Endspiel verloren, die Herzen gewonnen

Altach zwischen Enttäuschung und Stolz. Und nun wartet der Kampf um den Klassenerhalt.
Klagenfurt Nach dem Abpfiff war Leere spürbar. Von den Fans für einen fantastischen Auftritt gefeiert und doch die Enttäuschung über die Niederlage – es waren besondere Minuten für Altachs Spieler. Der Abpfiff nach 120 intensiven Cupminuten war verbunden mit Stolz auf das Geleistete, aber mit Trauer über den verpassten Titeltraum. “Ich weiß nicht, ob ich noch einmal eine solche Möglichkeit habe”, machte Benedikt Zech auch kein Hehl aus seinen Gefühlen.

Philipp Netzer (40) sprach in einer ersten Reaktion davon, “extrem stolz auf die Mannschaft und den gesamten Betreuerstab ” zu sein. Vor allem die erste Halbzeit hatte dem Sportdirektor imponiert. Nach der Pause habe man dann immer weniger für Entlastung sorgen können. Dennoch: “So wie wir uns heute präsentiert haben, das macht uns alle sehr stolz.”

Auch aus den Worten von Cheftrainer Ognjen Zaric war dieses Diskrepanz zwischen Enttäuschung über das Ergebnis sowie dem Stolz über das Geleistete spürbar. Am Ende zeigte sich der 37-Jährige auch sehr demütig und dankbar über die Stimmung im Stadion. “Einfach grandios, unsere Fans waren heute einfach sensationell. Danke für diese Unterstützung. Das wollten wir als Mannschaft zurückgeben.” Der Trainer sprach auch von einer “Once of the Lifetime”-Chance vor einer unheimlichen Kulisse.

Eine Fan-Unterstützung in dieser Art auf fremden Platz hat es für den SCR Altach in der fast hundertjährigen Clubgeschichte nicht gegeben. Rund neun Stunden dauerte die Anreise mit dem Sonderzug, der noch am späten Abend auf die Rückreise geschickt wurde. Auch der Fantreff am Stadion selbst sorgte für eine besondere Atmosphäre. Viele Familien das Endspiel für eine Reise nach Klagenfurt genutzt, viele Kinder waren mitgekommen – und so war der Fanstand bei den Anhängern sehr gefragt.

Jetzt soll der Klassenerhalt fixiert werden
Sie hatten ihr Kommen nicht bereut, denn die zwei Finalisten boten Fußball voller Leidenschaft, mit vielen Zweikämpfen, Emotionen und wunderschönen Toren. Unverständlich jedoch für beide Trainer die Spielansetzungen in der Liga, wo der LASK und Altach bereits am Montag wieder ranmüssen. “Warum können wir nicht am Mittwoch spielen”, fragte mit Sascha Horvath einer der Gewinner. “Das kann ich nur unterschreiben”, unterstrich Zaric die Worte des Linzern und fügte hinzu: “Warum werden die beiden Mannschaften, die ein Finale bestreiten, durch die Spielansetzung noch zusätzlich bestraft.”

In Altach gilt deshalb ab Samstag der gesamte Fokus dem WAC-Spiel, wo Altach wieder ein “Finale” erwartet. “Wir wollen am Montag vor heimischem Publikum den Klassenerhalt sicherstellen”, so Zaric. “Wenn uns das gelingt, haben wir eine großartige Saison gespielt.

“Freiwillig bin ich nicht gefallen, irgendwer hat mich zu Fall gebracht.” Mike Bähre machte nach dem Spiel klar, dass die Szene, in der er und auch Ousmane Diawara zu Fall gebracht wurden, durchaus zu pfeifen gewesen wäre. Zumal im Gegenzug der LASK mit zwei Spielern mehr das wohl vorentscheidende 3:2 erzielen konnte. Zumal bei einem ähnlichen Vorfall auf LASK-Seite hatte SR Julian Weinberger das Spiel unterbrochen hatte. Ich hätte mir gewünscht, dass er das Spiel unterbricht und schaut was los ist. Zumal sich die Szene in der Hälfte des LASK abspielte”, so Bähre.

Zwiespältig verlief auch die Analyse von Patrick Greil. Seine gute Botschaft ist jedoch, dass seine Auswechslung nur mit Müdigkeit zu tun hatte. “Die Wade hat gehalten, besser als ich erwartet habe. Vielen Dank an die medizinische Abteilung im Club, die alles dafür investiert haben.” Hingegen kann er dem Lob für die Leistung der Mannschaft wenig abgewinnen. “Das kommt vielleicht später einmal.”
