Nur Remis in Salzburg: Ein Spiel wie zu viele davor

Sport / 03.04.2026 • 22:02 Uhr
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Die Bregenzer Gegenwehr passte über eine Halbzeit lang – am Ende kassierte man aber wieder zwei Tore. GEPA

Tartarotti sah einen lange funktionierenden Plan – Heraf vermisste “die Fairness am Platz”.

Salzburg Zehn Mal ist SW Bregenz in dieser Saison in Führung gelegen – nur zwei Mal schaute dabei ein Sieg heraus. Die Statistik wurde im Auswärtsspiel bei Austria Salzburg wieder einmal bedient. „Deshalb stehen wir da, wo wir stehen. Es ist bitter“, sagte Kapitän Johannes Tartarotti nach dem 2:2-Remis. ” Wir waren so oft in Führung, haben oft gut gespielt. Aber wir kriegen immer zwei, drei Gegentore, dann wird es schwierig, zu gewinnen.” In der Mozartstadt gab sein Team einen Zwei-Tore-Vorsprung her.

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Dabei spielte Bregenz mit sechs Neuen phasenweise stark, stand defensiv in einer breiten Tannenbaum-Formation – und spielte nach vorne schnörkellos. “Wir haben es genau richtig gemacht”, wusste Tartarotti. So fiel auch die etwas überraschende Führung in der 31. Minute, eine Hereingabe von Bonaventure Lendambi verwertete die Salzburger Defensive selbst (31.). Tartarotti scheiterte mit einem starken Schuss aus der Drehung vor dem Pausenpfiff an der Latte (45./+2).

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Tartarotti (hinten) und Lendambi (rechts) zeigten für die Treffer verantwortlich. GEPA

Er war es dann, der in Hälfte zwei den zweiten Bregenzer Treffer nach Vorarbeit von Lendambi machte (55.). „Der Plan ist an und für sich gut aufgegangen, wir waren 2:0 vorne“, sagte Tartarotti. Dann ließ Schiedsrichter Untergasser aber ein Nachstochern bei Keeper Gschossmann nach einem Stangenschuss laufen, und Nico Lukasser-Weitlaner staubte zum 1:2 ab (59.). „Das erste können wir nicht klären, das zweite war gut gemacht“, so Tartarotti. Das war dann ein direkt verwandelter Freistoß von Florian Rieder in Minute 86 – direkt vor der violetten Kurve. Die hatte in Kombination mit der Haupttribüne schon in den Minuten davor noch einmal einen Gang höhergeschalten.

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Schlusspunkt: Florian Rieder traf per Freistoß. GEPA

“Wahrscheinlich war es für viele ungewohnt, es ist eines der wenigen Spiele, bei denen in der Liga wirklich Stimmung ist”, so Tartarotti. Als Ausrede ließ er das aber nicht gelten. “Bis zum ersten Tor sind wir gut gestanden. Dass der Druck größer wird, ist normal.”

Heraf vermisst Fairness

Trainer Andreas Heraf hatte die Schuldfrage indes schnell geklärt: „Es ist schwierig, wenn du auf dem Platz null Fairness kriegst. Für die Fairness ist einer verantwortlich und der hat das nicht gemacht.” Schiedsrichter Untergasser ließ auf beiden Seiten vergleichsweise viel laufen, mitunter auch strittige Situationen, war mit den Karten sparsam – nicht zur Freude mancher Zuschauer, und erst recht nicht zur Zufriedenheit Herafs. Der Bregenzer Trainer hatte nach dem Spiel jede Menge Redebedarf, telefonierte energisch im Mittelkreis – in der Mixed Zone beließ er es bei der Kritik am Unparteiischen.

Man müsse jetzt das Positive mitnehmen, so Tartarotti. “Wir können eh nichts anderes machen.” Immerhin einen kleinen Lichtblick gibt es: Sturm II verlor in der Nachspielzeit das Parallelspiel gegen den SKN St. Pölten. Der Rückstand beträgt jetzt noch fünf Punkte. So gesehen kam Bregenz mit einem blauen Auge davon. So wie auch Tartarotti selbst, der in Halbzeit eins bei einem Luftzweikampf einen Treffer kassierte und auch etwas gezeichnet ausschaute.

“Es ist ein Punkt weniger auf Sturm II, es hätten auch drei sein können”, so sein Fazit. “Am Montag haben wir jetzt das direkte Duell, da heißt es, voll anzuschreiben.”