Dieser WM-Wimpel stammt aus Hohenems

“Made in Vorarlberg” heißt es bei Österreichs Rückkehr auf die WM-Bühne kurz vor dem Anpfiff.
Hohenems Schon bei der U17-Weltmeisterschaft und dem Einzug ins Endspiel sorgte ein Unternehmen mit Sitz in Hohenems dank seiner rot-weiß-roten Wimpel für Furore. Ein Jahr später nun blickt auch Herwig Jäger, Inhaber der gleichnamigen Firma für Textil- und Siebdruck, gespannt über den großen Teich. Denn in der Nacht auf heute kam es vor dem Anpfiff der Partie gegen Jordanien zum historischen Wimpeltausch.
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Die Kapitäne David Alaba sowie Ehsan Haddad leiteten Österreichs Rückkehr auf das WM-Parkett mit der symbolischen Übergabe ein. “Ich bin froh, dass der ORF überträgt, der hat das Zeremoniell stets im Bild, während ServusTV immer eine Werbung einstreut”, erzählt er mit leichtem Schmunzeln.

Es ist eine schon sehr lange bestehende Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Fußball-Bund, die den Hohenemser auf die große Fußballbühne hievt. Dabei zählt der 62-Jährige den Fußball gar nicht zu seiner Lieblingssportart. Vielmehr ist der Motorradfan glühender Anhänger von MotoGP-Rennen.
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Lange Tradition
Die Wimpelerzeugung, so erzählt Herwig Jäger, geht auf die Arbeit seines Vaters Horst Jäger zurück. Der hatte die von Opa Leo im Jahre 1924 gegründete Firma übernommen. Als Schützenmeister der Schützengilde Hohenems habe er 1962 den ersten Wimpel entworfen. Stolz verweist Herwig Jäger auf “seinen Schatz”, der einen Platz an der Wand im Geschäft erhalten hat. Hatte, so erzählt er, sein Opa noch eine Stickereiproduktion aufgebaut, so habe sein Vater noch das Druckergewerbe mit eingebracht.

Zusammen mit seinem Bruder Sigram hatte er schließlich die kleine Firma mit großem Output übernommen. Inzwischen hat sich Herwig Jäger auf den Textildruck spezialisiert, während sein Bruder im oberösterreichischen Molln die größte landesweite Stickerei aufgebaut hat. So könne man gemeinsam Synergien nutzen und dennoch eigenständig arbeiten. Zumal Herwig Jägers Bruder auch Red Bull zu seinem Kundenstock in seiner Stickerei zählen darf.
Landesverband half
Die Zusammenarbeit mit dem ÖFB besteht bereits seit den 1980er-Jahren. Der ehemalige VFV-Geschäftsführer Erich Vetter habe dafür den Weg geebnet. “Mit dem Vorarlberger Verband verbindet uns eine jahrzehntelange Zusammenarbeit”, so Jäger. So wundert es nicht, dass viele heimische Amateurclubs das Angebot seiner Firma nützen und Fanartikel bzw. andere Vereinsaccessoires produzieren lassen.

Ein Blick auf die lange Geschichte mit Wimpeln für den Fußballbund lässt durchaus staunen. Rund 50.000 Wimpel wurden im Hause Jäger schon an den ÖFB ausgeliefert, davon rund 800 wurden aufwendig gestickt. Da vertraut Herwig Jäger seiner langjährigen Näherin Karin Wäger. “Der Aufwand”, so erzählt er, “ist ungleich größer. Karin ist dann mit der Stickerei für einen Wimpel über zwei Stunden am Arbeiten.” Doch die Arbeit zahlt sich aus, denn die knallroten Wimpel, die für Österreichs Frauen- bzw. Männernationalteams angefertigt werden, haben weltweit inzwischen einen exzellenten Ruf. Und so hofft nicht nur der Hohenemser auf einen siegreichen Auftakt, sondern auch auf eine WM-Verlängerung über die Gruppenphase hinaus.
Rasch handeln
Sollte Österreich das Sechzehntelfinale erreichen, dann heißt es jedenfalls “schnell arbeiten”. “Es bleiben uns maximal drei Tage, dann muss der Wimpel in Kalifornien sein”, blickt er voraus. Zumindest alle möglichen Vorkehrungen wurden getroffen. “Es fehlt uns nur der Gegner, der Spielort sowie das Datum”, blickt Jäger schon einmal voller Optimismus voraus.

Bei der U17-Weltmeisterschaft schaffte es der “Wimpel aus dem Ländle” bis ins Endspiel – allerdings ohne aufwendige Stickereien. Eine ähnliche “Reise” ist bei der FIFA-WM 2026 vorerst noch ein Traum. In der Bahnhofstraße in Hohenems aber werden dafür die Daumen gedrückt. Apropos FIFA: Auch der Weltverband könnte schon bald zu den Kunden gehören. In der Schweiz nämlich kann Herwig Jäger inzwischen einen zufriedenen Kundenstock aufweisen. So könnte die Zufriedenheit einiger Clubs den Weg zum Fußball-Weltverband ebnen.