Zum Abschluss eine Niederlage: Bregenz verliert bei der Vienna

Tabellenschlusslicht SW Bregenz kann die Saison nicht mit Punkten abschließen.
Wien Zum Saisonabschluss musste SW Bregenz noch einmal eine Niederlage einstecken, es ist die 15. der Saison. Auswärts bei der Vienna gab es ein 0:2. “Ein Spiegelbild der Saison”, meinte Abwehrspieler Florian Prirsch. “Ein Spiegelbild der Saison”, meinte auch Trainer Andreas Heraf. Er sagte: “Wir waren nicht in der Lage, ein Tor zu schießen. Wir hatten Chancen unterschiedlicher Qualität, es waren auch Großchancen dabei. Aber bei uns geht kein einziger Ball rein.”
Das Spiel stand im Zeichen des Abschieds. Die Vienna verabschiedete ihre scheidenden Spieler, die Bregenzer verabschiedeten sich vor zahlreich anwesenden Fans von einer rundum verkorksten Saison – und alle gemeinsam verabschiedeten Alfred Tatar. Der Kult-Trainer und langjährige Sky-Experte verstarb an der Nervenerkrankung ALS, ihm zu Ehren gab es eine Trauerminute.

Es war ein Spiel, bei dem es um nichts mehr ging. Die Vienna hatte ihr Saisonziel – den Aufstieg – schon lange verpasst und rangierte im Tabellenmittelfeld, SW Bregenz hatte das seine – den sportlichen Klassenhalt – ebenfalls nicht erreicht. In der Startelf nahm Heraf zwei Änderungen vor, im Vergleich zum 2:2 gegen die Young Violets rückten Prirsch und Damian Maksimovic ins Team. Auf dem Platz zeigte sich in der Folge ein ähnliches Gesicht, wie es die Bregenzer schon die gesamte Saison gezeigt hatten: nach vorne durchaus mit Nadelstichen, hinten nicht ligatauglich. So verpasste Marco Rottensteiner in der Anfangsphase aus 20 Metern das Tor, hinten ließen sich die Schwarz-Weißen in Minute 19 dann aber wieder einmal austanzen, Bernhard Zimmermann konnte aus kurzer Distanz zum 1:0 einschieben.

In weiterer Folge dominierte die Vienna dann und erarbeitete sich mehrere Tormöglichkeiten. Eine Direktabnahme von Meguru Odagaki lenkte Bregenz-Tormann Felix Gschossmann über die Latte (26.), Bernhard Luxbacher brachte den Ball in der 34. Minute nicht im Tor unter. Noch vor der Pause erhöhte die Vienna aber auf 2:0, Santino Pistrol köpfte unbedrängt ein, die Abwehraktion eines Bregenzers passierte bereits hinter der Linie (40.). “Wir haben wieder zwei Tore kassiert aus zwei Fehler”, ärgerte sich Heraf. Im Gegenzug vergab Jan Stefanon die beste Bregenzer Möglichkeit in Hälfte eins, Tormann Christopher Giuliani entschied das Eins-gegen-Eins für sich.
Chancen, aber keine Tore
Zur Pause wechselte Bregenz-Trainer Heraf dreifach, brachte Johannes Schriebl, Marko Martinovic und Nicolas Rossi Santos. Das Spiel rauschte in der Folge etwas dahin, bei leichtem Regen gab es zunächst keine relevanten Strafraumszenen. Die erste gute Chance nach dem Seitenwechsel fand der eingewechselte Rossi vor, bugsierte den Ball aber neben das Tor (67.). Auf der Gegenseite verpasste Luca Edelhofer knapp aus der Distanz (69.). Bregenz wiederum konnte durch einen Lupfer von Tamar Crnkic und einen Schuss von Raul Marte (74.) für Gefahr sorgen, für Tore reichte es trotz vorhandener Möglichkeiten nicht mehr. “Auch die Spieler der Vienna haben gesagt, dass wir nicht die schlechtere Mannschaft waren. Aber am Ende fahren wir wieder ohne Punkte heim”, so Heraf.
Durch den 2:0-Sieg rückt die Vienna auf den siebten Tabellenplatz und beendet die Saison bei 40 Punkten. Bregenz hat deren 16. Auch ohne die Drei-Punkte-Strafe, mit der man in die Saison gestartet war, würde der Rückstand auf den SK Sturm II zwei Punkte betragen. Im Auswärtssektor feierten sie dennoch. “Einmal Bregenz, immer Bregenz”, stand dort auf einem großen Transparent.

“Ich muss den Hut vor meiner Mannschaft ziehen, sie haben bis zum Schluss ihr Bestes gegeben. Es war keine einfache Saison für uns alle, dennoch haben sie sich nie hängen lassen”, sagte Heraf. Er sei froh, dass die Saison ihr Ende gefunden habe, sich niemand verletzt und man selbst eine saubere Leistung geboten habe. Was Heraf auch sagte: “Wir müssen im Sommer natürlich etwas machen, sonst wird es nächste Saison schwierig.”

Die wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür sind schwierig, die Kaderzusammenstellung übernimmt der Verein wie berichtet selbst, man will sich den Kostenpunkt der Doppelfunktion Herafs als Trainer und Sportdirektor sparen.
“Ich hoffe natürlich, zum Saisonauftakt eine konkurrenzfähige, giftige Mannschaft begrüßen zu dürfen”, so Heraf. “Wissen tu ich es nicht. Ich bin gespannt, was nach dem Urlaub auf mich wartet.”
Admiral 2. Liga, 30. Runde
First Vienna FC 1894 – SW Bregenz 2:0 (2:0)
Wien, Naturarena Hohe Warte; 2.531 Zuschauer; SR Davor Divkovic
Torfolge: 19. 1:0 Bernhard Zimmermann, 40. 2:0 Santino Pistrol
Gelbe Karten: 85. Pistrol
SW Bregenz (4-2-3-1): Gschossmann – Marte, Gembalies (46. Schriebl), Prirsch, Mandler (46. Martinovic) – Marceta, Nussbaumer (78. Decio) – Maksimovic (60. Vojic), Rottensteiner (46. Rossi), Stefanon – Crnkic