Rekordmeister Bregenz taumelt in Richtung zweite Liga

33:34-Heimniederlage gegen Hollabrunn verschärft die Abstiegsgefahr.
Bregenz Es sind diese Spiele, nach denen wenig bleibt außer Ratlosigkeit. Bregenz Handball steht nach der nächsten Niederlage am zweiten Spieltag in der HLA-Abstiegsrunde mit dem Rücken zur Wand. Das 33:34 (17:19) gegen Aufsteiger Hollabrunn war nicht nur ein weiterer Rückschlag – es war ein Signal, wie ernst die Lage im Kampf gegen den Abstieg geworden ist.

Dabei schien die Partie zunächst in eine andere Richtung zu laufen. Bregenz begann konzentriert, führte früh mit 8:5 (9.) und hatte die Kontrolle. Doch was folgte, war ein Bruch im Spiel. Hollabrunn übernahm die Initiative, drehte die Partie und verwaltete bis zum 27:25 (44.) die Führung erfolgreich. Die Gastgeber wirkten verunsichert, fanden kaum Zugriff – und liefen einem Rückstand hinterher.

Erst in der Schlussphase bäumte sich Bregenz noch einmal auf. Mit einem Zwischenspurt gelang die Wende, beim Stand von 31:29 (55.) schien das Spiel gekippt. Die Halle war da, die Hoffnung zurück. Doch genau in diesem Moment riss der Faden erneut. Ein vergebener Siebenmeter, der sonst sicheren Hand von Mindaugas Dumcius, leitete die Wende ein. Hollabrunn nutzte die Unsicherheit – und schlug zurück.

Ungleiches Siebenmeterverhältnis
Die Entscheidung fiel in den letzten Sekunden, und sie traf Bregenz mit voller Wucht. In Unterzahl gelang den Niederösterreichern durch Rudolf Safranko fünf Sekunden vor Schluss der Siegtreffer. Ein Moment, der das Spiel drehte – und die Sorgen der Gastgeber weiter anwachsen ließ.

Auch darüber hinaus gab es Grund zur Unzufriedenheit. Die Verteilung der Siebenmeter fiel deutlich zugunsten der Gäste aus, die bei ihren zehn Versuchen nahezu fehlerfrei von der Linie blieben.
Bregenz hingegen erhielt nur wenige Chancen und konnte daraus kaum Kapital schlagen. Es sind Details wie diese, die in engen Spielen den Ausschlag geben – und diesmal gegen die Vorarlberger sprachen.

Mit der Niederlage zum Auftakt der Abstiegsrunde spitzt sich die Situation weiter zu. Der Rekordmeister, einst gewohnt, um Titel zu spielen, kämpft plötzlich um den Klassenerhalt. Die Heimspiele gegen Graz (Samstag, 18.30 Uhr) und Schwaz werden damit zu Prüfsteinen. Ausrutscher darf sich Bregenz keine mehr erlauben.
Was bleibt, ist ein Gefühl der Dringlichkeit. Die Zeit wird knapp und der Weg zurück in ein ruhigeres Fahrwasser scheint weiter denn je entfernt.