Ein Rennen für die Geschichtsbücher

Sport / 02.07.2026 • 18:09 Uhr
Leichtathletik Austrian Open Eisenstadt 2026
Sowohl Theresia Emma Mohr als auch Lyudmila Olyanovska sorgten in Eisenstadt für neue Weltbestleistungen im Racewalking über eine Meile.ÖLV

Theresia Emma Mohr trumpft mit einer U23-Weltbestleistung im Racewalking auf und bestätigt ihre EM-Ambitionen.

Eisenstadt Gewitter, Regen und böiger Wind sorgten beim Austrian Open der Leichtathleten in Eisenstadt für alles andere als ideale Bedingungen. Der Beginn der Wettkämpfe musste wetterbedingt verschoben werden, auch danach verlangten die äußeren Umstände den Athlet:innen alles ab. Dennoch entwickelte sich der Meeting-Klassiker vor ausverkauften Rängen zu einem Abend mit internationalen Spitzenleistungen – und aus Vorarlberger Sicht zu einem historischen Erfolg. Theresia Emma Mohr (TS Egg) und Isabel Posch (TS Lustenau) setzten starke Ausrufezeichen, wobei insbesondere Mohr mit einer Weltbestmarke für Aufsehen sorgte.

Leichtathletik Austrian Open Eisenstadt 2026
Die neuen „Königinnen“ im Racewalking über eine Meile.ÖLV

Im Mittelpunkt stand die Racewalk-Meile über 1609 Meter – eine selten gelaufene Distanz, auf der seit 2001 die Weltbestleistung der Norwegerin Kjersti Tysse Plätzer mit 6:16,45 Minuten Bestand hatte. Die Ukrainerin Lyudmila Olyanovska machte von Beginn an deutlich, dass sie diese Marke angreifen würde. Mit 6:10,09 Minuten unterbot sie die bisherige Bestleistung deutlich und sorgte für einen neuen internationalen Maßstab.

Leichtathletik Austrian Open Eisenstadt 2026
Insgesamt acht Geherinnen aus sechs Nationen nahmen am Rekordlauf teil. ÖLV

Fast noch größer war die Freude aus österreichischer Sicht über den Auftritt von Theresia Emma Mohr. Die 20-jährige Andelsbucherin zeigte ein beherztes Rennen und setzte mit einem starken Schlussspurt noch einmal entscheidend nach. In 6:21,85 Minuten belegte sie Rang zwei und verbesserte gleichzeitig die bisherige U23-Weltbestleistung auf dieser Distanz deutlich. Die bisherige Bestmarke der US-Amerikanerin Taylor Ewert aus dem Jahr 2019 lag bei 6:28,21 Minuten. Für Mohr ist die Leistung ein weiterer Beweis ihrer internationalen Klasse und zugleich ein starkes Signal mit Blick auf die Europameisterschaft im Halbmarathon-Gehen.

Leichtathletik Austrian Open Eisenstadt 2026
Leichtathletik Austrian Open Eisenstadt 2026
Leichtathletik Austrian Open Eisenstadt 2026

Auch im Sprint der Frauen sorgten die österreichischen Athletinnen für Jubel. Das mit Spannung erwartete Nationenduell mit Deutschland über 100 Meter entschieden Magdalena Lindner und Christania Williams für sich. Zwar spielte der Rückenwind mit 3,7 m/s nicht regelkonform für Rekorde mit, dennoch konnten sich die Zeiten sehen lassen. Lindner gewann in 11,06 Sekunden vor Williams (11,08), während die deutsche Olympia-Bronzemedaillengewinnerin mit der Staffel, Rebekka Haase, in 11,14 Sekunden Dritte wurde.

Leichtathletik Austrian Open Eisenstadt 2026
Die drei schnellsten Österreicherinnen – Magdalena Lindner, Christania Williams und Isabel Posch (v. l.) – lieferten sich ein packendes Sprintduell.ÖLV

Mitten in diesem hochkarätigen Feld behauptete sich auch die Fußacherin Isabel Posch. Die ÖLV-Rekordhalterin belegte in starken 11,22 Sekunden Rang vier und sammelte damit wichtige Punkte im Hinblick auf die Qualifikation beziehungsweise die Ausgangslage für die Europameisterschaften in Birmingham Anfang August. Das nächste direkte Kräftemessen der österreichischen Top-Sprinterinnen steht bereits bei den Staatsmeisterschaften am 25./26. Juli in Innsbruck auf dem Programm.

Leichtathletik Austrian Open Eisenstadt 2026
Leichtathletik Austrian Open Eisenstadt 2026

Für einen internationalen Höhepunkt sorgte auch das Männerfinale über 100 Meter. Trotz eines Rückenwinds von 4,1 m/s, der keine Rekordanerkennung zuließ, boten die Sprinter ein spektakuläres Rennen. Olympiasieger Lamont Marcell Jacobs aus Italien gewann in herausragenden 9,67 Sekunden – eine Zeit, die in der ewigen Bestenliste nur von Usain Bolt bei dessen Weltrekord (9,58) 2009 in Berlin und dessen Olympiasieg 2012 in London (9,63) übertroffen wird. Dahinter folgten der Brite Romell Glave (9,76) und Südafrikas 400-Meter-Weltrekordhalter Wayde van Niekerk (9,83). Österreichs Rekordhalter Markus Fuchs überzeugte mit 10,09 Sekunden und Rang sechs ebenfalls gegen hochkarätige Konkurrenz.

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GEPA-20260701-101-157-0088