Altachs Matchwinner Greil und sein besonderer “Fieberschub”

Trotz angeschlagener Fitness schoss der Siegtorschütze den SCRA zurück auf Platz eins.
Altach Nie war er so wertvoll wie heute! Das lässt sich im Fall von Altachs Goalgetter Patrick Greil auch sehr leicht mit Zahlen untermauern. 89 Bundesligaspiele hat der 29-Jährige für Klagenfurt, Rapid und Altach in den Beinen und dabei 15 Treffer erzielt. Allein zehn davon im Dress des SCRA. Und dafür benötigte der gebürtige Salzburger gerade einmal 25 Spiele. Aktuell hält Greil bei zehn Saisontoren. Dies gelang in Altach zuletzt Nikola Dovedan (2016/17) sowie Hannes Aigner (2015/16) – in der gesamten Saison. Auffallend dazu die Parallele von Greil und Aigner: Beide waren bereits als 17-Jährige im Männerfußball, wenn auch unterklassig, in Aktion und beide arbeiteten sich stetig nach oben.
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Neun Saisonsiege, wie 2020/21
Mit seinem Siegtreffer gegen den GAK bescherte Greil den Altachern den neunten Saisonsieg – und den erneuten Sprung an die Spitze der Qualifikationsgruppe. Eine solche Ausbeute verbuchte man im Rheindorf zuletzt in der Saison 2020/21, als man nach 32 Spieltagen die Saison mit neun Siegen beendete. Ein Jahr davor schaffte man zehn Siege und kam nach 26 Spieltagen – wie in der aktuellen Saison – auf neun “Dreier”.

Altachs neue sportliche Qualität ist leicht erklärt. Großer Zusammenhalt, Kompaktheit, Kontinuität im Kader, eine klare Struktur sowie eine funktionierende Hierarchie innerhalb der Mannschaft. Entwickelt von Ex-Coach Fabio Ingolitsch und nun perfektioniert von Cheftrainer Ognjen Zaric, strebt man einem vorzeitigen Klassenerhalt mit Riesenschritten entgegen. “Das heute war sicher ein Riesenschritt”, unterstrich auch der Coach die Wichtigkeit des Erfolgs über den GAK. Damit ist Altach nun schon seit neun Heimspielen ungeschlagen. Die letzte Niederlage im Schnabelholz kassierte man am 5. Oktober (0:2) gegen Sturm, danach verbuchte man sechs Siege und drei Remis (inklusive ÖFB-Cup). Und das bei einem Torverhältnis von 17:9. Altacher Heimspiele sind wieder ein Event – und für jeden Gegner eine große Herausforderung. Pikant zudem, dass man in der laufenden Saison nicht nur die wenigsten Gegentreffer (28) aller zwölf Bundesligateams kassierte, mit 29 Toren erzielte man auch die wenigsten.

“Wir haben kaum etwas zugelassen, eigentlich wie immer”, bilanzierte Siegtorschütze Greil nach dem Abpfiff und ergänzte: “Das ist unser Trumpf.” Zumal der GAK den Heimischen viel Arbeit abverlangt hatte, wie Greil bestätigte. “Es war intensiv und der GAK hat super Lösungen gefunden. Wir haben uns wirklich schwergetan.” Kein Wunder, denn die Steirer agierten sehr mutig und so musste Torhüter Dejan Stojanovic immer wieder eingreifen, um den neunten Zu-Null-Sieg in der aktuellen Saison sicherzustellen.

Allein, so gestand Altachs Offensivspieler, es sei aktuell gar nicht so einfach, weil aufgrund des bevorstehenden Cupfinals viel auf die Mannschaft einprassle. “Wir haben intern vereinbart, dass wir das Thema so gut wie möglich von uns fernhalten. Uns ist sehr wohl bewusst, dass bis zum 1. Mai wichtige Aufgaben auf uns warten. Deshalb bin ich sehr stolz auf uns als Mannschaft, wie wir in den vergangenen Wochen agiert haben.” Diesbezüglich stimmt er überein mit Yann Massombo (“Ich bin sehr glücklich”), der mit seinem Pass in den Lauf von Mohamed Ouédraogo das Siegtor eingeleitet hatte. Letzterer verbuchte dank seines Flankenballs auf Greil seine erste Torvorlage in der Saison. “Ich habe nur noch den Fuß hingehalten”, meinte der Torschütze danach.

Was er allerdings erst nach dem Spiel verriet, war sein angeschlagener Fitnesszustand. Denn Greil hatte während der Woche krankheitsbedingt immer wieder Trainingspausen eingelegt. “Nach dem Ried-Spiel habe ich mich nie richtig erholt”, erzählte er. Sein Trainer vertraute dennoch auf seinen torgefährlichsten Spieler. Mit seinem Tor dankte Greil für das Vertrauen, auch wenn zum Zeitpunkt des Treffers (77.) auf der Bank schon seine Auswechslung vorbereitet wurde und er selbst nach dem Match meinte: “Es hat sich angefühlt wie Fieber, nicht wirklich gut. Jetzt freue ich mich auf Ruhe.”