Drohungen erschüttern Vorarlbergs Nachwuchsfußball

Harte STRUMA-Urteile des Verbands gegen Nachwuchsspieler werfen Fragen auf.
Dornbirn Die jüngsten Entscheidungen der Straf- und Meldekommission des Vorarlberger Fußballverbandes (STRUMA) sorgen für Gesprächsstoff. Während Vereine wegen organisatorischer Versäumnisse mit Geldstrafen belegt wurden, richten sich mehrere der härtesten Sanktionen gegen Nachwuchsspieler. Vor allem ein Vorfall im U14-Bereich sorgt dabei für Aufmerksamkeit.
Grundsätzliches Problem
So wurde ein Spieler von Admira Dornbirn U14B (Name der Redaktion bekannt) wegen der “Bedrohung eines Spieloffiziellen” im Meisterschaftsspiel gegen SW Bregenz U14B gleich für fünf Pflichtspiele unbedingt gesperrt. Eine derart lange Sperre im Nachwuchsbereich ist selten und verdeutlicht, wie ernst der Verband Vorfälle gegenüber Schiedsrichtern bewertet.
Doch der junge Dornbirner ist nicht der einzige Jugendliche, der zuletzt hart sanktioniert wurde. So traf es auch einen Spieler von TSV Altenstadt U14, der nach einer Beleidigung eines Spieloffiziellen im Spiel gegen SK Bürs U14 mit einer unbedingten Sperre von drei Pflichtspielen belegt wurde. Ebenfalls für drei Pflichtspiele gesperrt wurde ein Akteur von SK Bürs U16 wegen der Beleidigung eines Spieloffiziellen im Meisterschaftsspiel gegen SC Röthis U16.
Die Häufung der Fälle innerhalb weniger Tage zeigt ein Problem auf, das viele Vereine beschäftigt und das zeigt, wie oft Fußballvereine in Sachen Integration alleingelassen werden: Der Respekt vor Schiedsrichtern auf den Fußballplätzen ist verloren gegangen. Gerade im Nachwuchs wird von Spielern, Trainern und Funktionären Vorbildwirkung erwartet. Beleidigungen oder gar Bedrohungen gegenüber Spieloffiziellen gelten deshalb als besonders schwerwiegende Verstöße gegen die Fair-Play-Grundsätze des Sports.
Geldstrafen für die Viktoria und FC Dornbirn
Im Erwachsenenbereich sprach die STRUMA mehrere Strafen aus. SPG SV Buch 1c wurde wegen des Versagens des Ordnerdienstes beim Meisterschaftsspiel gegen Viktoria Bregenz 1b mit einer Ordnungsstrafe von 500 Euro belegt. Eine weitere Strafe über 500 Euro setzte es für Viktoria wegen der Nichtbefolgung einer Verbandsanordnung, nachdem laut Urteil keine Ordner am Sportplatz eingesetzt worden waren.
Der FC Dornbirn wurde wegen zweier Verstöße gegen Verbandsanordnungen – Schiedsrichterspesen wurden nicht in die Kabine gebracht und eine erforderliche Unterschrift nach Spielende nicht geleistet – mit 200 Euro bestraft. Zudem erhielten Kassier Robert Brzaj und Physiotherapeut Gerhard Grossgasteiger jeweils eine Ordnungsstrafe über 200 Euro wegen der Beleidigung eines Spieloffiziellen.
Eine Sperre von drei Pflichtspielen plus eine Strafe von 150 Euro kassierte auch Trainer Adnan Buyar (FC Viktoria Bregenz 1b).
Ebenfalls sanktioniert wurde FC Lustenau U18. Nach dem Nichtantreten zum Meisterschaftsspiel gegen FC Höchst U18 wurde die Partie mit 3:0 für Höchst strafverifiziert. Zusätzlich verhängte die STRUMA eine Ordnungsstrafe in Höhe von 250 Euro.
Dass gleich drei Nachwuchsspieler mit mehrwöchigen Sperren belegt wurden und ein U14-Akteur nach einer Bedrohung sogar fünf Spiele aussetzen muss, dürfte in Vorarlbergs Fußballszene noch länger diskutiert werden. Der Nachwuchs steht somit aus negativer Sicht im Fokus.VN-TK