Lustenau nur mit Remis: Keine Aufstiegsparty in Maxglan

Die Austria vergibt den ersten Matchball und spielt auswärts in Salzburg 2:2. Der Aufstieg ist weiter möglich.
Salzburg Am Ende gab es nur betretene Gesichter – zumindest bei der grün-weißen Austria. „Wir fahren nach Salzburg, um zu gewinnen“, kündigte Cheftrainer Markus Mader im Vorfeld der Partie bei Austria Salzburg an. Ein Sieg hätte den Aufstieg bedeutet, die Vorbereitung sei wie immer, so Mader. „Wir werden den Teufel tun, daran etwas zu ändern, was uns nach 28 Spieltagen auf Platz eins gebracht hat.“ Und so gab es auch keine Überraschungen in der Startelf – im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen Bregenz rutschte nur Fabian Gmeiner (fehlte im Derby rotgesperrt) in die Startelf. Angreifer Asumah Abubakar fehlte weiter mit einer Bauchmuskelverletzung. Bei den Gastgebern aus Salzburg gab es zwischen den Pfosten einen Tausch: Simon Nesler-Täubl, die etatmäßige Nummer eins, wurde nicht eingesetzt. Er ist von Lustenau ausgeliehen, man wollte ihm “eine verzwickte Situation” ersparen, wie es auf der Vereinswebsite hieß. Klublegende Manuel Kalman kam so zu seinem Abschiedsspiel. Mit dem 2:2-Endstand konnte er besser leben als die Lustenauer.

Die Stimmung in Maxglan war schon vor Ankick vielversprechend, während sich die Austria aus Salzburg auf das letzte Spiel der Zweitligasaison freute, fieberte Lustenau dem Aufstieg entgegen. Mit 1566 Zuschauern war das Stadion wieder einmal ausverkauft. “Gekommen um zu bleiben, und ganz nach oben aufzusteigen”, stand auf der Choreografie der Salzburg-Fans, die die erste volle Saison zurück im Profifußball feierten. “Den Sack zumachen”, lautete die Devise im Auswärtsblock, der mit 156 Lustenauern ebenfalls voll war.

Die Partie startete flott, befreit aufspielend machten aber die Salzburger zunächst das Spiel und wurden mehrfach gefährlich, ohne zum Abschluss zu kommen. Den Abschluss verpasste auch Haris Ismailcebioglu in der elften Minute. Auf der Gegenseite scheiterte dann erst Daniel Bares am glänzend parierenden Lustenau-Tormann Domenik Schierl (12.), eine Minute später lag Lustenau im Rückstand. Marinko Sorda kam im Sechzehner freistehend zum Abschluss und setzte den Ball ins lange Eck – 1:0 (13.).
Auch in weiterer Folge blieben die Salzburger die gefährlichere Mannschaft. Denizcan Cosgun verpasste nach einem Konter den Abstauber (30.), in Minute 41 scheiterte er an Schierl (41.). Die Austria hingegen agierte im Passspiel nach vorne zu nachlässig, und hatte bei der besten Möglichkeit – einem Kopfball an die Latte von Mame Wade (28.) – auch noch Pech. Dass Bares in der 38. Spielminute nicht konsequent genug attackiet wurde, musste Lustenau sich hingegen selbst ankreiden. Er stellte per präzisem Abschluss ins rechte Tormanneck auf 2:0, der Meistertitel in dieser Runde rückte für Grün-Weiß in weite Ferne.
Nur mehr der Ausgleich gelang
Trainer Mader reagierte in der Halbzeit mit einem Doppelwechsel. Für Lukas Ibertsberger kam Axel Rouquette, für Haris Ismailcebioglu Mohamed-Amine Bouchenna. Mit der ersten Aktion der zweiten Hälfte wurde dann wieder Wade gefährlich, auf der Gegenseite verpasste der auffällige Bares den Doppelpack. Kalman wehrte wiederum gegen Jack Lahne ab (48.).
Rund um eine Freistoßsituation kochten dann die Gemüter etwas hoch, Florian Rieder, Kalman und Bares sahen Gelb, wie auch Robin Voisine bei Lustenau. Mit dem 2:1 in Minute 63 wurde es dann doch noch einmal spannend. Joker Bouchenna nutzte eine Unsicherheit von Kalman und staubte ab. Lustenau musste riskieren, Salzburg boten sich Umschaltsituationen. Maak konnte nach einer solchen einen Schuss von Rieder blocken (68.), der starke Schierl war gegen Bares zur Stelle (70.). Es blieb bis zum Ende spannend – und wurde noch spannender. Lustenau kam in der Nachspielzeit durch Robin Voisine zum Ausgleich, er köpfelte nach einer Ecke zum 2:2 ein. Mehr gelang nicht mehr.

Am Ende war gewissermaßen das Problem, dass die Austria weiter daran anschloss, das zu machen, was sie diese Saison schon öfters getan hatte: Auf einen Sieg eine schlechte Auswärtspartie folgen zu lassen – wenngleich es in Salzburg nur eine schlechte erste Hälfte war. Den Aufstieg hat man weiter in der eigenen Hand – im Heimspiel nächsten Donnerstag gegen Amstetten.
ADMIRAL 2. Liga, 29. Spieltag
SV Austria Salzburg – SC Austria Lustenau 2:2 (2:0)
Salzburg-Maxglan, Max Aicher Stadion; 1566 Zuschauer; SR Markus Greinecker
Torfolge: 13. 1:0 Marinko Sorda, 38. 2:0 Daniel Bares, 63. 2:1 Mohamed-Amine Bouchenna, 90./+2 2:2 Robin Voisine
Gelbe Karten: 53. Rieder, 55. Kalman, 55. Bares, 84. Lukasser Weitlaner, 87. Meisl bzw. 55. Voisine, 63. Bouchenna
SC Austria Lustenau (4-2-3-1): Schierl – Gmeiner, Maak, Voisine, Ibertsberger – Grabher, Delaye (89. Gorzel) – Lahne (64. Diarra), Wade (83. Vucenovic), Ismailcebioglu – Jastremski