Schwierige Mission, großer Ehrgeiz

Altach setzt im Duell mit dem GAK und gegen die Unserie in Graz auf Patrick Greil und Teamgeist.
Altach Das gute Gefühl scheint bei den Fahrten in die steirische Hauptstadt selten mit an Bord zu sein. Untermauert wird diese Gefühlslage durch nackte Zahlen, die für Vorarlberger Mannschaften ein Horrorszenario rund um das Stadion Liebenau bzw. die Spiele in Graz betreffen. SW Bregenz, die Austria und nun auch der SCR Altach – für die heimischen Clubs gab es bei den insgesamt 89 Auftritten in den Stadien der Stadt an der Mur nicht viel zu ernten. Gerade einmal fünf Siege vermochte das Trio gegen die steirischen Hauptstadtclubs SK Sturm bzw. GAK einzufahren – je zwei gingen auf das Konto von Altach sowie SWB, nur ein “Streich” gelang der Austria. Dafür waren die Grün-Weißen bei Sturm einmal mit 0:7 “baden” gegangen.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
“Eine lange Unserie”, wirkt auch Altachs Benedikt Zech angesichts dieser Zahlen ein wenig nachdenklich. Doch nur kurz, dann schwenkt der Abwehrchef in das Hier und Jetzt und gibt sich ob seiner Aussagen – “Serien kann man brechen” – durchaus kämpferisch. Zumal er das Cup-Wochenende und die anschließende Heimpleite gegen den WAC endgültig abgeschüttelt hat. Er fühle sich wieder bereit, was gegen den WAC in gewohnter Art und Weise der Fall gewesen sei. “Dabei haben wir gut angefangen. Doch mit dem Rückstand sind die Beine dann nach 60 Minuten immer schwerer geworden”, so der 35-Jährige. Wichtig für die verbleibenden Spiele sei es, sich das Selbstverständnis, das die Mannschaft über einen Großteil der Saison an den Tag gelegt hat, wieder zu verinnerlichen.

Sein Appell an die Mitspieler vor der abschließenden Trainingseinheit im Campus und dem Abflug nach Wien, von wo es gestern Abend mit dem Teambus nach Graz weiterging, ist eindringlich: “Es geht um viel. Wir müssen Leidenschaft an den Tag legen und alles auf dem Platz lassen. Ehrlicherweise wollten wir uns nicht in diese Situation manövrieren. Dafür ist niemand verantwortlich, außer wir selber.” Das habe naturgemäß auch den Stresslevel innerhalb des Mannschaftskreises wieder hochfahren lassen. Der Tenor aller ist deshalb umso deutlicher und auch klarer zu vernehmen: “Wir wollen es nicht wieder auf das letzte Spiel drauf ankommen lassen.”
Admiral Bundesliga
31. Spieltag
Grazer AK 1902 vs SCR Altach Samstag
Graz, Stadion Liebenau, 17 Uhr, SR Isa Simsek (W)
Bisherige Saisonergebnisse: 1:1 (a), 3:1 (h), 0:1 (a)
Mögliche Aufstellungen
Grazer AK 1920 (3–5-2) Stolz – Owusu, Pines, Kreuzriegler – Italiano, Schriebl, Olesen, Lichtenberger, Klassen – Grosse, Harakate
Es fehlen: Schiestl (Muskelblessur), Oberleitner (Knie), Jano (Knöchel)
SCR Altach (3–4-3) Stojanovic – Milojevic, Zech, Jäger – Sandro Ingolitsch, Demaku, Bähre, Ouédraogo – Massombo, Diawara, Greil
Es fehlen: Mustapha (gesperrt), Fetahu (Schambein), Idrizi, Tietietta (beide Knie)
Es ist das gemeinsame Tun und Handeln auf dem Platz, das Wissen um die Stärke der Mannschaft, wenn jeder Einzelne für den anderen einspringt und gemeinsam gegen den Ball gearbeitet wird – Attribute, die von Cheftrainer Ognjen Zaric stets in den Vordergrund gehoben werden. Er legt zudem den Fokus bewusst auf das Positive und streicht die guten Leistungen über das gesamte Frühjahr. “Das wollen wir uns nicht mehr nehmen lassen.” Worte, die seine Spieler verinnerlichen und die sie gierig machen sollen. Wenngleich man die Tabelle sehr wohl lesen könne. Doch das Vertrauen in sein Team ist groß, gerade, weil das Teamgefüge funktioniert. “Gerade wir drei hinten haben in den letzten Tagen viel miteinander gesprochen”, verrät Zech, der zusammen mit Lukas Jäger (32) und Filip Milojevic (21) die Abwehrreihe bildet. “Was müssen wir anders machen? Wo müssen wir wieder hinkommen?” Die Antworten wolle man für sich behalten, allein es gelte nun, all das am Samstag beim GAK wieder auf den Platz zu bringen. Wichtig sei, so fasst es Zech knapp zusammen, dass “wir wieder kompakt auftreten und uns besser schützen. Damit der Gegner nur mehr zu wenig Chancen kommt”.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
In personeller Hinsicht hat die fast normale Trainingswoche nach dem Stressmonat – 3. April bis 4. Mai – mit sieben Pflichtspielen viele Wunden geheilt. Für das GAK-Spiel kann Zaric jedenfalls aus dem Vollen schöpfen, fehlen nur die Langzeitverletzten.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Sonstige angezeigt.
Mit Greil eine andere Mannschaft
Mit Patrick Greil sowie Torhüter Dejan Stojanovic sind somit zwei Stützen wieder voll einsatzfähig. Besonders zum 29-jährigen Torjäger gibt es ein paar interessante Details, die seinen Wert für die Mannschaft unterstreichen. Greil traf in allen drei Saisonspielen gegen den GAK (1:1, 1:3, 1:0) und auch beim letzten Auswärtssieg der Altacher – beim 3:0 in Innsbruck am 7. Dezember des Vorjahres. Somit wäre der dritte Saison-Auswärtserfolg zugleich der erste in der Ära Zaric. Auch eine weitere Statistik bestärkt den Chefcoach darin, seinen torgefährlichsten Spieler von Beginn an auf das Feld zu schicken. Denn in den 26 Ligaspielen mit Greil in der Startelf holte das Team im Schnitt 1,4 Punkte, in den bislang vier Saisonspielen ohne den offensiven Mittelfeldmann in der Startelf blieb Altach sieglos (zwei Remis, zwei Niederlagen) und holte dabei nur 0,5 Punkte pro Spiel. Fakt ist jedoch: Auch mit Greil ist Altach gefordert, ist der GAK doch nunmehr sechs Heimspiele in Folge ungeschlagen.