Rossis Mann für die ganz großen Verträge

Sport / 09.07.2026 • 17:13 Uhr
Marco Rossi, Patrick Pilloni
Marco Rossi, Patrick Pilloni

Ex-Eishockey-Crack Patrick Pilloni kümmert sich exklusiv
um die Entwicklung von Marco Rossi in der NHL.

Rankweil, Romanshorn Patrick Pilloni übernimmt künftig exklusiv das Management von Österreichs NHL-Star Marco Rossi. Der 56-jährige Klagenfurter begleitet den Vorarlberger bereits seit dessen zwölftem Lebensjahr und verantwortet nun auch sämtliche Vertrags- und Vertragsverhandlungen in der NHL. Für den langjährigen Spielerberater ist dieser Schritt die logische Konsequenz einer jahrelangen Zusammenarbeit.

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Als Gründer, Präsident und Managing Director von „Unlimited Sports Management“ sowie der „WSG – Will Sports Group“ und „NXTSHOT“ zählt Pilloni seit mehr als zwei Jahrzehnten zu den renommiertesten Spielerberatern im internationalen Eishockey. Neben Rossi betreut er unter anderem Marco Kasper (Detroit Red Wings), Carter Verhaeghe (Florida Panthers) oder Colby Barlow (Winnipeg Jets). Seinen Lebensmittelpunkt teilt der ehemalige österreichische Nationalspieler – Olympiateilnehmer 1998 in Nagano – zwischen der Schweiz und New York.
„Ich bin eigentlich Manager von Marco Rossi, seitdem er zwölf Jahre alt ist“, erzählt Pilloni beim Besuch im Vorarlberg, wo Rossi derzeit sein Sommertraining absolviert. Neu sei vor allem, „dass ich das alles alleine mache“. Bisher hatte er sich die NHL-Agenden mit dem kanadischen Berater Ian Pulver geteilt. „Ian und ich haben das gemeinsam gemacht. Ich habe den Ian praktisch an Bord geholt, als Seniorpartner. Jetzt habe ich schon lange Erfahrung und möchte das einfach selber machen.“

Marco Rossi, Patrick Pilloni
Marco Rossi und Patrick Pilloni im Jahr 2016 im schwedischen Leksand. Das Hockeyteam Leksand IF wollte Rossi damals verpdlichten, der entschied sich aber für Verbleib in Zürich.

Mehr Nähe zum Spieler

Für Pilloni steht dabei nicht die Größe seiner Agentur im Vordergrund, sondern die individuelle Betreuung der Spieler. „Wir sind in der NHL im Verhältnis eher kleiner aufgestellt. Ich will auch nicht so viele Spieler haben, aber auf die, die ich habe, will ich richtig eingehen und pushen.“ Der tägliche Kontakt zu seinen Klienten erleichtere letztlich auch Vertragsgespräche mit den NHL-Klubs. „Dadurch, dass ich ständig direkt Kontakt habe mit den Spielern, ist das Management danach einfach easy.“

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Marco Rossi wird in der NHL jetzt exklusiv von Patrick Pilloni vertreten.

Dass ihn und Rossi längst mehr verbindet als ein klassisches Arbeitsverhältnis, macht der Kärntner unmissverständlich klar. „Ich sehe den Marco natürlich als Teil der Familie. Das ist so wie ein Sohn. Ein zweiter Sohn.“ Eine zeitliche Begrenzung ihrer Zusammenarbeit gibt es deshalb nicht. „Solange der Marco spielt und das will, dass ich das für ihn mache, werde ich das für ihn machen.“

Beeindruckender Weg zurück

Besonders imponiert Pilloni die Entwicklung des Vorarlbergers nach dessen schwerer Herzmuskelentzündung infolge einer Covid-Erkrankung. „Das war ein harter Weg. Wie er sich da zurückgekämpft hat, war unglaublich.“ Ebenso hebt er Rossis sportliche Entwicklung hervor. Nach seiner Ankunft in der NHL habe sich der Center nicht nur durchgesetzt, sondern auf Anhieb einen Platz im All-Rookie-Team geschafft. „Mit 40 Punkten hat er gleich ein Ausrufezeichen gesetzt und das im Jahr darauf mit 60 Punkten bestätigt.“
Auch die vergangene Saison bewertet Pilloni positiv – trotz erheblicher Einschränkungen. „Man darf nicht vergessen, dass er einen Großteil der Spiele eigentlich mit einem gebrochenen Fuß gespielt hat. Unglaublich trotzdem, dass er diese Punkteanzahl erreicht hat.“

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Marco Rossi wurde von den Vancouver Canucks getradet, um als Leitfigur zu agieren.

Dass Rossi inzwischen wieder vollständig fit ist, bestätigt sein Manager aus nächster Nähe. Gemeinsam mit Athletiktrainer Matthias Graf habe der Vorarlberger intensiv an seinem Comeback gearbeitet. „Jetzt ist er endlich wieder hundert Prozent fit. Der Fuß hält und es schaut richtig, richtig gut aus – auf dem Eis und abseits des Eises.“

Große Chance in Vancouver

Den Wechsel von den Minnesota Wild zu den Vancouver Canucks ordnet Pilloni als normalen Bestandteil des NHL-Geschäfts ein. „Das ist Business in der NHL.“ Gleichzeitig wertet er den Trade als Anerkennung für Rossis Stellenwert. „Es ist auch eine große Ehre, dass Marco Rossi praktisch der Hauptbaustein dieses Trades war.“

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Für seinen Schützling eröffne sich bei den Canucks eine große Perspektive. „Vancouver ist eine Top-Organisation mit sehr viel Historie und Tradition.“ Rossi habe dort die Möglichkeit, „sich als Franchiseplayer zu etablieren“. Genau dafür sei er verpflichtet worden. „Als Leader, als Vorbild am Eis und abseits des Eises. Marco hat alles, um das zu bestätigen.“

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Spekulationen über einen möglichen Millionenvertrag in den kommenden Jahren möchte Pilloni dennoch nicht befeuern. Rossi besitzt noch einen laufenden Zweijahresvertrag, weshalb der Fokus ausschließlich auf der sportlichen Entwicklung liegt. „Wir nehmen das immer step by step. Jeden Tag hart arbeiten, jeden Tag das Beste machen und dann schauen, was sich ergibt.“ Erst wenn der richtige Zeitpunkt gekommen sei, würden Vertragsgespräche geführt. „Dann wird sich auch das Richtige ergeben.“

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Wenn Pilloni im Sommer gemeinsam mit Rossi und weiteren Profis wie Fabio Hofer oder Dominic Zwerger auf dem Eis steht, verbindet er Beruf und Leidenschaft. „Mit meinen alten Knochen mit den Jungs mitzuspielen, macht total Spaß.“ Gleichzeitig profitieren die Nachwuchsspieler von diesen Einheiten. „Für die jungen Spieler ist es großartig zu sehen, wie zum Beispiel ein Marco Rossi arbeitet und wie viel er macht, um dorthin zu kommen, wo er jetzt ist.“
So schließt sich für den langjährigen Wegbegleiter ein Kreis: Aus dem talentierten Zwölfjährigen ist einer der besten österreichischen Eishockeyspieler geworden – und Patrick Pilloni wird ihn auch auf den nächsten Schritten seiner NHL-Karriere begleiten.