem nächsten Gegner seinen Respekt.

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Altachs rechter Außenspieler geht die Partie deshalb nicht nur allein aufgrund seiner Rolle als Abwehrspieler ein wenig defensiv an, wenn er von einem “schwierigen Spiel” spricht. Auch die aktuelle Sieglosserie der Kärntner will er nicht überbewerten. Genau deshalb sei es notwendig, gegen den Ball aggressiv zu verteidigen. “Das ist uns gegen BW Linz nicht hundertprozentig gelungen und da hatten wir dann auch unsere Probleme.”

Admiral Bundesliga

24. Spieltag

Abstiegsrunde

Wolfsberger AC – SCR Altach Samstag
Wolfsberg, Lavanttal Arena, 17 Uhr, SR Isa Simsek (W)

Bisherige Saisonergebnisse: 0:2 (h), 1:3 (a)

Mögliche Aufstellungen

Wolfsberger AC (3-4-2-1) Polster – Wohlmuth, Baumgartner, Wimmer – Matic, Sulzner, Kujovic, Renner – Zukic, Schöpf – Kojzek

Es fehlen: Cheick Mamadou Diabate (gesperrt), Pink (Knie)

SCR Altach (3-4-3) Stojanovic – Jäger, Milojevic, Zech – Sandro Ingolitsch, Demaku, Bähre, Rahmani – Massombo, Hrstic, Greil

Es fehlen: Ouedraogo (Gelbsperre), Fetahu (Schambein), Idrizi (Knie)

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Die Zweikampfquote in der aktuellen Saison beläuft sich bei Sandro Ingolitsch laut BL-Statistik auf 59 Prozent. gepa

Vertrag läuft im Sommer aus

Keine Sorgen macht er sich indes um das Innenleben der Mannschaft. “Wir sind zu einer kleinen Familie zusammengewachsen”, sagt er und spricht davon, sich in Altach “sehr, sehr wohl” zu fühlen. “Es sind ja auch noch viele Spieler aus der Zeit da, als ich nach Altach gekommen bin (Anm. d. Red.: Dezember 2023).” Nach diesen Worten zu schließen, wundert es nicht, dass sich Ingolitsch einen Weiterverbleib vorstellen kann. Wenngleich sein Vertrag im Sommer ausläuft. “Wir werden uns in den nächsten Wochen zusammensetzen und in den Austausch gehen”, sieht der 28-Jährige jedoch keine Eile geboten, auch wenn die Saison nicht mehr allzu lange geht – denn: “Priorität hat jetzt für uns der Klassenerhalt.”

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41 Flankenbälle gehen in der laufenden Saison aktuell auf das Konto von Sandro Ingolitsch. gepa

Einen kleinen Seitenblick auf den Cup-Finalgegner LASK konnte sich Ingolitsch dennoch nicht verkneifen. “Einfach cool, das wird ein echtes Erlebnis”, sagte er, angesprochen auf die Linzer. Da gab es auch Gratulation von seinem Bruder und Ex-Altach-Coach Fabio Ingolitsch (33). Dabei telefoniert er aktuell nicht mehr so viel – “vielleicht einmal pro Woche” – mit ihm, aber: “Er hat mir zum Finaleinzug im Cup gratuliert und ich musste ihm leider zum Sieg gegen uns gratulieren.”

Von Überheblichkeit keine Spur

Noch warten heißt es für Sandro Ingolitsch auf die ersten teaminternen Gratulationen für ein Tor im SCRA-Dress. Bei bislang 78 Einsätzen gelangen ihm neun Torvorlagen, auf einen Volltreffer indes muss er noch warten. Dafür ist seine Bilanz gegen den samstägigen Gegner bestens, denn mit ihm in der Aufstellung haben die Altacher noch kein Duell gegen Wolfsberg verloren. Drei Siege, bei zwei Remis, hat er zu Buche stehen. Bei den zwei letzten Niederlagen seit seinem Wechsel von Sturm ins Rheindorf fehlte er, einmal aufgrund einer Gelbsperre, das andere Mal wegen eines Mittelhandbruchs.

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Überheblichkeit ist bei ihm dennoch nicht angesagt, zumal er und seine Teamkollegen diesbezüglich von Trainer Ognjen Zaric stets auf den Boden der Realität geholt werden. “Wenn wir jetzt beginnen, Träume zu schüren, mit international oder sonst was, dann heben wir ganz schön ab und vergessen, was die Realität ist”, sind die eindringlichen Worte des 37-Jährigen nicht zu überhören.

Wolfsbergs Trainer im Fokus

“Manchmal würde ich mir wünschen, dass in unserer Kabine einmal gefetzt wird. Es ist nur Stille, sie sind alle enttäuscht”, sagte Ismail Atalan vor seinem elften Bundesligamatch als Cheftrainer des Wolfsberger AC. Erst ein Sieg steht auf der Habenseite, zuletzt blieb man in sieben Spielen bei nur zwei Remis ohne Sieg. Für den 45-jährigen, in der Türkei geborenen Deutschen ist es das zweite Duell gegen Altach, feierte er doch Ende November 2025 sein BL-Debüt ausgerechnet in Altach. Patrick Greil (2) und der aktuell verletzte Anteo Fetahu erzielten damals die Treffer beim 3:1-Erfolg der Rheindörfler.

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Wolfsberg-Trainer Ismail Atalan steht mehr und mehr unter Druck. gepa

Die Worte des Trainers sind wohl auch eine Reaktion auf die aufkommende Kritik an seiner Person. Ob er bei einem weiteren Misserfolg die anstehende Länderspielpause übersteht, ist ungewiss. “Das gehört zum Business dazu. Wenn ich in die Kabine gehe, fühle ich sehr viel Zuspruch”, meinte Atalan, der im November Peter Pacult nachgefolgt war.