Der Brückenbauer mit Sinn für Humor

Ex-VFV-Präsident erhielt anlässlich der “Nacht des Fußballs” mit dem Video (ab 20 Uhr) dazu den Ehrenpreis überreicht.
Bregenz Er hat definitiv seine Spuren hinterlassen, auf und abseits des Fußballplatzes, und damit über Jahrzehnte den Fußball in Vorarlberg geprägt. Als Präsident des heimischen Verbandes versuchte er stets, das Gemeinsame im Auge zu behalten, keine populistischen Strömungen zu forcieren und dem Nachwuchs stets die nötige Aufmerksamkeit zu schenken.
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Horst Lumper hat während 19 Jahren an der Spitze des heimischen Verbandes (VFV) den Fußball mitgestaltet, und er hat den Ländle-Fußball über die Landes- bzw. Bundesgrenzen hinaus in vielen Gremien nicht nur repräsentiert, sondern ihn vielmehr vor den Vorhang geholt.

Für seine Verdienste um den Vorarlberger Fußball wurde der Jurist und Familienvater anlässlich der “Nacht des Fußballs” mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. Eine Würdigung für einen Mann, der nie offensiv das Rampenlicht gesucht hat, dessen Einfluss und dessen Worte nie ihre Wirkung verfehlt haben. “Damit habe ich wirklich nicht gerechnet”, freute sich der Bregenzer über sichtbare Anerkennung.
Ein sportliches Talent
Wer den heute 64-Jährigen besser kennt, der weiß: Sein sportlicher Weg begann nicht ausschließlich auf dem Fußballplatz. In den 1980er- und 1990er-Jahren gehörte er zu den erfolgreichsten Judokas in Vorarlberg. Für die WSG Swarovski Judo Wattens kämpfte er in der österreichischen Staatsliga, 1982 krönte er sich sogar zum österreichischen Staatsmeister in der Allgemeinen Klasse. Schon damals auf der Matte zeichnete ihn aus, was später auch seine Arbeit als Funktionär prägen sollte: Disziplin, Beharrlichkeit und die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen.
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Als Fußballer lief Lumper u. a. für Viktoria Bregenz, SW Bregenz und die damalige Zweitligamannschaft IG Bregenz/Dornbirn auf. Nach seiner aktiven Karriere wechselte er auf die andere Seite des Sports – dorthin, wo Entscheidungen getroffen und Rahmenbedingungen geschaffen werden. Unvergesslich ist ihm zudem der Gewinn der Uni-Fußball-Meisterschaft Anfang der 1980er-Jahre in Innsbruck, als erstmals ein rein Vorarlberger Team den Titel holte.
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Als der Zufall eine Rolle spielte
Unter dem ehemaligen Präsidenten Karlheinz Kopf fand er Ende der 1990er-Jahre nahtlos den Weg als Spieler vom satten Grün des Rasens in die Vorstandsebene und somit in die Büroräumlichkeiten des Vorarlberger Fußballverbandes. 2006 übernahm er schließlich selbst die Verantwortung an der Spitze des Verbandes. Fast zwei Jahrzehnte lang, bis 2025, führte er den VFV als Präsident durch sportliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen. Besonders am Herzen lag ihm dabei stets der Amateurfußball. Während anderswo oft nur über die Spitze gesprochen wurde, verlor Lumper nie die Basis aus den Augen. Im Vorstand des Österreichischen Fußball-Bundes setzte er sich beharrlich dafür ein, dass auch ein kleinerer Landesverband wie Vorarlberg die notwendigen finanziellen Mittel erhält. Ebenso engagiert unterstützte er die Weiterentwicklung des Nachwuchsfußballs und der Fußballakademie Vorarlberg.
Sein Ansehen reichte dabei weit über die Landesgrenzen hinaus. Aufgrund seiner juristischen Kompetenz und seiner Integrität genießt Lumper bis heute großes Vertrauen bei den internationalen Fußballverbänden UEFA und FIFA. Als UEFA-Ethics-and-Disciplinary-Inspector beschäftigt er sich noch heute mit Regelfragen und Disziplinarverfahren im europäischen Spitzenfußball. Ob Champions League, Europa League oder Europameisterschaft – der Vorarlberger war und ist dort gefragt, wo Sachlichkeit, Fachwissen und unabhängige Entscheidungen erforderlich sind.

Auch im ÖFB hatte er als Vorstandsmitglied wichtige Themenbereiche unter sich. Zuletzt war er als Vorsitzender des Finanzausschusses maßgeblich an der Planung und Umsetzung des neuen ÖFB-Campus in Wien-Aspern beteiligt. Das moderne Leistungszentrum gilt heute als neue Heimat der österreichischen Nationalteams und als eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte des österreichischen Fußballs.

Im Fasching stets aktiv
Doch wer glaubt, Horst Lumper sei ausschließlich Funktionär und Jurist, kennt nur eine Seite seiner Persönlichkeit. 2006 schlüpfte er gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth in eine ganz andere Rolle: Als 50. Faschingsprinz von Bregenz führte er durch die närrische Zeit. Bis heute engagiert er sich in seiner Funktion als Altprinz u. a. für den Kinderfasching und beweist damit, dass gesellschaftliches Engagement für ihn weit mehr bedeutet als Sitzungen und Statuten.
Der von den VN überreichte Ehrenpreis würdigt nicht nur seine beeindruckende Laufbahn im nationalen und internationalen Fußball, sondern vor allem einen Mann, der Brücken gebaut und Verantwortung übernommen hat.